Christopher Lee: Von Dracula bis Saruman - Nachruf auf eine Legende

Marek Bang 1

Er war einer der dämonischsten Bösewichte auf der Leinwand, erlangte als Dracula Kultstatus, lehrte James Bond das Fürchten und reüssierte als Saruman im „Der Herr der Ringe“-Franchise: Im Alter von 93 Jahren ist die britische Schauspiellegende Christopher Lee nun in London verstorben. Wir verneigen uns vor einem der prägnantesten Charakterdarsteller der letzten 70 Jahre.

Christopher Lee: Von Dracula bis Saruman - Nachruf auf eine Legende
Bildquelle: © Studiocanal.

Das Guiness-Buch der Rekorde führt einen Eintrag für den Schauspieler mit den meisten Acting-Credits der Filmgeschichte und berücksichtigt dabei nur namentliche Nennungen im Abspann. Mit unglaublichen 274 Einträgen thront der britische Schauspieler Christopher Lee an der Spitze dieser Liste (Imdb.com). Heute erreicht uns die traurige Nachricht, dass es bei dieser Zahl bleiben wird und kein neuer Eintrag mehr hinzukommt. Christopher Lee ist am 07.06.2015 im Alter von 93 Jahren in London gestorben.

Bis zuletzt übte er noch seinen Beruf aus, im vergangenen Jahr spielte er niemanden Geringeres als den Präsidenten der Welt in der Fantasy-Produktion „Angels in Notting Hill“, ein Low-Budget-Film des deutschen Regisseurs Michael Pakleppa. Es wurde sein letztes Engagement und zugleich ein typisches für seine lange Karriere.

Christopher Lee war sich niemals für einen B-Film zu schade und gab in hunderten von Fließbandproduktionen den Schurken vom Dienst. Schund wie „Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu“ wären heute längt in der Versenkung verschwunden, dank seines Hauptdarstellers Christopher Lee genießen die Filme aber bis heute Kultstatus, ebenso wie einige Edgar Wallace-Verfilmungen der späten 1960er Jahre und natürlich die zahlreichen Horrorfilme der Londoner Hammer-Studios, die untrennbar mit dem markanten Gesicht des hochgewachsenen Schauspielers verbunden bleiben.

Der ewige Dracula: Die Legende Christopher Lee

Seinen Durchbruch feierte der 1922 in London geborene Christopher Lee 1958 in Terence Fischers Horrorklassiker „Dracula“, in dem er den Fürsten der Dunkelheit zum ersten Mal spielte er und machte seine Sache so überzeugend, dass er seitdem als legitimer Nachfolger des großen Bela Lugosi gilt. Bis 1974 verkörperte er den Vampir insgesamt sieben Mal, gab aber auch in zahlreichen weiteren britischen Horrorfilmen den dämonischen Schurken vom Dienst. In dieser Eigenschaft traf er 1977 auch auf James Bond in Gewand von Roger Moore und spielte dessen Widersacher in  „James Bond 007: Der Spion, der mich liebte“

Dracula - Trailer englisch.

In den 1980er und 1990er Jahren wurden die Engagements zwar weniger und die Rollen kleiner, dennoch war das Arbeitspensum des nimmermüden Christopher Lee im Vergleich zu seinen Altersgenossen immer noch enorm. Einer neuen Generation von Fans stellte sich der charismatische Mime dann im neuen Jahrtausend in zwei der größten Franchise der Filmgeschichte vor. In „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ sowie dem Nachfolger „Star Wars Episode III: Die Rache der Sith“ schlüpfte er in die Rolle des Darth Tyranus, im „Der Herr der Ringe“-Franchise verkörperte er den weisen Saruman und wiederholte diesen Part auch im Nachfolge-Franchise „Der Hobbit“.

Heavy Metal zum 90. Geburtstag von Christopher Lee

Trotz seiner immensen Erfolge auf der Leinwand war Christopher Lee Zeit seines Lebens mehr als nur ein Garant für dämonische Schurken-Darstellungen. Auch abseits der Leinwand machte sich der ausgebildete Opernsänger einen Namen und setzte seine markante tiefe Stimme auch als Sänger ein. Seit den 1970er Jahren erschienen einige Alben, wobei sich der anfängliche symphonische Sound mit der Zeit in reinen Heavy Metal wendete, am deutlichsten auf dem 2013 veröffentlichten Album seiner Band „Charlemange“:

Zu den Klängen dieses so eigenwilligen wie beeindruckenden Stücks Musik verneigen wir uns ein letztes Mal vor dem Mann mit der tiefen Stimme und den vielen Gesichtern, Dr. Fu Man Chu, Dracula, Darth Tyranus, Saruman, Heavy-Metal-Sänger und nicht zuletzt Sir. Ruhe in Frieden, Christopher Lee.

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