Snowden lobt Apple: „Wir sollten Tim Cook unterstützen“

Ansgar Warner 4

Datenschutz statt Data-Mining: Apple positioniert sich in punkto Privacy gegen Google, Facebook & Co. – das gefällt auch dem Daten-Enthüller Edward Snowden.

Snowden lobt Apple: „Wir sollten Tim Cook unterstützen“
Bildquelle: Gage Skidmore [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons.

Die Daten der Nutzer sind eine wichtige Ressource, das Vertrauen der Nutzer aber ebenfalls. Apple-Chef Tim Cook hat das erkannt, und macht die Privatsphäre der Apple-Kundschaft zur Chefsache – nicht nur in Form von öffentlichen Absichtserklärungen, sondern auch ganz konkret etwa bei der Datenverschlüsselung auf iPhone & iPad. Auch mit Kritik an anderen Unternehmen spart Cook nicht: „Sie saugen alles auf, was sie über euch in Erfahrung bringen können, und dann machen sie es zu Geld. Wir denken, das ist falsch“, teilte der Apple-Chef erst kürzlich gegen die Konkurrenz aus Silicon Valley aus.

Doch ist das wirklich ehrlich gemeint, und tatsächlich eine langfristig angelegte Strategie? Das fragte Josh Constine von TechCrunch jetzt auf der Challenge.rs-Konferenz in Barcelona einen, der es wohl sehr gut beurteilen kann: nämlich den prominenten Whistleblower Edward Snowden, zugeschaltet per Video. Der Moskauer Exilant gab eine interessante Antwort: „Es ist gar nicht wichtig, ob Tim Cook es ehrlich meint oder nicht“, schätzt Snowden. „Entscheidend ist, dass Cook offenbar einen Anreiz hat, sich von Wettbewerbern wie Google zu unterscheiden.“

Damit werde nämlich ein Prozess in Gang gesetzt, der mittelfristig das gesamte Geschäftsmodell von Apple verändere, weg vom Verkaufen von Informationen, hin zur Schaffung von vertrauenswürdigen Geräten, die der Konkurrenz überlegen seien. „Anbieter, die solche Innovationen schaffen und eine solche Position beziehen, sollten wir unterstützen“, findet Snowden. Außerdem mache dieser Schritt eine Rückkehr in den Mainstream auf Dauer schwieriger: „Das wäre ein Vertrauensbruch, der wie ein Hammer auf Apple zurückschlagen würde“, so der Whistleblower gegenüber TechCrunch.

Dass vielen Apple-Nutzern ihre Privatsphäre tatsächlich sehr wichtig ist, zeigt etwa die fleißige Nutzung der datensensiblen Suchmaschine Duck-Duck-Go im mobilen Safari-Browser. Seitdem Duck Duck Go auf iPhone & iPad im Rahmen von iOS 8 als alternative Suchmaschine angeboten wird, legte der Traffic des diskreten Search-Tools um mehr als 600 Prozent zu.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung