Steve Wozniak spricht auf der CeBIT über Apple, Tim Cook und die NSA (Video)

Julien Bremer 5

Die Center Stage in Halle 8 der diesjährigen CeBIT in Hannover war gestern bis auf den letzten Platz gefüllt. Kein Wunder, stand auch mit Steve Wozniak eines der Highlights auf dem Programm. In einem einstündigen Interview beantwortete er die Fragen von Moderator Brent Goff über Apple, die NSA und seine private Nutzung von technischen Geräten.

CeBIT Global Conferences - Keynote Steve Wozniak.
Wozniak gab sich während des Gesprächs bescheiden, wie man ihn kennt. Zunächst gestand er, dass er, der Erfinder des Apple I und Apple II, derzeit ohne breitbandiges Internet auskommt. Zum Laden eines Films via iTunes brauche er schon mal 13 Stunden, sagte er schmunzelnd.

Privat und beruflich setzt Wozniak auf das iPhone und das MacBook Pro. „Computer sind für mich immer noch unglaublich wichtig.“, so Wozniak. Aber ins operative Geschäft von Apple mischt er sich nicht ein. „Heute gehöre ich zu den Anderen.“, teilt er lachend mit. Er stehe genauso in der Schlange für neue Produkte, wie andere Kunden auch – Applaus im Saal.

Für die Kritik der Analysten an Apple, die neue Innovationen und schnellere Produktzyklen fordern, hat „Woz“ wenig übrig. „Die Hardware ist im Moment so gut, dass nicht zwingend etwas neues erfunden werden muss.“ Die Erwartungen, am besten zwei Mal im Jahr ein total innovatives Produkt vorzustellen, hält er für total überzogen, da die Entwicklung dieser Geräte bis zu einem Jahrzehnt dauert.

Außerdem bricht Wozniak eine Lanze für Konzern-Chef Tim Cook: „Ich kenne niemanden der so hart arbeitet wie Tim. Er ist ein exzellenter Chef“. Ob Apple mit Steve Jobs bedeutend besser dastehen würde, kann niemand einschätzen, merkte Woz an. Er versteht die ganze Kritik um Apple nicht, da das Unternehmen das mit Abstand profitabelste Unternehmen in der Technologie-Welt ist. Einen Ratschlag hat er dann aber doch parat: Er findet, dass Apple iTunes auch für Android öffnen sollte. Er hält nicht besonders viel davon, die Konsumenten zu einer Plattform oder einer Marke zu zwingen.

Auf die NSA-Affäre angesprochen erklärt Wozniak den Whistleblower Edward Snowden zum Helden und lobte seinen Mut. Weiterhin erklärte er, es wäre naiv, zu behaupten, dass sich auf keinen Fall eine Backdoor für Geheimdienste in Apples Produkten befinden könnte. Er ist allerdings fest davon überzeugt, dass diese nicht bewusst dort eingebaut wurde, wenn sie den existiert.

Als Steve Wozniak gefragt wurde, wann er denn seine Memoiren veröffentlichen wird, musste er nur schmunzeln. Dafür müssten sich die Leute noch etwas gedulden. Im Moment verreise er einfach zu viel.

Bild: Deutsche Messe

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