Diese Filme dürft ihr beim FantasyFilmFest 2015 auf keinen Fall verpassen

Tino Hahn

Ab dem 05.08. gibt es keinen einzigen Grund mehr, diese barbarischen Temperaturen noch auszuhalten – denn dann könnt ihr euch wieder in den kühlen Kinosaal flüchten und bekommt vom FantasyFilmFest eine Gänsehaut verpasst. Eine Breitseite von 53 Filmen wird auf die Leinwand abgefeuert und wir stellen euch heute unsere Favoriten näher vor!

Diese Filme dürft ihr beim FantasyFilmFest 2015 auf keinen Fall verpassen

Alle Infos zum FantasyFilmFest 2015 und die Zeitpläne für die einzelnen Städte findet ihr hier.

Der Bunker – dafür steht das Fun in dysfunktional

„Als hätte David Lynch ein Drehbuch von Helge Schneider verfilmt“ – die Kollegen von Spiegel.de haben es perfekt auf den Punkt gebracht, weshalb ihr „Der Bunker“ auf keinen Fall verpassen dürft: Die völlig wahnwitzige Story aus der Feder von Nikias Chryssos ruft so laut WTF, dass selbst die schwerhörigsten Filmfestivals weltweit mit Auszeichnungen wedeln.

Ein Student stößt auf der Suche nach Ruhe und Abgeschiedenheit für seine wissenschaftliche Arbeit auf einen Bunker, in dem eine völlig dysfunktionale Familie haust: Der größenwahnsinnige Vater hört in erster Linie sich selbst gern reden, während die Mutter lüstern mit dem Studenten flirtet (wenn sie nicht gerade mit ihrer klaffenden Beinwunde spricht)  und dann ist da noch Klaus, der ganze Stolz seiner Eltern. Deshalb haben sie ein ehrgeiziges Ziel für ihn: Klaus soll Präsident der Vereinigten Staaten werden, obwohl er Italien für die Hauptstadt von Frankreich hält.

WTF? WTF! „Der Bunker“ ist völliger Wahnsinn made in Germany und nach „Victoria“ der zweite absolut sehenswerte Beweis dafür, dass großartiges Genre-Kino auch in Deutschland machbar ist.

Empfehlenswert für Fans von: Dogtooth, Bad Boy Bubby, Delicatessen

 

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The World of Kanako: Erschütternd brutaler Trip in den Abgrund

Wilder und weirder als „The World of Kanako“ wird es dieses Jahr nicht mehr: Ein Polizist, dessen Konfliktlösungsstrategie aus Schreien und Schlagen besteht, heftet sich auf die Spuren seiner verschwundenen Tochter. Aber je länger er in den Abgrund aus Lügen, Sex und Drogen blickt, der seine Tochter verschlungen hat, desto mehr blickt dieser Abgrund auch in ihn hinein. Denn seine Tochter ist nicht der unschuldige Engel aus seiner verblendeten Wahrnehmung als Vater, sondern ein sadistisches Scheusal.

In seinem letzten Film „Confessions“ hat Regisseur Tetsuya Nakashima noch Schulkinder mit HIV-verseuchter Milch in einen zügellosen Albtraum aus Wahn und Wirklichkeit gestoßen – mit „The World of Kanako“ liefert er jetzt einen zynisch-hysterischen Trip durch die Seele eines moralisch völlig verdorbenen Teenagers ab.

Wegen der extremen Gewaltszenen wurde „The World of Kanako“ bei seinem Release in Japan so vehement kritisiert, dass der Regisseur sich schließlich sogar mit einem Statement dafür entschuldigte. Nakashima erspart seinem Publikum nichts und zeigt so drastisch wie kaum ein Filmemacher zuvor, dass Liebe und Hass zwei Seiten  derselben Medaille sind.

Empfehlenswert für Fans von: Oldboy, Bedevilled, Confessions, Memories of Murder, Cold Fish

 

Reality: Mama, das Wildschwein hat eine Videokassette im Bauch!

Ein Kochshow-Moderator, der ausschließlich in einem Rattenkostüm auftritt und von einem schlimmen Juckreiz geplagt wird. Ein Horrorfilm-Regisseur, der verzweifelt nach dem besten Schrei in der Filmgeschichte sucht. Ein Mädchen, das in den Gedärmen eines Wildschweins eine VHS-Kassette mit Aufnahmen aus der Zukunft findet – auch in „Reality“ fährt Regisseur Quentin Dupieux eine ganze Armada an surrealen Charakteren auf.

