Oscars 2015: Regisseure, die schon lange einen Oscar verdient hätten

Christoph Koch 8

Es sind nur noch wenige Tage, bis die Oscarverleihung 2015 endlich über den Bildschirm flimmert und bevor wir hier bei GIGA Film einen genaueren Blick auf die diesjährigen Oscar-Nominierten werfen, schauen wir uns fünf Regisseure an, die schon lange einen Regie-Oscar verdient hätten!

Die Golden Globe-Verleihung liegt hinter uns und damit ist der Weg frei für die diesjährige Oscarverleihung, bei der sich wieder das Who-is-Who der Filmwelt zusammenfindet, um die besten Filme, Schauspieler und andere Filmschaffende des Jahres zu ehren. Natürlich muss so ein großes Ereignis gebührend zelebriert werden und so werfen wir in den kommenden Wochen in unserer Reihe „Road to the Oscars“ einen genaueren Blick auf die nominierten Filme. Wir lassen euch teilhaben an unseren Gedanken zu den großen Kategorien der Oscar-Verleihung bis es am 22. Februar wieder heißt: „And the Oscar goes to…“

Doch bevor es soweit ist und wir uns den diesjährigen Oscars widmen, wollen wir unsere Reihe „Road to the Oscars“ mit einem Plädoyer starten. Einige Regisseure der Traumfabrik liefern seit vielen Jahren wunderbar-sehenswerte Filme ab und konnten dennoch keinen Oscar für die beste Regie mit nach Hause nehmen. Fünf Regie-Meister haben also bisher noch keinen Regie-Oscar für sich verbuchen können und auch wenn der ein oder andere in dieser Top 5 schon einmal nominiert war, ging er am Ende dennoch leer aus. Das kann nicht sein! Diese fünf Regisseure hätten schon seit Längerem einen Regie-Oscar verdient und wir appellieren an die Academy, diesen Filmemachern doch endlich viel mehr Beachtung zu schenken.

David Fincher

David Fincher war mit „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ und „The Social Network“ bisher zwei Mal für den Regie-Oscar nominiert, doch beide Male gelang es ihm nicht, die Trophäe schlussendlich auch für sich zu beanspruchen. Dabei sind selbst seine eher mittelmäßigen Filme oft besser als viele Werke konkurrierender Regisseure. Es ist einfach unbegreiflich, wie ein so intensives und grandios gespieltes Thriller-Drama wie „Zodiac“ keine Beachtung bei der Academy fand.

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David Fincher: Ein Ranking seiner besten Filme - Unsere Hitliste

Fincher gelang es bei „Zodiac“ viele Informationen und Charaktere in eine spannende Story zu verflechten, die fesselt und mitreißt. Er führt den Stil von „Fight Club“ und „Panic Room“ nicht nur fort, sondern trieb ihn in „Zodiac“ bis zur Perfektion. Spätestens für „Zodiac“ wäre der Regie-Oscar also mehr als verdient gewesen. Auch bei der kommenden Oscar-Verleihung muss der Regisseur auf der Reservebank Platz nehmen, denn lediglich Rosamund Pike darf sich über eine Nominierung als Beste Hauptdarstellerin in „Gone Girl - Das perfekte Opfer“ freuen. Sonst geht „Gone Girl“ bei den diesjährigen Oscar-Nominierungen leider leer aus.

Paul Thomas Anderson

Paul Thomas Anderson liefert schon seit Jahren prägende und immer wieder herausragende Filme ab, doch auch ihm blieb ein Regie-Oscar bisher verwehrt. Sein Werk „There Will Be Blood“ konnte zwar ganze acht Oscars mit nach Hause nehmen, doch der für die beste Regie fiel leider nicht darunter. Auch was die Schauspieler in seinen Werken betrifft, scheint sich die Academy immer wieder zu sträuben, denn bisher waren sieben Schauspieler (Burt Reynolds, Julianne Moore, Tom Cruise, Daniel Day-Lewis, Philip Seymour Hoffman, Joaquin Phoenix und Amy Adams) für Rollen in seinen Filmen nominiert, doch nur Daniel Day-Lewis konnte den Oscar schlussendlich einsacken.

