Steht der storygetriebene Singleplayer vor dem Aus? Laut Ken Levine schon!

Marco Schabel 10

Viele Spiele setzen vermehrt auf Online-Gameplay und Multiplayer-Erfahrungen. Laut BioShock-Erfinder Ken Levine ist das der Anfang vom Ende für storygetriebene Einzelspieler-Spiele. Sterben sie etwa aus?

BioShock Infinite - Premiere Trailer.

Insbesondere das bald hinter uns liegende vergangene Jahr stand wie kaum eines zuvor im Zeichen von Online-Spielen. Immer mehr Titel setzen entweder komplett oder zumindest verstärkt darauf, ihre Spieler mit Multiplayern und Online-Features zu binden. Die besten Beispiele dafür sind Star Wars Battlefront, Rainbow Six Siege, Evolve, Call of Duty Black Ops 3 auf den alten Konsolen oder Titanfall, die sogar ganz ohne Einzelspieler-Kampagne daherkommen. Auch GTA 5 wurde jüngst zum Opfer dieses Wahns, als der Story-DLC ersatzlos gestrichen wurde, um GTA Online weiter auszubauen. Selbst Metal Gear Solid 5 Phantom Pain bietet einen für sich stehenden Multiplayer, der wohl zukünftig die alleinige Aufmerksamkeit Konamis einnehmen wird. Da stellt sich die Frage, ob reine storygetriebene Multiplayer-Games langsam aussterben. Eine Frage, die BioShock-Schöpfer Ken Levine jüngst mit ja beantwortete.

GTA 5 Online ist scheiße!

Im Falle von Star Wars Battlefront nannte EA als Begründung für die fehlende Kampagne, dass diese ohnehin niemand, oder kaum jemand bestreiten würde. Wie nah er damit bei der Wahrheit ist, hat Ken Levine jetzt in einem Podcast aus seiner Sicht geschildert. Laut dem BioShock-Entwickler, der aktuell an einem neuen Projekt arbeitet, liegt sein Genre bereits im Sterben. Er schilderte zudem die Gründe, warum die Entwickler einfach keinen Wert mehr darauf legen, uns eine spannende, toll erzählte und packende Einzelspieler-Kampagne zu präsentieren.

Darum glaubt Ken Levine an den Untergang der storygetriebenen Singleplayer-Spiele

„AAA-Titel mit einem storygetriebenen Singleplayer, so wie BioShock, verschwinden langsam“, so der Entwickler. „Es werden immer weniger davon gemacht. Der wahre Grund dafür ist, dass sie wirklich teuer zu entwickeln sind.“ Levine weiß auch, wer an diesem Umstand eine Mitschuld trägt: „Die Gamer sagen ziemlich laut und deutlich, dass sie, wenn sie für ein Spiel 40, 50 oder 60 Dollar ausgeben, auch eine Erfahrung haben wollen, die sie mehr als nur 12 bis 15 Stunden beschäftigt. Und das ist wirklich viel verlangt.“ Den Aussagen lässt sich entnehmen, das selbst Ken Levine wohl nicht mehr daran glaubt, dass AAA-Titel in Zukunft wieder eine andere Richtung einschlagen werden.

Ist denn ein Multiplayer-Spiel das Geld wert?

Ken Levine sprach zudem kurz darüber, was wir von seinem neuen Projekt erwarten können. Demnach handelt es sich um ein noch nicht benanntes, aber relativ kleines Open World-Spiel. Der Grund für den Gang in eine offene Spielwelt ist dabei neben dem Anspruch, dem Spieler mehr Zeit abzuverlangen, vor allem eine weniger lineare Erfahrung zu bieten, als es noch für BioShock oder BioShock Infinite der Fall war. Die Qualität soll aber durchaus an Ken Levines bekannteste Projekte heranreichen und dabei einen hohen Wiederspielwert besitzen. Näher ins Detail ging der kreative Kopf allerdings nicht.

Auch im kommenden Jahr dürfen wir uns auf einige Titel mit Online-Fokus freuen, die uns zwar keine Geschichte erzählen, aber dennoch viel Zeit rauben werden. Einen Gegenpol stellen jetzt und in Zukunft allerdings Spiele wie Horizon Zero Dawn, Just Cause 3 oder The Witcher 3 Wild Hunt dar, die komplett ohne Online-Gedöns auskommen.

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