Steve Wozniak: Apple-Gründer lobt Android-Sprachsuche, wirbt für Zusammenarbeit mit Google

Frank Ritter 9

Apple-Mitbegründer Steve „Woz“ Wozniak ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn es um seine Sicht auf die Technologiebranche geht – selbst, wenn es der offiziellen „Parteilinie“ Apples widerspricht. So plädiert Woz in einem aktuellen Interview dafür, dass Apple und Google bei der Lizenzierung von Technologien enger zusammenarbeiten sollten und stellt der Android-Spracherkennung erneut ein besseres Zeugnis aus als der von Apple.

Steve Wozniak hat etwas fertiggebracht, was nur wenige schaffen: Gleichzeitig als Enfant terrible und als gute Seele einer Branche zu gelten. Woz arbeitet selbst nicht mehr für Apple und hat, wenn überhaupt, nur noch wenig Einsicht in die inneren Angelegenheiten des Konzerns, ist aber immer noch einer der größten Apple-Fans und bekannt dafür, sich häufig in die Schlange am Apple Store bei Erscheinungstag eines neuen iDevices zu mischen. Andererseits macht Woz auch keinen Hehl daraus, die Innovationen von Google im Bereich von Android gut zu finden und öffentlich zu bekunden, wo er Google im Vergleich zu Apple voraus sieht – etwa bei der Spracherkennung. Auch Lob für Samsung und Kritik an der fehlenden Kooperationsbereitschaft von Apple in Sachen Lizenzierungen und Apples juristischen Gefechten gegen Samsung, Google und andere Android-Gerätehersteller konnte man von ihm hören.

In diese Richtungen zielen auch einige von Woz‘ jüngsten Äußerungen aus einem Interview mit der BBC. So stelle er häufig fest, dass Googles Spracherkennung ausgereifter sei als Apples Siri (Übersetzung von uns):

Manchmal sage ich: „Zu Joe’s Diner gehen“ und Siri weiß nicht, wo Joe’s Diner ist. Und sehr oft, regelmäßig, stelle ich fest, dass Google es weiß.

Als Grund gibt Wozniak an, dass Android im Vorteil ist, weil dessen Such-App Zugriff auf die strukturierte Datenbasis von Google hat. Woz wünscht sich, dass die Firmen zusammenarbeiten würden und auch Apple Zugriff auf diese Daten hätte, gibt aber auch zu, dass ein solches Szenario von einem Business-Standpunkt unwahrscheinlich ist – schließlich müssten die Konzerne Geld verdienen. Hätte er das Sagen, würde die Situation aber wohl anders aussehen als jetzt.

Steve Wozniak befürwortet Offenheit und den Austausch von Informationen, um Technologie insgesamt zu verbessern:

Ich glaube daran, dass wir eine Welt haben sollten, in der man etwas zu einem fairen Preis lizenziert. Es gibt gute Aspekte an meinem Samsung-Smartphone, von denen ich wünschte, dass mein iPhone sie hätte. Ich wünschte, Apple könnte und würde sie nutzen, ich weiß nicht, ob Samsung uns aufhalten würde. Ich wünschte, alle Firmen würden einfach Cross-Licensing durchführen und gute Technologien miteinander teilen. Alle unsere Produkte wären besser, wir kämen weiter. Ich wünschte auch, sie wären kompatibler miteinander.

Wozniak äußerte sich in dem Interview auch zu Smartwatches. Er steht dem Konzept sehr offen gegenüber, aus seiner Sicht sind die meisten Uhren allerdings zu klein. Sein Traum wäre ein Gerät, das sich am Unterarm befindet und beim Drehen des Armes automatisch in die Hand ausfährt.

Ist Wozniaks Vision einer auf Kooperation bedachten und mit- statt gegeneinander arbeitenden Technologiebranche unrealistisch? Oder wäre dies ein Szenario, auf das Google, Apple, Samsung und Co. hinarbeiten könnten? Meinungen in die Kommentare.

Quelle: BBC [via Cnet]
Bildquelle: Nichollas Harrison/Wikimedia Commons

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung