Anonymous' Guerillakrieg: Protest flutet Facebook

Jonas Wekenborg 5

Seit Dienstag Vormittag hat eine deutsche Facebookseite des Anonymous Kolletivs zu einem Massen-Protest an deutschen Medien aufgerufen. Grund für den „Guerillakrieg“ sei die einseitige und wohlgesonnene Berichterstattung, in der zum Beispiel Friedensdemos verschwiegen würden und die Russland-Politik sanktioniert werde.

Spiegel Online, Bild, Focus Online, ARD, NDR, WDR und viele weitere deutsche Medien auf Facebook sind seit gestern Vormittag Opfer eines „Guerillakrieges“, wie es die Facebookseite Anonymous bezeichnet. Dabei wird immer wieder ein Beitrag geteilt, geliket und auf die Pinnwände der entsprechenden Medien gepostet.

Anonymous: Zurück aus der Versenkung

Lange war es ruhig um die Friedenhacktivisten Anonymous, die für ein freies Internet eintreten. Nicht zuletzt sicherlich aus Angst vor Attacken, gleichzeitig aber auch, um die unorganisierte Hackergemeinde mit der Guy Fawkes-Maske nicht als Märtyrer zu glorifizieren. Doch die gesichtslosen Aktivisten sind nicht verschwunden.

Mit der neuesten Aktion, dem „Guerillakrieg gegen deutsche Medien“, wollen sie auf die „Medien-Mafia“ deutscher Berichterstatter aufmerksam machen. Zu einseitig seien die Nachrichten über die Politik Russlands, die deutsche Presse helfe sogar, einen „neuen Weltkrieg“ zu schüren. Es würden sogar Montagsdemos mit friedlichen Absichten einfach unerwähnt bleiben.

Die Sender selbst reagieren mit gutgemeinten Beiträgen und verweisen die Aktivisten auf ausführliche und kritische Berichte über den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine (so beispielsweise das NDR-Magazin Zapp). Währenddessen ging eine Rundmail an alle Betreuer der Social-Media-Kanäle raus, die deutlich machen sollte, dass man die Auffassungen und „Pauschalkritik“ von Anonymous nicht teilen würde.

Dabei weisen die Betroffenenen allerdings auch stets darauf hin, dass die Demos für Frieden an sich eine gute Sache wären, der mitschwingende antisemitische Unterton aber mehr als fragwürdig sei und dadurch nicht beworben werden wolle.

Ob es sich bei den Initiatoren der Proteste tatsächlich um die Gruppierung Anonymous handele, ist natürlich fraglich und schwer zu klären. Sicher ist jedoch, dass sich die Hacktivisten und Teilnehmer an der Aktion nicht von beschwichtigenden Beiträgen von ihrem Pfad abbringen lassen werden.

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