Luftqualität und Feinstaub: Mit dieser App bist du immer informiert

Marco Kratzenberg

Nicht nur Allergiker und Asthmatiker wollen wissen, wie gut unsere Atemluft ist. Das Umweltbundesamt misst an über 300 Stationen ständig die Schadstoff-Konzentrationen. Nun könnt ihr mit der App „Luftqualität“ jederzeit kontrollieren, ob ihr spazieren gehen oder lieber zuhause bleiben solltet.

Die kostenlose und werbefreie App für Android und iOS wurde vom Umweltbundesamt herausgegeben und zeigt euch stündlich aktualisierte Luftqualitäts-Messergebnisse von mehr als 300 Messstationen in ganz Deutschland an. GIGA erklärt euch, was dabei gemessen wird, wie ihr die Daten zu verstehen habt und warum das nicht jedem hilft.

Bilderstrecke starten
15 Bilder
Kostenlose und reduzierte Android-Apps zum Wochenende.

Was zeigt die Luftqualität-App an?

Die App Luftqualität greift auf Werte aus den Messstationen des Umweltbundsamtes zu und bereitet die Daten auf. Dabei geht es hauptsächlich um 3 verschiedene Messungen:

PM10 - Feinstaub Feinstaub ist kein Staub im herkömmlichen Sinne, sondern ein Gemisch aus festen und flüssigen Partikeln. Feinstaub schädigt die Atemwege und wirkt sich auf weitere Bereiche des Körpers aus.
O3 - Ozon Ozon ist ein hochreaktives Gas aus 3 Sauerstoffmolekülen, das hochgiftig ist und in zu hohen Konzentrationen den Körper schädigt. In der Natur entsteht es unter anderem durch Sonneneinstrahlung, aber auch durch chemische Reaktionen von Schadstoffen.
NO2 - Stickstoffdioxid Das giftige Gas entsteht bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, durch mikrobiologische Vorgänge im Boden oder auch durch Gewitter.

Die App ermittelt aus den jeweiligen Messwerten einen Luftqualitätsindex, der sich aus einzelnen Werten der drei dargestellten Schadstoffe bildet. Es gibt dabei 5 verschiedene Farben zur Darstellung, bei denen sich die Luftqualität von sehr gut bis zu sehr schlecht erstreckt.

Die Messwerte werden auf einer Karte angezeigt. Wenn ihr auf die Messstelle tippt, öffnet sich ein kleines Fenster mit genauen Informationen zu den Messwerten. Ein weiteres Tippen auf dieses Info-Fenster zeigt euch noch genauere Angaben. Ihr könnt zu den Schadstoffen unter anderem ein Diagramm der stündlichen Messwerte sowie gesundheitliche Empfehlungen sehen, die sich auf die aktuelle Situation beziehen.

Hier könnt ihr die App herunterladen und installieren:

Luftqualität
Entwickler:
Qurasoft GmbH
Preis: Kostenlos
Luftqualität
Entwickler: Umweltbundesamt
Preis: Kostenlos

Luftqualitätsindex als App – Vor- und Nachteile, gutes Bedienungskonzept

Die Luftqualitäts-App ist sehr einfach zu bedienen und hat ein durchdachtes Konzept. Allerdings wird bereits bei der ersten Benutzung ein Problem deutlich, dass so einer App zum Nachteil gereicht: Rund 300 Messstellen sind einfach zu wenig. Man erfährt als Nutzer wenig darüber, wie weit um den Messpunkt herum diese Werte gelten und stellt gleichzeitig fest, dass man in der Regel etliche Kilometer von so einer Station entfernt wohnt.

Welche Auswirkungen hat also ein gemessenere Luftqualitätsindex auf mich, wenn ich 30 km entfernt wohne, irgendwo zwischen 3 Messstationen, die alle unterschiedliche Werte zeigen? Das hängt dann unter anderem auch vom Wetter, insbesondere Sonne, Wind und Regen ab, sodass die meisten von uns sich diese Werte ansehen können, ohne davon betroffen zu sein.

So hilft die App vorwiegend kranken Menschen, die in der Nähe einer Messstation leben. Für alle anderen ist das ein interessantes Beispiel dafür, wie man statistische Werte aufbereiten kann.

Das wurde bei der App beispielhaft gelöst!

Die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten sind sehr gut: Ihr könnt euch beispielsweise die wichtigsten Messstellen als Favoriten speichern und auch entscheiden, welche Arten von Messpunkten (ländlich, städtisch, industrienah oder verkehrsnah) und welche Schadstoffe angezeigt werden sollen.

Außerdem könnt ihr auf Wunsch für die nahen Stationen auch Push-Benachrichtigungen aktivieren, die euch vor kritischen Luftwerten warnen.

Es wäre zu wünschen, dass die App in Zukunft noch die Verteilung und Prognose der Schadstoff-Konzentrationen anzeigt, wie es sie auf den Seiten des UBA gibt. Das wäre so ähnlich, wie bei einer Wetter-App der Regenradar und könnte eben auch jenen Nutzern hilfreiche Hinweise geben, die keine Messpunkte in der Nähe haben.

Zu den Kommentaren

Kommentare

* Werbung