Dabei hätte Anderson spätestens bei The Master“ einen goldenen Jungen verdient, denn niemand anderes hätte diesen einzigartigen Film auf diese mitreißende, ja akribische Weise inszenieren können. Einer der talentiertesten Filmemacher steht noch ohne goldene Trophäe da, doch mit seinem neusten Werk „Inherent Vice“ gelang es ihm in diesem Jahr zumindest in der Kategorie „Bestes adaptiertes Drehbuch“ die Aufmerksamkeit der Jury zu erregen und wir sind gespannt, ob er sich wenigstens in dieser Kategorie über eine Auszeichnung freuen darf.

Quentin Tarantino

Tarantino-Fans gibt es viele, doch die Oscar-Jury gehört scheinbar nicht dazu, denn obwohl Quentin Tarantino bisher für „Pulp Fiction“ und „Inglourious Basterds“ zwei Mal für den Oscar nominiert war, konnte er die begehrte Auszeichnung noch nicht gewinnen. Einzig und allein der Oscar für das beste Drehbuch für „Pulp Fiction“ und „Django Unchained“ war ihm vergönnt. Der Regie-Enthusiast hätte aber vor allem für seine Regie bei „Pulp Fiction“ oder auch „Inglorious Basterds“ schon locker einen Regie-Goldjungen einsacken sollen, denn er bewegt sich mit purer Leichtigkeit durch die Popkultur, bedient sich an der Filmgeschichte und liefert einen unterhaltsamen Film nach dem anderen ab.

Kein anderer vermag es, alte Versatzstücke neu zusammenzusetzen und mit kreativen Ideen so vollzupumpen, dass etwas Frisches, Neues entsteht, was Film-Fans auf der ganzen Welt begeistert annehmen. Spätestens mit „The Hateful Eight“ hat Quentin Tarantino erneut die Chance auf einen Oscar und wir drücken die Daumen, dass es vielleicht dann endlich gelingt.

Michael Mann

Michael Manns Thriller „The Insider“ konnte damals zwar ganze sieben Oscar-Nominierungen einheimsen, darunter auch eine für die beste Regie, doch musste sich der Regisseur am Ende Sam Mendes und seinem Film „American Beauty“ geschlagen geben. Ob verdient oder nicht lassen wir einmal dahingestellt, denn mit „The Insider“ präsentiert uns Mann ein überragend-schonungsloses Bild der amerikanischen Medien und hätte unserer Meinung nach den Regie-Oscar mehr als verdient gehabt.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrt Mann jetzt mit „Blackhat“ auf die Leinwand zurück, doch die Chance, bei den nächsten Oscars 2016 eine Nominierung abzusahnen, ist eher gering. Schade, denn einen goldenen Jungen in der Vitrine hätte dieser Regie-Altmeister schon lange nötig.

Wes Anderson

Kommen wir als letztes zu einem Regisseur, der von Kritikern und Publikum immer wieder aufs Neue gefeiert wird, aber den die Oscar-Jury bisher, was die Regie-Kategorie betrifft, mit Zurückhaltung strafte. Denn der Meister des fulminant-skurrilen Films, Wes Anderson, war bisher kein einziges Mal in der Kategorie „Beste Regie“ nominiert. Schon allein für „Rushmore“ oder „The Royal Tenenbaums“ hätte Anderson zumindest eine Nominierung bekommen sollen, denn ihm gelingt es wie keinem anderen schräge Charaktere so liebenswert in eine brillant erzählte Geschichte einzubetten, das es seine wahre Freude ist.

Doch die Oscarverleihung 2015 könnte der Abend des Wes Anderson werden, denn sein Film „The Grand Budapest Hotel“ ist ganz 9 Mal für den Oscar nominiert - unter anderem auch in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“ und „Bestes Originaldrehbuch“. Wir drücken die Daumen, dass es diesmal endlich für einen längst verdienten Regie-Oscar reicht!

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