Warum Apple mehr Fernsehserien produzieren, aber nicht Netflix kaufen will

Florian Matthey 4

Apples Internet-Dienste-Chef Eddy Cue hat sich erneut zur Strategie für eigene TV-Serien geäußert. Mittlerweile macht er keinen Hehl mehr daraus, dass Apple im großen Stil in diesen Markt einsteigen will. Netflix wolle man aber trotzdem nicht kaufen.

Warum Apple mehr Fernsehserien produzieren, aber nicht Netflix kaufen will
Bildquelle: GIGA.

Eddy Cue: Apple ist jetzt richtiger Serien-Produzent

Im Rahmen der Medienkonferenz South by Southwest/SXWS hat sich Eddy Cue, Apples Senior Vice President für den Bereich der Internet-Dienste, zu möglichen zukünftigen von Apple produzierten Fernsehserien geäußert. Bisher beschränkt sich Apples Portfolio in diesem Bereich bekanntlich eher auf Reality-TV-Shows, die andere Apple-Produkte stärken sollen: Planet of the Apps und Carpool Karaoke sollen für mehr Interesse am App Store und an Apples Musik-Angebot sorgen.

Allerdings gibt es immer wieder – bisher unbestätigte – Meldungen, denen zufolge Apple wichtige Produzenten, Regisseure und Schauspieler für weitere Serien gewinnen konnte oder gewinnen will. Beispielsweise soll Apple letztes Jahr Netflix im Kampf um eine Serie mit Resse Witherspoon und dem „Friends“-Star Jennifer Aniston ausgestochen haben. Für die beiden Hollywood-Größen soll Apple jeweils 1,25 Millionen US-Dollar pro Folge bezahlen.

Jetzt soll Apple wiederum die Rechte an einer animierten Fernsehserie namens „Central Park“ von den Machern der Series „Bob’s Burger“ gesichert haben. Dementsprechend überrascht es nicht, dass Eddy Cue im Rahmen der Konferenz erklärt, dass Apple auf dem Markt „voll dabei“ sein wolle („we’re all in“).

Eddy Cue: Warum Apple nicht Netflix kaufen will

Mit einem Schritt voll einsteigen könnte Apple ja wiederum dadurch, dass das Unternehmen einfach Netflix oder Disney kauft – immerhin sitzt das Unternehmen auf riesigen Barreserven, die sich mittlerweile der 300-Milliarden-US-Dollar-Grenze annähern. Die Marktkapitalisierung von Netflix und Disney liegen bei rund 140 und rund 160 Milliarden US-Dollar. Für Apple wäre eine solche Summe nicht „Peanuts“, aber durchaus machbar – selbst eine Übernahme beider Unternehmen wäre möglich.

Eddy Cue erteilt solchen Spekulationen aber eine Absage: Apple gehe es nicht um Quantität – ein Ziel, dass man mit einer Übernahme der beiden Unternehmen sofort erreichen könnte –, sondern um Qualität. Damit steht seine Aussage, voll auf dem Markt mitspielen zu wollen, auch nicht direkt im Widerspruch zur im Sommer 2016 geäußerten Erklärung, kein Netflix-Konkurrent sein zu wollen: Offenbar will Apple ein anderes Geschäftsmodell verfolgen und nur eine überschaubare Zahl an Exklusiv-Serien anbieten, die qualitativ überzeugen. Die Kritiker waren von Carpool Karaoke und vor allem von Planet of the Apps allerdings nicht wirklich begeistert.

Quelle: MacRumors, Variety via MacRumors

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