Tim Cook über „dysfunktionale Regierungen“, Apples Rolle in der Welt und Steve Jobs

Florian Matthey 9

CNBC Mad Money zeigte letzte Nacht einen zweiten Teil des Interviews mit Tim Cook. In diesem wurde es persönlicher: Cook sprach darüber, wofür Apple seiner Auffassung nach steht und stehen soll, welche Werte es vertritt und wer seine Helden sind.

Tim Cook über „dysfunktionale Regierungen“, Apples Rolle in der Welt und Steve Jobs

Im ersten Teil des Interviews sprach Cook mit dem Mad-Money-Moderator Jim Cramer noch über Apples jüngstes Quartalsergebnis und die „Überreaktionen“ darauf sowie zukünftige Wachstumspotentiale für das Unternehmen. Im zweiten Teil ging es letzte Nacht weniger ums harte Business als um Apples Werte und Cooks Business-Philosophie.

Auf die Frage, wofür das „Tim-Cook-Apple“ stehe, antwortete der Apple-CEO damit, wofür das Unternehmen nach seiner Auffassung schon immer gestanden habe: Es gehe Apple darum, die besten Produkte der Welt zu erschaffen und mit diesen Produkten „die Welt zu verändern“: Menschen sollen Dinge tun können, die sie vorher noch nicht tun könnten. Er begreife das heutige Apple auch nicht als „Tim-Cook-Apple“ oder das frühere Apple als „Steves Apple“.

Hinzu komme, dass das Unternehmen Business in einer „richtigen und gerechten Art“ betreiben wolle. Cook verweist auf die Bereiche Umwelt, Menschenrechte und Privatsphäre („was uns diesen jüngsten Konflikt eingebracht hat“) sowie dadrauf, dass Apple für seine Mitarbeiter einstehe und sie beispielsweise zu Anteilseignern mache. „All das lässt uns für etwas stehen.“

Am meisten sei Cook stolz darauf, wenn Produkte Menschen dabei helfen, etwas zu tun, was sie vorher nicht tun konnten. Der Apple-Chef verweist als Beispiel auf den autistischen Jungen, der mit seinem iPad „sprechen“ kann – Apple hatte seine Geschichte kürzlich in zwei Videos erzählt. Andere solche Beispiele seien Kinder, die mit Technologie schneller lernen können oder Großmütter, die mit FaceTime mit ihren Enkeln kommunizieren. Es gehe Apple auch darum, das Beste aus Menschen herauszuholen und sie zu etwas zu befähigen.

Cook attestiert der US- sowie anderen Regierungen eine Phase der „Dysfunktionalität“, was eine höhere Verantwortung für Einzelne und Unternehmen mit sich bringe, daran zu arbeiten, Wandel voran zu bringen. Apple wolle zwar nicht die Rolle von Regierungen einnehmen, allerdings seien es eben nicht nur solche, die Wandel herbeibringen können.

Dabei kam Cook auch auf Apples Rolle bei der Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden zu sprechen: Das Unternehmen kooperiere immer mit diesen und gebe Informationen weiter, die es habe. In dem Streit mit dem FBI sei es aber um etwas anderes gegangen: Das FBI wollte, dass Apple ein „Produkt“ erschafft, das ein Risiko für Millionen Menschen bedeutet hätte. Aufgrund dessen habe Apple entschieden, dies nicht zu tun. Er glaube aber, dass diese Diskussion nicht im Gerichtssaal, sondern zusammen mit allen beteiligten Gruppen geführt werden soll, weil es sich um ein kompliziertes Problem handle. Er hoffe, dass dies noch geschehen wird.

Schließlich fragte Cramer Cook noch, welche Personen er persönlich bewundere. Der Apple-Chef sprach daraufhin von einer „unglaublichen Liebe und Respekt für Steve“ – niemand sei wie sein Vorgänger Steve Jobs gewesen, der der Welt unglaubliche „Geschenke“ gegeben habe.

Außerdem bewundere er Menschen, die für Menschenrechte gekämpft haben. Als Beispiel nennt Cook hier – wie schon mehrmals in der Vergangenheit – Robert Kennedy und Martin Luther King, die beide alles, auch ihr Leben, riskierten, „um Menschen voranzubringen, damit jeder inkludiert sein kann“. Er glaube sehr an die Idee der Inklusion, erklärt Cook abschließend.

iPad Pro 9,7 Zoll im Test.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung