Was wurde aus... Christian Slater?

Marek Bang 1

In unserer  Reihe „Was wurde aus…“ werfen wir heute einen tiefen Blick in die Versenkung und fragen uns, was wohl aus Christian Slater geworden ist, seines Zeichens immerhin ein veritabler Star der 1990er Jahre, der in Filmen wie „True Romance“ große Erfolge auf der Leinwand feiern konnte.

Was wurde aus... Christian Slater?
Bildquelle: © ABC.

Als Elvis-Fan Clarence verliebte sich Christian Slater einst in Patricia Arquette und düste mit ihr in einem ramponierten Cadillac aus Detroit nach Los Angeles. Zu einem der markantesten Soundtracks von Hans Zimmer waren die beiden 1993 in Tony Scotts Road-Movie „True Romance“ für kurze Zeit das absolute Traumpaar der überharten Romanze, für deren Drehbuch sich niemand Geringeres als Quentin Tarantino verantwortlich zeigte. Das ist nun über 20 Jahre her und obwohl noch einige erfolgreiche Filme für den Mimen aus New York City folgen sollten, wurde es bald still um ihn. Daher stellen wir uns in der Rubrik „Was wurde aus…“ die Frage, was Christian Slater eigentlich heute so treibt.

Christian Slater begann seine Karriere in den 1980er Jahren mit einigen kleinen Nebenrollen und stieg kontinuierlich zu einem gefragten Schauspieler in Hollywood auf. 1991 war er beispielsweise neben Kevin Costner in „Robin Hood - König der Diebe“ auf der Leinwand zu sehen, bevor er 1993 seine besagte „True Romance“ mit Patricia Arquette erlebte und kurzfristig in die erste Riege der Traumfabrik aufstieg. Obwohl bereits zu dieser Zeit das ein oder andere Drama mit Christian Slater weniger gut an den Kinokassen lief (etwa In letzter Konsequenz) folgten noch einige Hits wie „Murder in the First“ oder die schwarze Komödie „Very Bad Things“ über einen aus dem Ruder laufenden Junggesellenabschied in Las Vegas. Der Schauspieler war aber bereits in dem mit durchwachsenen Kritiken belegten Road-Movie eher der fiese Sidekick als der glorreiche Hauptdarsteller, nur zog sein Name damals noch, so dass Christian Slater die Kinoplakate und Videokassetten-Hüllen zierte. Spätestens mit der Jahrtausendwende begann dann jedoch der Abstieg, der in einer fiesen Kuriosität mündete.

True Romance - Trailer deutsch.

Was wurde eigentlich aus Christian Slater?

Grotesker Tiefpunkt in der Karriere von Christian Slater war im Jahr 2012 der Horror-Streifen „Playback“, der laut Movieline und Yahoo nur die Summe von 264 Dollar einspielte. Wir sind natürlich weit davon entfernt, jetzt einen Eimer voller Schadenfreude auf dem Haupt des Schauspielers zu entleeren und so suchen wir nach den Gründen für dieses kuriose Einspielergebnis. Das B-Movie von Regisseur Michael A. Nickles lief nämlich nur in einem einzigen Kino in den USA und verschwand auch dort wieder nach einer Woche, nachdem es am ersten Tag 252 Dollar und in den Folgetagen nur noch 12 Dollar erwirtschaften konnte. (Zum Vergleich: Der Thriller „Operation: Broken Arrow“ von John Woo mit Christian Slater und John Travolta schaffte fast 150 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen). „True Romance“ war seinerzeit auch weit davon entfernt, ein Blockbuster zu sein, doch der Film entwickelte einen gewissen Kult und wurde zum Evergreen in den Videotheken dieser Welt, was wohl dem Horror-Film „Playback“ nicht mehr passieren wird. Wer dennoch einmal hineinschauen möchte, kann dies in folgendem Trailer tun:

Playback - Trailer englisch.

Nun ist es aber nicht so, dass Christian Slater im Jahr 2000 in Rente gegangen wäre und seitdem aus Spaß in kleinen Low-Budget-Filmen auftreten würde. In den vergangenen 15 Jahren war er in sage und schreibe 45 (!) unterschiedlichen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Dabei spielte er jedoch in ambitionierteren Filmen wie dem Drama „Bobby“ meist nur Nebenrollen, während er als Hauptdarsteller zuletzt nur noch in Billig-Produktionen wie „Hollow Man 2“ zu sehen war. Auch im Fernsehen versuchte der Schauspieler sein Glück und spielte unter anderem eine Hauptrolle in der Comedy-Serie „Breaking In“, die jedoch nach 20 Episoden vom Sender FOX wieder abgesetzt wurde.

Sicherlich könnten wir jetzt anfangen, wild darüber zu spekulieren, was der Auslöser für den Abstieg des Stars sein könnte und ob seine Alkohol-Eskapaden oder seine Probleme mit der Einhaltung verschiedenster Gesetzte eventuell eine Rolle spielen könnten. Vielleicht hat der Mann aber auch einfach nur Pech gehabt und an irgendeinem Punkt seiner Karriere eine falsche Entscheidung getroffen. Es gibt jedoch auch einen Lichtblick: Nach Jahren des B-Films spielte Christian Slater in Lars von Triers „Nymphomaniac“ den Vater von Charlotte Gainsbourg. Das Erotik-Drama mag zwar umstritten und seine Rolle klein sein, dennoch war es 2013 eine Freude, den Schauspieler wieder in einem relevanten Film auf der Leinwand erleben zu dürfen. Christian Slater ist jetzt 45 Jahre jung und so ist es dem Mimen nur zu wünschen, dass er sich in ähnlichen Filmen wieder etwas mehr in den Fokus angesehener Filmemacher spielen kann und hoffentlich künftig in mehr Filmen von Bedeutung zu sehen sein wird.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA FILM

  • Filme & Serien: Halloween 2019 bei Netflix und Amazon Prime

    Filme & Serien: Halloween 2019 bei Netflix und Amazon Prime

    Halloween bietet sich geradezu an, einen themenbasierten Abend vor der Glotze zu gestalten. Wir stellen euch die 13 besten Filme und Serien vor, mit denen ihr Halloween 2019 bei Netflix oder Amazon Prime feiern könnt. Für jeden ist etwas dabei: Es gibt Halloween-Filme für Kinder, familienfreundliche Streifen und richtigen Horror für Hartgesottene.
    Marco Kratzenberg
  • Sky Ticket: Kosten & Sender des Entertainment-, Cinema- & Sport-Pakets

    Sky Ticket: Kosten & Sender des Entertainment-, Cinema- & Sport-Pakets

    Mit den verschiedenen Sky-Tickets bietet der Pay-TV-Anbieter auch ohne großes Sky-Abo eine einfache Möglichkeit, dass Video-on-Demand-Angebot sowie einige TV-Sender im Live-Stream zu nutzen. Was das Entertainment-, Cinema- und Supersport-Ticket von Sky kostet und was es euch bietet, haben wir hier zusammengefasst.
    Thomas Kolkmann
* Werbung