Was wurde aus… Joe Pesci?

Jan-Thilo Caesar 2

Im dichten Hollywood-Dschungel können schon mal manche Projekte und Darsteller verloren gehen und von der Bildfläche verschwinden. In unserer Reihe „Was wurde aus…“ machen wir uns auf Spurensuche nach verschollenen Filmen und Schauspielern und finden heraus, was aus ihnen geworden ist.

In den 90er Jahren war Joe Pesci in gefühlt jedem Gangster-Streifen mit dabei und sprang immer dann in die Bresche, wenn Danny DeVito keine Zeit hatte oder zu teuer war. Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends ist der 1,63 Meter kleine Schauspieler aber plötzlich spurlos aus den Kinos verschwunden. „Lethal Weapon 4 – Zwei Profis räumen auf“ von 1998 war erstmal für lange Zeit sein letzter Leinwand-Auftritt, aber was wurde danach aus Joe Pesci?

Vom Schauspieler zum Gangster-Rapper…

Schon am Anfang seiner Karriere ist Joe Pesci auf die schiefe Bahn geraten: Zumindest in der Filmwelt, denn bereits in seiner ersten Rolle in „Blutiger Zahltag“ war der spätere Oscarpreisträger als skrupelloser Mafiosi zu sehen. Später vertrieb er sich dann die Zeit mit Leuten wie Martin Scorsese und Robert De Niro und war damit genau in der richtigen Gesellschaft, um seinen Status als Mafia-Mime weiter zu zementieren. Mit seiner Nebenrolle in der „Lethal Weapon“-Reihe konnte sich Pesci bei einem größeren Publikum einen Namen machen und war endlich in Hollywood angekommen. Nachdem er 1990 für seine Rolle in „Goodfellas“ mit dem Oscar prämiert wurde, bekam er unzählige Angebote für kleine und größere Rollen. Richtige Hauptrollen wie in „Der Reporter“ waren dabei eher die Ausnahme, dafür waren seine Auftritte in „Kevin - Allein zu Haus“ und „JFK – Tatort Dallas“ aber umso markanter.

Nachdem 1995 „Casino“ in die Kinos kam, wurde es langsam ruhig um den Schauspieler und seine Hollywood-Karriere schien mit „Lethal Weapon 4“ ein vorzeitiges Ende gefunden zu haben. Nicht weil es an Angeboten gemangelte, sondern weil Pesci seine Musikkarriere mehr in den Fokus rücken wollte. In den Jahren 1998 und 2000 veröffentlichte er zwei Alben, die neben Big-Band-Jazz- und Rap-Nummern die verschiedensten Genres abgrasten, der große Erfolg blieb aber aus. In dem Video oben könnt ihr euch selbst einen Eindruck verschaffen.

…und wieder zurück?

Für Robert De Niro kehrte Pesci im Jahr 2006 schließlich doch zurück vor die Kamera, um in dessen zweiter Regiearbeit „Der gute Hirte“ für eine Szene den Mafiaboss zu mimen. Obwohl sich der 72-jährige Schauspieler mittlerweile zur Ruhe gesetzt hat, war er 2010 überraschenderweise in Taylor Hackfords „Love Ranch“ zu sehen, wo er neben Helen Mirren in der Hauptrolle zu sehen war und wieder einmal einen Gangster verkörperte. Danach gab es noch Pläne für eine Gotti-Verfilmung, deren Zukunft aber momentan ungewiss ist. Dafür gibt es dieses Jahr eine kleine Synchronrolle im russischen Animationsfilm „Savva. Heart of the Warrior“.

Der endgültige Abschied aus dem Filmgeschäft steht also noch bevor, wahrscheinlich dürfen wir Joe Pesci noch ein- oder zweimal Mal auf der Leinwand sehen, ehe sich der Schauspieler wirklich ganz aus Hollywood zurückzieht. Mit „The Irishman“ ist ein besonders vielversprechendes Projekt in der Entwicklung, bei dem das Dreamteam hinter „Goodfellas“ und „Casino“, Scorsese-Pesci-De-Niro, wieder zusammen kommt und auf Al Pacino treffen wird, um das Leben des berüchtigten Mafiakillers Frank Sheeran in die Kinos zu bringen. Bis zum Drehstart, der vermutlich nicht vor 2016 zu erwartet ist, kann Joe Pesci aber erstmal weiterhin seinen Ruhestand genießen.

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