Apple: iCloud-Passwort des San-Bernardino-iPhones nach Sicherstellung geändert

Thomas Konrad 9

Bei den Ermittlungen im San-Bernardino-Fall könnte den Ermittlern ein Fehler unterlaufen sein: Das iCloud-Passwort des Attentäters wurde offenbar nach der Sicherstellung geändert.

Apple: iCloud-Passwort des San-Bernardino-iPhones nach Sicherstellung geändert
Bildquelle: GIGA APPLE.

Innerhalb der ersten 24 Stunden nach Sicherstellung des Smartphones, Modell iPhone 5c, sei laut Apple das Passwort für den iCloud-Account des Attentäters von den Behörden in San Bernardino zurückgesetzt worden. Die Angestellten des Landkreises glaubten, so an die Daten zu gelangen, heißt es.

„Wenn das nicht passiert wäre, wäre ein Backup mit den nötigen Informationen vielleicht verfügbar gewesen“, wird Apple zitiert.

Seit Anfang Januar stehe der iPhone-Hersteller im Austausch mit den Behörden, erklärte ein leitender Angestellter gegenüber John Paczkowski von BuzzFeed. Apple habe vier Lösungswege vorgeschlagen, um de Informationen für das FBI ohne eine Hintertür in der Software sicherzustellen.

Die Apple-Ingenieure wollten das Telefon unter anderem mit einem bekannten W-LAN-Netzwerk verbinden, um dadurch ein iCloud-Backup auszulösen. Wegen des geänderten Passworts habe das aber nicht funktioniert.

Zuvor hatte sich am Freitag das US-Justizministerium eingeschaltet: Die Behörden verlangen von Apple per Antrag, der Anordnung des Gerichts nachzugehen und das iPhone zu entsperren. Das sei dem Unternehmen nicht einmal in China passiert, zitiert der „Guardian“ einen ranghohen Apple-Mitarbeiter.

Edward Snowden: „Skepsis ist angebracht“

Per Twitter schaltete sich Edward Snowden in die Debatte ein. Die Ermittlungsbehörden lassen entscheidende Details im Fall außen vor, meint er.

Geht es noch um die Daten auf dem Telefon oder will das FBI ein Exempel statuieren, um künftig leichter auf Nutzerdaten auf Smartphones zugreifen zu können? Laut Snowden besitze das FBI bereits alle Verbindungsdaten des Attentäters, weil die beim Mobilfunkanbieter hinterlegt seien. Außerdem würden Backups bis zu einem Zeitpunkt 6 Wochen vor dem Angriff auf die gemeinnützige Einrichtung im Dezember 2015 vorliegen.

Beim besagten iPhone 5c handle es sich dazu um ein überwachtes Arbeitsgerät — ausgegeben von einer US-Behörde. Der Besitzer des iPhones, Attentäter Syed Farook, war städtischer Angestellter. Die Telefone, die zur Vorbereitung der Tat dienten, habe das FBI in kaputtem Zustand vorgefunden.

Skepsis sei angebracht, schreibt Snowden.

Apple vs. FBI — Das Thema bei GIGA APPLE im Überblick:

 

 

 

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