Ex-Apple-Mitarbeiter: „Apple hat seit Jobs' Tod ein Problem mit UI-Design“

Florian Matthey

Hat Apple ein Design-Problem? Ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter, der sich auf Benutzungsfreundlichkeit spezialisiert hat, glaubt, dass Apples Hardware zwar hübscher geworden ist. Die Bedienbarkeit habe aber seit dem Tod von Steve Jobs gelitten.

Bruce Tognazzini war einst als Apple-Mitarbeiter an der Entwicklung der ersten Benutzeroberflächen beteiligt. Heute ist er Berater bezüglich der Benutzbarkeit von IT-Produkten. Aus diesem Blickwinkel hat er mit den jüngeren Entwicklungen bei Apple ein Problem: Zwar seien die Produkte selbst schöner als zuvor, dafür aber nicht so einfach zu benutzen. Apple vergesse, dass es bei Design nicht nur darum gehe, wie es aussieht und sich anfühlt – sondern auch, wie es funktioniere.

Als Beispiel nennt er die Design-Änderung in der iOS-Benutzeroberfläche seit dem iOS 7. Apple habe das Design „zerstört“, indem man sich für eine dünne, kontrastarme Schrift entschieden habe. Wäre Steve Jobs noch am Leben, wäre das nicht passiert: Zwar sieht das Ganze hübsch aus. Der frühere CEO hätte bei Apple aber eine „Usability-Testfunktion“ bekleidet. Man brauchte damals einfach eine Testperson Mitte 50, die sich hingesetzt hätte, um zu sagen, dass ihr das Aussehen zwar gefalle – „aber auf dem Bildschirm ist nichts anderes zu sehen als Bilder“. An solchen Punkten sei den Apple-Mitarbeitern früher klar geworden, dass es ein Problem gibt.

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Wenn Jobs etwas mochte, dann wurde es auch ausgeliefert. Apple habe durch Jobs‘ Tod jedoch die wichtigste Usability-Person verloren und seitdem nicht ersetzen können. Zwar räumt Tognazzini ein, dass es bei Apple ja in erster Linie darum gehe, Produkte zu verkaufen, und insoweit halte der Erfolg an. Aber als Zweites wäre es schön, wenn diese Produkte auch gut zu benutzen sind. „Und da kommen die Probleme auf.“

Pikant sind die Kommentare vor allem angesichts deshalb, dass Apples Design-Chef Jonathan Ive erst seit wenigen Jahren für das Design der Benutzeroberflächen zuständig ist – das iOS 7 war sein erstes großes „Werk“. Zuvor fiel das iOS in den Verantwortungsbereich des ehemaligen Jobs-Protegés Scott Forstall, der das Unternehmen jedoch vor drei Jahren verlassen musste.

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