Steve Wozniak setzt sich mit offenem Brief für Netzneutralität ein

Julien Bremer

In den USA steht derzeit ein Gesetzesvorschlag der FCC zur Debatte, der ein Zwei-Klassen-Internet besiegeln würde (wir berichteten). Apple-Ikone und Mitbegründer des Unternehmens, Steve Wozniak, hat sich in einem offenen Brief klar gegen dieses Vorhaben positioniert.

Laut des Vorschlags der Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) dürfen Konzerne und Unternehmen in den USA ihre Daten schneller über das Internet versenden als Privatnutzer, wenn sie eine zusätzliche Gebühr bezahlen. Dies würde das Ende der Netzneutralität bedeuten.

Dagegen wendet sich nun auch Steve Wozniak. In einem offenen Brief an die FCC fordert er diese auf, den Entwurf zu überarbeiten und nicht in der aktuellen Form zu verabschieden.

Er stellt in seinem Schreiben dar, wie solche Regulierungen in der Vergangenheit die Innovationen und Entwicklungen stark behindert hätten. Hätte Apple damals jedes Bit in ihren Geräten in Rechnung gestellt, hätte sich die Computer-Revolution wohl um Jahrzehnte verzögert. Er selbst wäre außerdem nicht in der Lage gewesen seinen Computer zu bauen, hätte er jedes benutzte Bit auf seinem Mikroprozessor 6502 bezahlen müssen.

Als weiteres Beispiel führt er die Benutzung von Straßen an. „Was wäre, wenn wir jede gefahrene Meile abrechnen und bezahlen müssten?“, fragt sich Wozniak. Für ihn ist es ein Gefühl von Freiheit, sich einfach in sein Auto zu setzen und loszufahren, ohne sich über Kosten Gedanken machen zu müssen. Freiheit, die mit dem drohenden Gesetz im Netz stark eingeschränkt werde.

Das Internet würde durch diese Regelung aus der Hand von Privatperson gerissen und in die der Konzerne gelegt werden. Er appelliert in seinem Schreiben an die FCC, sie solle ihren Gesetzesvorschlag noch einmal überarbeiten. Bislang sei die Behörde eine Einrichtung, der die Menschen vertrauen und die Entscheidung über die Netzneutralität sei eine der wichtigsten überhaupt.

Quelle: theatlantic.com

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