Ex-Apple-, -NeXT- und -Pixar-Mitarbeiterinnen sprechen über Steve Jobs

Florian Matthey

Während Tim Cook sich aktiv für die Förderung von Frauen einsetzt, trat sein Vorgänger Steve Jobs diesbezüglich nicht oft in Erscheinung. Frühere Kolleginnen erinnern sich jetzt jedoch daran, dass Jobs Frauen im Berufsleben sehr geschätzt habe.

Ex-Apple-, -NeXT- und -Pixar-Mitarbeiterinnen sprechen über Steve Jobs

Steve Jobs‘ frühere Pressesprecherin Andrea „Andy“ Cunninghams „Cunningham Collective“ hat ein Event mit dem Namen „Lessons Learned from the Powerful Women Who Worked with Steve Jobs“ veranstaltet, zu dem die Gruppe frühere weibliche Manager von Apple, NeXT und Pixar eingeladen hat. Zu den teilnehmenden Frauen gehörte auch Joanna Hoffman – das bekannte Mitglied des ersten Macintosh-Teams wird im neuen Film „Steve Jobs“, der am 12. November in deutschen Kinos startet, von Kate Winslet dargestellt.

STEVE JOBS Trailer 2 German Deutsch (2015).

Silicon Beat (via AppleInsider) berichtet mit den Worten von dem Event, dass Jobs das Geschlecht seiner Kollegen egal gewesen sei, solange sie einfach ihre Arbeit erledigt hätten. Wichtig sei für den Apple-Mitgründer immer gewesen, dass seine Kollegen ebenso stark an dem Erfolg eines Produkts interessiert gewesen seien wie er.

Susan Barnes, die als Controllerin der Mac-Abteilung arbeitete und an der Gründung von NeXT mit beteiligt war, erinnerte sich an einen Vorfall, der sich bei Verhandlungen mit einem Apple-Partner ereignete. Der Chef des anderen Unternehmens soll ihr damals gesagt haben, dass sie doch einkaufen gehen könne, während die Männer sich um den Deal kümmerten. Jobs habe daraufhin an das andere Unternehmen ein Fax mit der Erklärung gesendet, dass Barnes für die Entscheidung über die Verhandlung verantwortlich sei. Auch soll Jobs bereits in den 1980ern gesagt haben, dass Japans wirtschaftlicher Wachstum dadurch geschmälert würde, dass die Kultur des Landes Frauen eine so eingeschränkte Rolle zukommen lasse.

Konflikte mit Jobs scheinen die Frauen mit Jobs jedoch alle erlebt zu haben – was aber weniger an ihrem Geschlecht als an Jobs‘ Arbeitsweise liegt. Laut Hoffman sei es sehr wichtig gewesen, in einer Kultur zu arbeiten, in der Personen sich „gegen die Orthodoxie“ wehren können. „Sonst erschafft man nie etwas Neues.“ Die frühere Mac-Produkt-Marketing-Managerin Barbara Kaolkin Barza glaubt, dass Jobs aktiv nach Konflikten gesucht habe – obwohl er gerne alles kontrollierte, habe er keine Personen um sich gewollt, die immer nur „Ja“ sagen.

Cunningham scheint sich besonders oft mit der „Orthodoxie“ angelegt zu haben: Jobs habe sie ungefähr vier Mal gefeuert – dies aber auch immer wieder zurückgenommen.

Foto: via Folklore.org

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