Ärzte gaben Forstall auf – dann kam Jobs mit Akupunktur-Expertin

Florian Matthey 1

Die Intervalle des Übergebens wurden immer kürzer, und Forstall verlor immer mehr Gewicht, so dass er letztendlich sogar ins Krankenhaus musste. Dort stellte sich heraus, dass der Krankheitsverlauf bei ihm besonders ungünstig sei; dies komme in einem Jahrzehnt nur in einer Hand voll Fällen vor. Viele dieser wenigen Betroffenen würden an der Krankheit sterben. Die Ärzte konnten für ihn nicht viel machen, außer zu versuchen, ihn intravenös zu ernähren. Letztendlich habe er 50 bis 60 Pfund abgenommen; er erbrach sich alle fünf Minuten und wollte ab einem gewissen Zeitpunkt selbst nicht mehr leben.

Jobs habe ihn in dieser Zeit jeden Tag angerufen. Wenn Forstall nicht sprechen konnte, habe er mit seiner Frau gesprochen. Eines Tages habe er dann erklärt, dass er „die beste Akupunktur-Therapeutin der Welt“ kenne und diese Forstall heilen würde. Forstall hatte zuvor Akupunktur nie verwendet und hatte nicht eine wirkliche Meinung zu dieser alternativen Heilmethode. Zu diesem Zeitpunkt war er aber bereit, alles zu versuchen.

Und so kam Jobs eines Abends mit der Akupunkturexpertin an Forstalls Krankenbett, nahm Forstalls Hand und erklärte, dass sie ihn gesund machen würde. Forstall fragte die Heilpraktikerin, was denn passieren würde, wenn er nicht an die Methode glaube; er sei sich nämlich nicht sicher, ob er das tue. Sie erklärte ihm nur, dass sie seinen Stoffwechsel so beeinflussen würde, dass es darauf nicht ankäme.

Sie habe dann Akupunkturnadeln in seine Hand und seinen Rücken gesteckt. Und urplötzlich sei die Übelkeit weg gewesen. Die ganze Nacht blieben Jobs und die Heilpraktikerin bei ihm, und zum ersten Mal in einem Zeitraum von zwei Monaten musste sich Forstall über Stunden nicht mehr übergeben. In den Morgenstunden gingen seine Besucher und kamen für eine weitere Behandlung einige Stunden später noch einmal wieder. Forstall musste sich danach nicht mehr übergeben. So habe Jobs ihm wahrhaftig das Leben gerettet.

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Store-Modell für New Yorker Apple Store: Hinfort mit den Altlasten von Steve Jobs.

Jobs‘ Glauben an Alternativmedizin war legendär

Jobs selbst war bekannt für seinen Glauben an alternative Heilmethoden und einen gewissen Hang zur Esoterik. Man denke nur an Jobs‘ Jugendreisen nach Indien, die beispielsweise im Film „jOBS“ dargestellt werden, wie in einem der Trailer zu sehen ist:

Trailer: Ashton Kutcher in „jOBS“.

Bei seiner eigenen, letztendlich tödlichen Krebserkrankung – die seinen eigenen Angaben zufolge prinzipiell heilbar war – setzte Jobs jedoch nach einiger Zeit dann doch auf die „Schulmedizin“ und ließ sich operieren.

Forstalls Zeitangaben zufolge müsste sich die Geschichte seiner Erkrankung aber nach Jobs‘ erster Operation ereignet haben, so dass klar wird, dass der Apple-CEO seinen Glauben an Alternativmedizin trotz des Fehlschlagens bei seiner eigenen Krebserkrankung nicht verlor.

Forstall selbst berichtet, dass jüngere Ärzte in Stanford eher skeptisch gewesen seien: Er sei eben zufällig an diesem Tag gesund geworden. Ältere Ärzte hätten wiederum betont, dass es vieles gebe, was man noch nicht verstehe. Er selbst wisse nicht, warum Akupunktur bei ihm gewirkt habe; er könne nur sagen, dass er massiv Gewicht verloren hatte, sich alle fünf Minuten erbrechen musste und sterben wollte. Dann sei diese Person zu ihm gekommen und er habe sich wieder ans Leben klammern können.

Quelle: Computer History Museum

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