Videostreaming-Dienste gehören zu den Nutznießern der Corona-Pandemie: Selten hatten Nutzer so viel Zeit wie in diesem Jahr, Serien und Filme bei Amazon, Netflix, Apple TV+ und anderen Anbietern zu schauen. Mit einem neuen Feature, das auch auf diese Gewohnheiten antwortet, geht Netflix jetzt in die Offensive.

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Wie das Branchenblatt Variety berichtet, will Netflix einen neuen linearen Sendekanal namens Direct einführen. Und das zunächst in Frankreich. Seit dem 5. November sei das Angebot als „Testkanal“ schon in Betrieb; Anfang Dezember soll Netflix Direct dann in weiteren Teilen Frankreichs verfügbar sein.

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Netflix Direct wird nur für Abonnenten (Preise 2020) verfügbar sein. Und es gibt noch eine Einschränkung: Der lineare Streaming-Kanal, auf dem Sendungen wie im klassischen Fernsehen nach Zeitplan laufen, soll nur über die Netflix-Website zugänglich sein. Bestücken will Netflix den Sender laut Variety mit französischen und internationalen Serien und Filmen.

Warum Netflix Direct ausgerechnet in Frankreich startet, begründet der Streaminganbieter mit den Nutzungsgewohnheiten der Franzosen: „In Frankreich ist das traditionelle Fernsehschauen weiterhin sehr beliebt“, zitiert Variety das Unternehmen. Das Angebot richte sich an Personen, die sich entspannen und nicht aus der Fülle von verfügbaren Shows auswählen wollen.

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Auch Apple macht mit beim linearen Programm

Eigentlich als Angriff auf klassisches Fernsehen konzipiert, entdecken Streaming-Dienste in diesem Jahr offenbar das traditionelle Senderkonzept: So hat etwa auch Apple in den Vereinigten Staaten eine Art MTV für Apple Music ins Leben gerufen: „Apple Music TV“ sendet 24 Stunden am Tag Musikvideos – in fester und nicht beeinflussbarer Reihenfolge.

Apple Music TV ergänzt das bestehende Radioprogramm bei Apple, das schon seit einiger Zeit „linear“ läuft. Im Herbst hatte der Hersteller allerdings angekündigt, Beats 1 in Apple Music 1 umzubenennen. Zwei weitere Radiosender für „Hits“ und „Country“ wurden zudem eingeführt.