US-Bundesstaat will gegen Smartphone-Verschlüsselung vorgehen – Tim Cook verteidigt Strategie

Florian Matthey 7

Letzten Freitag traf sich Tim Cook mit Vertretern des Weißen Hauses, um erneut zu betonen, dass Apple keinen „Schlüssel“ zur Entschlüsselung von Benutzerdaten bereithalten möchte. Ein Gesetzesvorhaben in New York will Apple und Co. jetzt dazu zwingen.

US-Bundesstaat will gegen Smartphone-Verschlüsselung vorgehen – Tim Cook verteidigt Strategie

Letzten Freitag nahmen mehrere Vertreter von IT-Unternehmen an einem Treffen mit Vertretern des Weißen Hauses in Kalifornien teil. Apple ließ sich dabei von Tim Cook höchstpersönlich vertreten. In dem Treffen ging es darum, was die Unternehmen tun könnten, um den „Islamischen Staat“ davon abzuhalten, junge Menschen im Internet zu rekrutieren.

Cook soll dabei erneut erklärt haben, dass Apple nichts davon hält, einen Schlüssel bereitzuhalten, um verschlüsselte iMessage-Kommunikation von Benutzern entschlüsseln zu können, wenn Behörden dies von dem Unternehmen verlangen. In der Vergangenheit hatte Cook mehrfach betont, dass das Bereithalten eines solchen Schlüssels auch den Missbrauch durch unbefugte Dritte ermögliche: Wenn ein Schlüssel für die Polizei unter der Fußmatte versteckt sei, könnten auch Diebe diesen finden.

Diese Argumentation gilt nicht nur für die Entschlüsselung von iMessages, sondern auch für die Daten, die auf Apple-Geräten selbst verschlüsselt gespeichert sind – auf iPhones und iPads ist dies sogar standardmäßig der Fall, sobald der Benutzer die Geräte mit einem Passcode oder über Touch ID mit seinem Fingerabdruck versieht.

Auch das ist Ermittlungsbehörden ein Dorn im Auge. Im US-Bundesstaat New York ist deshalb ein Gesetzesentwurf anhängig, der Hersteller von Smartphones dazu zwingen soll, die Option bereitzustellen, selbst die Verschlüsselung dieser Geräte aufzuheben. Dies soll alle Smartphones betreffen, die ab dem 1. Januar 2016 in New York verkauft werden. Sollten Unternehmen dies nicht tun, müssen sie pro Gerät 2.500 Dollar Strafe bezahlen.

Wenn Unternehmen dem Gesetz nachkommen, hätte dies natürlich auch Auswirkungen außerhalb New Yorks – zwar könnten sie an anderen Orten noch Smartphones ohne solche Beschränkungen verkaufen. Allerdings müssten sie trotzdem allgemein entsprechende technischen Vorkehrungen treffen.

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