Apple vs. FBI: Obama will keine „Schweizer Bankkonten in der Hosentasche“

Thomas Konrad 8

US-Präsident Barack Obama will die bestmögliche Verschlüsselung für Daten auf Smartphones. Aber: Zugänglich sollen die Geräte trotzdem sein, sonst laufe jeder Nutzer mit einem „Schweizer Bankkonto“ in der Hosentasche herum, erklärt der Präsident in einem aktuellen Interview.

Apple vs. FBI: Obama will keine „Schweizer Bankkonten in der Hosentasche“
Bildquelle: Youtube/The White House.

Obama besuchte gestern das Internet-Festival SXSW und äußerte sich in einem Interview auch zum Fall Apple vs. FBI. Tech-Unternehmen — unter anderem schlugen sich Twitter und Google öffentlich auf Apples seite — rief der Präsident dazu auf, keine „absolutistische Sichtweise“ einzunehmen.

Obama will starke Verschlüsselung, aber nur mit Hintertür: „Ich vermute, dass es am Ende davon abhängt, wie wir ein Betriebssystem gestalten, bei dem die Verschlüsselung so stark wie möglich und der Schlüssel so sicher wie möglich ist und auf das die kleinstmögliche Anzahl von Personen in wichtigen Fällen zugreifen kann“, sagte Obama.

Die Staatsgewalt braucht eine Hintertür, meint Obama. Andernfalls habe jeder Anwender ein „Schweizer Bankkonto“ in seiner Hosentasche. „Wenn es keine Hintertür gibt, wie überführen wir dann den Kriminellen, der sich der Kinderpornographie strafbar macht, wie kommen wir Terroristen auf die Spur?“ Smartphone-Hersteller müssen Zugeständnisse machen, damit die Regierung an diese Informationen kommt, erklärt Obama.

Man müsse entscheiden, wie man die Risiken  — den Missbrauch einer Hintertür auf der einen, den Verlust von Beweismitteln auf der anderen Seite — gegeneinander abwägt. Smartphones dürfen, so Obama, nicht über allen anderen Werten stehen.

John Gruber von Daring Fireball teilt die Ansichten des Präsidenten nicht. Er fasst zusammen: Sichere Telefone erschweren Gesetzeshütern die Arbeit. Unsichere Telefone erleichtern sie. „Wir verbieten keine Streichhölzer, um Kriminelle daran zu hindern, Beweise zu verbrennen“, kommentiert er.

Obamas Interview gibt es hier in voller Länge (Apple vs. FBI ab 1:16:00):

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