Ein neuer Datenskandal der NSA wurde veröffentlicht. Dank Edward Snowden wurde bekannt, dass die NSA nicht nur im Internet kräftig Daten sammelt, sondern auch keinen Halt vor anderen Gerätschaften macht. Die NSA speichert jeden Aufenthaltsort unserer Mobiltelefone.

 

Edward J. Snowden

Facts 

Es klingt ein bisschen wie ein schlechter Scherz, doch unwahrscheinlich ist es nicht. Terabytes an Mobilfunkdaten liegen auf den Servern des amerikanischen Geheimdienstes. 5 Milliarden Datensätze werden pro Tag gespeichert, reine Vorsichtsmaßnahme.

Die NSA sammelt alle Daten vorsorglich

Da Smartphones und Mobiltelefone auch ohne GPS anhand der Sendemaste geortet werden können, kann die NSA ohne Probleme nachvollziehen, wohin man ging und (noch viel besser) wer alles mit dabei war.

Natürlich ist alles Rechtens, die Bewegungsmuster vieler hundert Millionen Telefone werden ungefragt gespeichert und analysiert. Ein wundervolles Statement von Chris Soghoian:

“the only way to hide your location is to disconnect from our modern communication system and live in a cave.“

Der Einzige Weg seinen eigenen Aufenthalt zu verbergen besteht darin, sich von jeglicher Technik zu trennen und in einer Höhle zu leben. Na danke auch. Aber wie ist das möglich?

Offene Türen dank Roaming

Viele Datensätze der Mobilfunkmaste/Satelliten sind für jeglichen Mobilfunkanbieter verfügbar. Durch dieses Vertrauensverhältnis ist es möglich, Roamingkosten zwischen den Anbietern sauber zu trennen und zu organisieren.

Diese Unternehmen werden mit Aufenthaltsdaten wenig anfangen können, wenn aber eine Agency wie die NSA ein paar Mobilfunkanbieter „überredet“, Zugang zu den Daten zu bekommen, kann man sich wie an einem dicken Buffet bedienen. 2010 und 2011 starteten erste „Piloten“ zur Datensammlerei.

Aufruf an die Mobilfunkanbieter

„Wer nichts zu verbergen hat“ - ist eine gern genutzte Plattitüde im wieder aktuellen Datenskandal. Fakt ist aber, dass die USA mit Guantanamo Bay Personen ohne öffentlichen Beweis festhält. Wenn eine Person durch einen dummen Zufall mehrere Orte mit einem gesuchten Terroristen zur gleichen Zeit besucht, macht man sich dann mitschuldig?

Das alles wirft unnötige und unverständliche Fragen, Ängste und Sorgen auf. Ich möchte nicht, dass ein ausländisches oder mir fremdes Unternehmen meine Daten viele Jahre lang speichert. Mein Mobilfunkanbieter soll das ein paar Wochen machen und dann die Daten löschen. Woher weiß man jetzt, wer von diesem Sammelsurium alles betroffen ist?

Daher mein Aufruf an die Mobilfunkunternehmen: Sichert diese Kanäle besser ab! Es kann nicht sein, dass man anscheinend so schnell an extrem vertrauliche und sensible Daten herankommt.

Washington Post

Jens Herforth
Jens Herforth, GIGA-Experte.

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