Vergleich mit Steve Jobs: Tim Cook ist Apples König der Verspätungen

Holger Eilhard

Unter Jobs war Tim Cook als COO (Chief Operating Officer) verantwortlich für die pünktliche Verfügbarkeit neuer Geräte. Mit Cook als CEO ist der HomePod das jüngste Beispiel dafür, dass der iPhone-Hersteller häufiger mit Verspätungen kämpfen muss.

Vergleich mit Steve Jobs: Tim Cook ist Apples König der Verspätungen
Bildquelle: Apple.

Verspätungen und Lieferengpässe unter Tim Cook

Das Wall Street Journal hat sich in einem aktuellen Report die Vorstellungen neuer Apple-Produkte unter der Herrschaft von Tim Cook näher angesehen.

So musste das Unternehmen seit 2011 bei allen drei großen Neuerungen – den AirPods, der Apple Watch und nun auch beim HomePod – Verspätungen und Lieferengpässe mit ansehen. Die Apple Watch hatte das Unternehmen etwa für Anfang 2015 versprochen und erschien Ende April 2015. Wer nicht direkt bestellt hatte, musste mitunter wochenlang auf sein Modell warten. Ähnliche Verfügbarkeitsprobleme waren auch beim ersten Apple Pencil und Smart Keyboard fürs iPad Pro zu beobachten.

Immer komplexere Produkte – wie das iPhone X – sorgen für Verspätungen bei Apple:

iPhone X im Test.

Durchschnittlich, so das Wall Street Journal, dauerte es in den vergangenen sechs Jahren 23 Tage zwischen der Vorstellung und der Auslieferung eines neuen oder aktualisierten Geräts. In den sechs Jahren davor lag diese Zahl bei nur 11 Tagen.

Wiederholte Produktionsschwierigkeiten in der Weihnachtszeit

Diese Verzögerungen sorgten wiederholt dazu, dass Apple das wichtige Weihnachtsgeschäft verpasst hat. Als Beispiel werden AirPods und HomePod genannt. Letzterer wurde bereits im Juni 2017 vorgestellt und sollte ursprünglich im Dezember in den Handel kommen. Mitte November musste Apple dann eingestehen, dass das Gerät nicht pünktlich zum Weihnachtsshopping verfügbar sein werde. Einen neuen Termin, wann der smarte Lautsprecher verfügbar sein werde, nannte Apple bislang nicht.

Apples AirPods wurden im September 2016 angekündigt und sollten ursprünglich ab Oktober verkauft werden. Die Auslieferung begann jedoch erst am 21. Dezember, zu spät für viele Weihnachtseinkäufer.

Großes Wachstum trotz komplexerer Produkte und Lieferkette

Grund für die steigenden Verspätungen ist die schiere Anzahl der Geräte und Modelle, die Apple mittlerweile anbietet. Während Apple unter Steve Jobs mit wenigen Geräten punkten konnte, hat sich die Zahl der aktuellen Produkte seit 2007 mehr als verdoppelt.

Während man auf Apples HomePod weiterhin warten muss, verkauft Amazon mit dem Echo eine ganze Reihe verschiedener Assistenten:

Bilderstrecke starten
10 Bilder
Amazon Echo, Plus, Dot oder Show? Dieser smarte Lautsprecher passt zu dir (Kaufberatung).

Gleichzeitig ist Apple seit einiger Zeit das wertvollste Unternehmen der Welt und konnte in den vergangenen Jahren unter Tim Cook immer wieder neue Verkaufsrekorde vermelden.

Auch die Komplexität der Geräte und damit die Anforderungen an die Lieferkette sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Hinzu kommen neue Länder, in denen Apples Geräte nun verfügbar sind, was einen Vergleich mit der Zeit unter Steve Jobs schwierig macht.

Quelle: Wall Street Journal via 9to5Mac

Weitere Themen

* gesponsorter Link