Quentin Tarantinos Filmuniversum: 4 erstaunliche Fakten und Theorien

Timo Löhndorf 4

inglourious_basterds

1. Der Geniestreich

Im Jahr 2009 hat Quentin Tarantino mit „Inglourious Basterds“ den Höhepunkt seines wiederkehrenden Rachemotivs erreicht. Eine Handvoll stinkwütender amerikanischer Juden reist nach Europa und metzelt sich durch die nationalsozialistischen Reihen, bis sie am Ende das Kunststück vollbringt, einen erfolgreichen Anschlag auf Adolf Hitler zu organisieren. Kurz nach Release des Films begann im Internet eine Diskussion über die Platzierung des Films im Tarantino-Universum. Die familiäre Verbindung wurde schnell gefunden. Donny Donowitz, der im Film besser als Bärenjude bekannt ist und den Anschlag auf Hitler ausführt, ist der Vater von Lee Donowitz, einem sehr erfolgreichen und sehr verkoksten Filmproduzenten aus „True Romance“. Viel interessanter sind allerdings die Theorien, die sich daraus ergeben.

Einen Film über den zweiten Weltkrieg zu drehen und ihn dann mit einem so obszönen und „falschen“ Ende zu krönen ist seltsam, sogar für Quentin Tarantino. Die Idee ist, dass wir hier das einschneidende Erlebnis gezeigt bekommen, das Quentins realer than real-Universum von Unserem unterscheidet. Nach dem blutrünstigen Attentat und dem alternativen Ende zum zweiten Weltkrieg gewinnt das Kino an Popularität, was dazu führt dass Tarantinos Charaktere ein stärkeres Bewusstsein für Popkultur entwickeln und in Gesprächen mit Referenzen um sich werfen. Die Filme in diesem alternativen Universum sind insgesamt gewalttätiger, wie vor allem durch „Kill Bill Vol. 1“ deutlich wird. Als Sohn des Bärenjuden genießt Donowitz Junior seinen Ruhm und produziert die Filme, die seinem Vater ein blutiges Denkmal setzen. All das hat zur Folge, dass die meisten Charaktere dieses fiktiven Universums eine eher entspannte Haltung gegenüber Gewalt, Mord, und Verbrechen haben. Gemäß dieser Theorie erklärt Tarantino und in 2009 durch „Inglourious Basterds“ den Ursprung einer alternativen Realität, aus der er uns seit den frühen 90ern Geschichten erzählt. Auch wenn die Idee etwas tollkühn scheint, so klingt sie doch plausibel genug um sich darüber Gedanken zu machen. Und wahnsinnig genug, um zu einem Exzentriker wie Quentin Tarantino zu passen.

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