Eddy Cue räumt mit Gerüchten um Apples TV-Strategie auf

Florian Matthey 2

In einem Interview äußert sich Eddy Cue, Apples Senior Vice President für Internet-Dienste, über Apples TV-Pläne. Auf den ersten Blick dementiert Cue einige Gerüchte rund ums Apple TV – allerdings kann man auch zwischen den Zeilen lesen.

Eddy Cue räumt mit Gerüchten um Apples TV-Strategie auf

Hollywood Reporter hat sich ausführlich mit Eddy Cue über Apples TV-Pläne unterhalten. Die Interviewer sprechen Cue auch auf einige Gerüchte rund um die Fernseher-Strategie des Unternehmens an, die in den letzten Wochen und Jahren die Runde machten – insbesondere bezüglich eines eigenen Kabelfernsehen-Angebots durch Apple.

Apple soll ein solches Angebot über Jahre geplant haben, zur Veröffentlichung der jüngsten Apple-TV-Generation im letzten Jahr sollte es eigentlich starten. Ende letzten Jahres hieß es dann aber, dass die Pläne jetzt auf Eis liegen, weil Apple sich nicht mit Rechteinhabern einig werden konnte. Apple hätte ein schlankes Angebot für 30 bis 40 US-Dollar mit relativ wenig Sendern geplant, was den Rechteinhaber aber nicht gefiel.

So zumindest die Gerüchte. Cue erklärt jetzt, dass es für Apple keinen großen Unterschied mache, ob man selbst oder jemand anderes die Inhalte anbietet. Wichtig sei, dass sie auf dem Apple TV erhältlich seien, da dieses eine bessere Plattform für Inhalte als herkömmliche Fernseher-Systeme biete – unter anderem durch die Integration von Siri. Auch sei er kein großer Fan eines schlanken Angebots.

Recode glaubt, dass Cue damit aber eben nicht sagen will, dass ein 30-Dollar-Angebot sinnvoll wäre. Allerdings sei ein solches mit Rechteinhabern einfach nicht möglich, so dass ein schlankes Angebot durch Apple letztendlich gar nicht schlank wäre. Apple habe es zunächst aufgegeben, weiter mit Rechteinhabern zu verhandeln, und konzentriere sich jetzt auf Apps – wobei ja nicht die „Hülle“ wichtig sei, sondern der Inhalt der App, und hier bestehe immer noch Verbesserungspotential. Allerdings habe der Anbieter Sling es immerhin schon geschafft, mit Viacom einen Deal auszuhandeln, durch den im Sling-Basispaket nur ein einzelner Viacom-Sender – Comedy Central – enthalten ist. Vielleicht sei das ein Vorbote für die Zukunft.

Wie dem auch sei – Cues Aussagen verraten immerhin, dass es in naher Zukunft kein Apple-eigenes Kabelfernsehen-Angebot geben dürfte. Der Apple-Manager äußerte sich aber auch zu einem anderen Gerücht: Apple-eigene Fernsehserien. Zwar kommt eine solche demnächst in Form von „Planet of the Apps“, eine Reality-TV-Serie über App-Entwickler. Ansonsten habe Apple aber kein Interesse daran, ein Konkurrent von Netflix oder Comcast zu werden und eigene Serien wie beispielsweise die Netflix-Serie „House of Cards“ zu produzieren.

In Sachen TV hat Apple also eine andere Strategie als Apple Music – dort gibt es exklusive Inhalte und Apple-eigene Radio-Sender. Fürs Fernsehen kündigt Cue aber nur Inhalte an, die mit Apple Music oder Apples sonstigen Plattformen im Zusammenhang stehen; also beispielsweise eben mit dem App Store.

Cue kommt schließlich auch auf Gerüchte um eine Übernahme des Studios Time Warner zu sprechen: Vor einigen Wochen hieß es, Apple soll über eine solche Übernahme zumindest nachgedacht haben. Hier verrät Cue, dass er die Gerüchte gelesen hat. Mit Time Warner unterhalte man sich über viele Dinge, „aber ich will nicht spekulieren. Wir versuchen nicht – aktuell auf jeden Fall nicht – aktiv, ein Studio zu kaufen“, so Cue.

Apps für Apple TV.

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