US-Politikerin: „Nicht Steve Jobs, sondern Regierung hat Smartphone erfunden“

Florian Matthey 6

Hat nicht Apple, sondern die US-Regierung das moderne Smartphone erfunden? Nancy Pelosi, einst demokratische Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, betont, dass durch die Regierung finanzierte Erfindungen entscheidend gewesen seien.

US-Politikerin: „Nicht Steve Jobs, sondern Regierung hat Smartphone erfunden“

Pelosi, die früher Sprecherin des Repräsentantenhauses war und heutige Führerin der demokratischen Minderheit ist, betont in einer Aussprache über öffentliche Mittel zur Forschung, dass das wohl wichtigste IT-Produkt der letzten Jahre – das moderne Touchscreen-Smartphone – nicht ohne solche Mittel möglich gewesen wäre. „Fast alles in diesem Smartphone stammt aus Investitionen des Bundes und öffentlicher Forschung.“

GPS sei eine Erfindung des Militärs, und auch andere Komponenten wie LC-Displays, Digitalkameras, Datenkompression für Drahtlos-Verbindungen, besonders stabile und leichte Metalllegierungen und selbst Spracherkennung – all dies seien Produkte öffentlicher Ausgaben. „Man sagt, dass Steve Jobs eine gute Idee gehabt und alles zusammengesetzt habe.“ Die eigentliche Erfindung sei aber auf öffentliche Forschung zurückzuführen.

Forbes greift diese Aussage der Politikerin auf, um auf die durch den Ökonomen William Baumol geprägte Unterscheidung zwischen Innovation und Erfindung zu verweisen: Erfindungen brächten neue Technologien wie GPS hervor. Die Innovation liege dann aber dadrin, diese Erfindung mit anderen Erfindungen zusammen zu setzen und dadurch ein Produkt zu erschaffen, an das die einzelnen Erfinder gar nicht gedacht haben.

Innovationen seien dann das, was Unternehmen – und eben nicht Regierungen – tun: Sie schauen sich an, welche Erfindungen und Technologien es gibt und was für ein dadurch erschaffenes Produkt den Leuten gefallen könnte. Das sei es gewesen, was Apple und Jobs getan hätten.

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