Steve Wozniak: iTunes für Android wäre wünschenswert

Philipp Süßmann 33

The Woz meldet sich mal wieder zu Wort. In einem Fragestunde bei Slashdot äußerte sich Apple-Gründer Steve Wozniak jetzt kritisch zur strikten Politik seines Unternehmens. Würde es nach Wozniaks Wünschen laufen, würde Apple iTunes auch für Android anbieten.

Steve Wozniak: iTunes für Android wäre wünschenswert

Steve Wozniak ist für Apple so ein wenig das, was Helmut Schmidt für Deutschland ist. Aus dem Tagesgeschäft mehr oder weniger zurückgezogen, meldet sich der Apple-Gründer aus dem Quasi-Ruhestand in regelmäßigen Abständen, um mit gut gemeinten Ratschlägen die Unternehmenspolitik seiner Nachfolger zu kommentieren. Dabei hagelt es auch schon einmal Kritik an Apple, sei es was Siri angeht oder die Haltung des Unternehmens gegenüber Samsung.

Dass Woz aber noch lange nicht als müder Pensionär auf der faulen Haut sitzt, beweisen die Umstände des Q&As, das das Urgestein jetzt Slashdot gab. Die Session absolvierte Wozniak in der Mitte von fünf Konferenzschaltungen. In dem Q&A verriet er unter anderem, was er bezüglich iTunes und dessen Anbindung an Apple-Geräte denkt (Übersetzung von uns):

„Wenn man sich erinnert, wir haben iTunes ja auch für Windows portiert. Wir haben jetzt 100 Prozent des Weltmarktes mit diesem integrierten System (iPad/iTunes) angesprochen und es war der Start der Ära von Apple, in der wir heute sind. Also warum portieren wir iTunes nicht auch für Android? Wurde da irgendwas zugeschlossen? Ich liebe Apple-Produkte und iTunes und ich hätte sie auch gerne auf meinen Android-Geräten.“

Wie üblich hehre Worte von der Tech-Legende, allerdings beißt sich Wozniaks Wunsch schlicht und ergreifend mit Apples Geschäftsstrategie. Es ist zwar richtig, dass iTunes und der digitale Vertrieb von Musik & Filmen Apple eine Menge Profit einbringt, insofern läge es eigentlich in ihrem Interesse, diese Plattformen so weit zu verbreiten, wie möglich. Allerdings macht Apple natürlich den Löwenanteil seines Absatzes mit dem Verkauf seiner Geräte und hat dadurch ein noch größeres Interesse, die Kunden auch über die Software an sich zu binden. Wer Apple-Software nutzen möchte, muss Apple-Geräte kaufen (mal abgesehen vom PC, dessen iTunes-Port zur Verbreitung der iDevices unumgänglich war). Wer als iPhone-User seine gewohnten Services auch auf einem Android-Smartphone nutzen könnte, kauft vielleicht beim nächsten Mal eines. Und das wäre natürlich ganz und gar nicht in Apples Interesse.

Googles Geschäft ist nicht primär auf den Verkauf von Hardware ausgerichtet, weswegen man dort auch eine ganz andere Strategie fahren kann und beispielsweise Google-Services wie YouTube oder Google Maps auch für iOS umsetzen kann.

Der Stil von Open-Source-Fan Wozniak ist die strike Apple-Politik des viel zitierten „Walled Garden“ allerdings nicht. Er hätte gerne, dass Apple mit der Lizenzierung seiner Software sehr viel offener umgehen würde und kommentiert auch Apples Gefechte vor Gericht:

„Ich würde mir wünschen, dass sich Apple anstatt dieser ganzen Klagen hinsetzen würde und Lizenzierungen mit anderen Playern umsetzt. […] Ich hätte auf meinem iPhone gerne das Beste, auch wenn manche dieser Dinge von Anderen gemacht wurden. Und Apple könnte vielleicht iTunes lizensieren oder anderen Plattformen dabei helfen, das zu entwickeln. Die Marktanteile würden vermutlich gleich bleiben, aber wir als Konsumenten würden alle gewinnen.“

Das sieht der derzeitige Apple-Boss Tim Cook wohl anders. Das Apple derartige Lizenzierungen vornimmt, dürfte für die nächste Zeit erst einmal ein Wunschtraum bleiben.

Im Zuge des Apple-Maps Desasters hat Apples Ruf, auch in Sachen Software immer die beste und benutzerfreundlichste Alternative zu sein, schweren Schaden genommen. So etwas darf dem Konzern nicht noch einmal passieren, denn sonst könnte manchem Apple-Kunden auffallen, dass mittlerweile auch auf anderen Plattformen adäquate Alternativen zur Apfel-Software existieren. Im Fall von iTunes wäre das naheliegende Beispiel wohl Google Play Music.

Wer wissen möchte, was The Woz sonst noch so zu sagen hatte, kann die komplette Session hier auf Slashdot lesen.

Was denkt ihr zu Wozniaks Äußerungen? Sollte Apple damit beginnen, seine Software und Services auch auf anderen Plattformen zu vertreiben? Oder wäre das für den Apfel der falsche Weg? Schreibt eure Meinungen in die Kommentare!

[via Android Community]

Bildquelle: Wikimedia Commons

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