Während in „Rubber“ ein verliebter Autoreifen namens Robert ein Blutbad anrichtet und in „Wrong“ telepathische Beziehungen zu einem Hund aufgebaut werden, driftete Dupieux bei „Wrong Cops“ in einen episodenhaften Erzählstil ab: Seine brüllend komischen Auszüge aus dem Leben von Polizisten, die sich in keiner Weise für Verbrechen interessieren und stattdessen von einer Karriere als Techno-DJs träumen, funktionierten aber gerade durch ihre fragmentarische Erzählweise ausgezeichnet.

So ist es auch bei „Reality“, der wie eine amüsante Abrechnung mit dem Größenwahn und der Schmalspur-Intellektualität von Inception wirkt: Dupieux biegt sich die Realität so zurecht, wie es ihm gerade in den Kram passt und überfordert den Zuschauer dadurch gezielt. Statt aber immer wieder den Erklärbär auf die Leinwand zu schicken, wie es Christopher Nolan in seiner zynischen Verachtung des eigenen Publikums macht, überlässt Dupieux die Interpretation voll und ganz dem Zuschauer. Das ist alles andere als einfach und kann auch frustrieren – aber dafür entschädigt „Reality“ mit großartigen Gags und überbordender Liebe zum Film.

Empfehlenswert für Fans von: Wrong, Rubber, Being John Malkovich, Synecdoche, New York

 

Maggie: Arnold Schwarzenegger kann mehr Muskeln spielen lassen

Die vielleicht größte Überraschung an „Maggie“ ist: Arnold Schwarzenegger kann tatsächlich schauspielern. Wenn ihr diese Sensation auf der großen Leinwand sehen wollt, dann ist das FantasyFilmFest 2015 die einzige Gelegenheit dafür. Denn das Zombie-Drama „Maggie“ kommt nach derzeitigem Stand nicht offiziell in die deutschen Kinos.

All seine Muskelkraft nützt Schwarzenegger nicht die Bohne, als seine Tochter Maggie von einem Zombie gebissen wird. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als hilflos dabei zuzusehen, wie Maggie mehr und mehr vom Mädchen zum Monster mutiert. Statt das große Gemetzel vor der Haustür abzufilmen wie Hunderte von Zombiefilmen zuvor, zieht sich Regie-Neuling Henry Hobson in die heimischen vier Wände zurück. Maggie ist über weite Strecken ein melancholisches Kammerspiel und ein tiefgründiger Film über eine Familie, die nicht nur metaphorisch immer mehr zerfällt.

Empfehlenswert für Fans von: The Road, Mutants

Extinction ist der inoffizielle Film zu „The Last of Us“

Mit ihrem Vater Jack lebt die kleine Lou in den Überresten des kleinen Örtchens Harmony. Der Name dieses Ortes könnte dabei zynischer kaum sein, denn vor neun Jahren sind fast alle Menschen zu blutrünstigen Bestien mutiert und haben nahezu die gesamte Bevölkerung ausgerottet. Außerdem ist die Welt in ewiger Kälte erstarrt und unter einer dicken Eisschicht verschwunden.

Die wenigen Überlebenden vegetieren jetzt in ständiger Angst vor sich hin: Denn irgendwo da draußen lauern die Infizierten, die durch das ewige Eis erblindet sind.

Ein Vater und seine Tochter im Kampf gegen blinde Monster in einem Endzeit-Szenario – das sind nicht die einzigen Parallelen, die es zwischen „Extinction“ und „The Last of Us“ gibt. Trotzdem steht dieser Apokalypse-Horror auf seinen eigenen Beinen und hat genug frische Ideen, um euch mit seinem frostigen Setting auch im August eine Gänsehaut zu verpassen.

Empfehlenswert für Fans von: The Walking Dead, The Returned, I am Legend

Excess Flesh – haltet eure Kotztüten bereit

Von Kritikern nach dem SXSW-Festival als der „sickeste Film des Jahres“ bezeichnet, ist „Excess Flesh“ ein kontroverses und provokatives Drama über Mobbing, Fatshaming und die erschütternden Konsequenzen. Wenn ihr einen wirklich starken Magen habt, solltet ihr euch „Excess Flesh“ deshalb nicht entgehen lassen, denn hinter den ekelerregenden Mäst-Szenen verbirgt sich eine zielsichere Kritik an den Schattenseiten des Schönheitswahns.

Empfehlenswert für Fans von: Starry Eyes, Feed, In my Skin

Terminator-Quiz: Teste dein Wissen über T-800 Arnold Schwarzenegger!

Als "T-800" schaffte Arnold Schwarzenegger seinen großen Durchbruch und Regisseur James Cameron schuf mit den ersten beiden "Terminator"-Filmen ein Action-Franchise für die Ewigkeit. Doch wie gut kennt ihr euch mit Arnold Schwarzenegger und dem "Terminator" aus? Testet es in unserem Quiz!

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