Elon Musk, der wertvollste Mensch der Welt

Stefan Bubeck 1

Ob Teslas Sprintrekorde, Borings Flammenwerfer oder die Eroberung des Weltraums mit SpaceX: Elon Musk schafft, was andere nicht schaffen – es ist Zeit für eine neue Auszeichnung. Ein Kommentar.

Elon Musk, der wertvollste Mensch der Welt
Bildquelle: Getty Images / Kevork Djansezian .

Eines vorweg: Den Rang „wertvollster Mensch der Welt“ gibt es nicht. Es gibt den „reichsten Menschen“ (Bill Gates), die „mächstigste Frau“ (Angela Merkel) oder die „wertvollste Firma“ (Apple). Das Urteil darüber, wie „wertvoll“ ein Mensch ist, kann je nach Perspektive ganz unterschiedlich ausfallen. Das reicht vom wichtigen Grundsatz „alle sind gleich viel wert“ bis hin zu „wertvoll ist, wer den Kranken und Schwachen hilft“. Für die folgende Betrachtung wähle ich die eiskalte Perspektive der Wirtschaft, die Menschen nach ihrem ökonomischen Nutzen bewertet. Das ist zwar nicht schön, aber im Fall Musk ein interessantes Gedankenexperiment.

Elon Musk: Das Marketing-Genie, der Visionär, das Vorbild

Obwohl das Jahr 2018 gerade erst begonnen hat, kann man schon jetzt klar sagen, wer die beste Autoreklame des Jahres, ach was, aller Zeiten produziert hat: Tesla. Die Elektroautomarke ist weder auf Sportler-Trikots, noch auf Plakatwänden zu finden. Im Fernsehen werben VW, Toyota und Hyundai für Millionenbeträge, aber nicht der kalifornische Senkrechtstarter. Elon Musk hat trotzdem alle anderen übertroffen, indem er statt langweiliger Werbeclips ein weltweit betrachtetes Livespektakel inszeniert hat. Nun schwebt ein roter Tesla Roadster im All (natürlich mit Live-Webcam und Astronauten-Puppe) und jeder weiß, das diese Firma einfach rockt. Sie schießt Autos in den Weltraum. Der gigantische Marketing-Wert dieser Aktion ist kaum zu bemessen. Man darf davon ausgehen, dass man ganz schön viele Werbebanden im Fußballstadion buchen müsste, um einen vergleichbaren Effekt zu erzielen.

Elon Musk ist „der ultimative Social-Media-CEO“ (vermutet Talkwalker), er hat 19 Millionen Follower auf Twitter, das ist doppelt so viel wie bei Apple-Boss Tim Cook und über siebenmal mehr als die Marke Mercedes-Benz vorzuweisen hat. Im Marketing-Sprech würde man sagen, dieser Mann „findet statt.“ Ein unterhaltsamer und humorvoller Popstar der Tech-Branche, mit einem Flammenwerfer und einem Hut auf einem Hut:

Ob Menschen mit 1000 Stundenkilometern durch Röhren geschossen werden sollen oder ob es darum geht, Energieprobleme in Australien mit dem größten Akku der Welt schneller zu lösen, als andere überhaupt nachdenken können – Elon Musk weiß genau, wie er seine Projekte in Szene setzen muss, damit sie wahrgenommen werden. Seine Automarke Tesla hat zwar Lieferprobleme und ist im Vergleich zu den anderen Herstellern noch immer eine kleine Nummer – aber jeder kennt den jugendlich-sympathischen Visionär an der Spitze des Unternehmens. Das kann man von General Motors oder BMW nicht unbedingt behaupten.

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Flammenwerfer von Elon Musk: Die 9 besten Reaktionen zum Geniestreich des Tesla-Gründers.

Wenn man Elon Musk mieten könnte, dann wäre er unbezahlbar

Es vergeht kein Monat, in dem Musk nicht irgendwie für Aufsehen sorgt oder sogar komplette Branchen durcheinander wirbelt. Sein grenzenloser Optimismus stößt bei skeptischen Beobachtern auf Ablehnung, dabei könnten so viele „Topmanager“ von der Macher-Mentalität des Südafrikaners lernen. „Ich gründe keine Unternehmen, um Firmen zu gründen, sondern um Dinge zu erledigen“, sagt er über sich selbst und seine Firmen. Wo andere in winzigen Schritten uralte Probleme bekämpfen oder sogar totschweigen (Dieselskandal), will Musk stets das Unerreichbare, das Neue: „Ich sage etwas und dann passiert es meistens. Vielleicht nicht pünktlich, aber es passiert.“

Einen wie Elon Musk an Bord zu haben, das würde vielen Unternehmen und vielleicht sogar manchen Regierungen gut tun. Doch Musk macht bekanntermaßen nur sein eigenes Ding: Tesla, SpaceX, Boring Company, Neuralink – seine komplette Leidenschaft gilt den eigenen Projekten, die er niemals im Stich lassen würde.

In 1,9 Sekunden auf 100: Teslas neuer Super-Sportwagen.

Selbst wenn man Elon Musk wochen- oder wenigstens stundenweise mieten könnte – er wäre kaum zu bezahlen. Sein betriebswirtschaftlicher Wert – also die Summe seines Potentials hinsichtlich technischer Forstschritte, kommunikativer Reichweite und Markenimage – ist unermesslich. Er ist längst in der obersten Sphäre angelangt. Eine mystische Welt, in der unfehlbare Halbgötter wie Henry Ford, Steve Jobs oder Warren Buffet thronen. Womöglich wird der erst 46-jährige Musk sie alle noch überholen, die Chancen hierfür stehen nicht allzu schlecht. Schon jetzt ist sicher, dass in der fernen Zukunft niemand auf die (Technik-)Geschichte des 21. Jahrhunderts zurückblicken können wird, ohne dabei den Namen „Elon Musk“ zu nennen.

Was auch immer man von Musk, seinen Erfolgen und seinen Fehlschlägen halten mag – wer die betriebswirtschaftliche Brille aufsetzt, wird zugeben müssen: Das ist die wohl „wertvollste“ Person, die derzeit unter uns ist.

Anmerkung: Die in diesem Artikel ausgedrückten Ansichten und Meinungen sind die des Autors und stellen nicht zwingend den Standpunkt der GIGA-Redaktion dar.

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