Apple Watch, Apple Pay und iPhone: Tim Cook im Interview - Video

Ben Miller 1

Tim Cook hat dem Wall Street Journal vor zwei Wochen im Rahmen der WSJD Live Conference ein Interview gegeben. Jetzt wurde es in voller Länge veröffentlicht. Wir zeigen das Video, inklusive Notizen zum Nachlesen:

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Die wichtigsten Aussagen von Tim Cook in dem Interview:

  • Apples Software- und Dienste-Sparte (OS X, iOS, hauseigene Apps, iCloud, iTunes, App Store etc.) ist 18 Milliarden US-Dollar schwer.
  • iPhone vs Mac: Apple steht auf vielen Säulen, die größte ist aber zweifelsohne das iPhone. Aber der Mac-Absatz wächst stetig, entgegengesetzt zum schrumpfenden PC-Markt.
  • iPad: Die iPad-Absätze schwächeln, jedoch nur nach Apples Maßstäbe. Das iPad war und ist beispiellos erfolgreich im Consumer-, Bildungs- und Business-Bereich.
  • Apple Pay: Bereits nach einer Woche auf dem Markt ist Apple Pay bereits die unangefochtene Nummer 1 unter den kontaktlosen Bezahldiensten, laut Kreditkartenunternehmen.
    • Apple Pay ist populärer als alle anderen Angebote für kontaktloses Bezahlen zusammengenommen, inklusive Google Wallet.
    • Apple interessiert es nicht, was der Kunde wie mit Apple Pay bezahlt. Das einzige, was für Apple zählt, ist, dass Apple Pay sicher ist, einfach und verlässlich funktioniert. „Wir sammeln keine Daten (…). Apple ist nicht Big Brother. Das überlassen wir anderen.“
  • Apple Watch: Viele Nutzer werden sie täglich laden müssen, weil sie sie auch intensiv verwenden werden. Eine allgemeingültige Angabe der Akkulaufzeit lässt sich nur schwer machen, da es noch keine Vergleichs- und Erfahrungswerte gibt, was die Nutzung betrifft. Laut Cook wird man die Apple Watch bei intensiver Nutzung über Nacht laden müssen, was bedeuten würde, dass sie bei „normaler“ Nutzung länger als einen Tag durchhält.
    • Cook sieht im Gesundheitsbereich (betreffend Apple Watch und Health-App) großes Potenzial, nicht unbedingt aus der Unternehmensperspektive, sondern vom sozialen Standpunkt aus gesehen. Je mehr man über den eigenen Körper weiß, desto besser und zeitiger kann man auf (negative) Veränderungen reagieren.
    • Die Apple Watch kann dem Nutzer wissenswerte Informationen über seine Fitness und seinen Gesundheitszustand bereitstellen, damit der Nutzer frühzeitig merkt, wenn irgendetwas nicht in Ordnung sein sollte. So kann er vorsorglich einen Arzt aufsuchen.
  • Android: Der wachsende Marktanteil von Android beunruhigt Cook nicht. Die aktuelle Lage ist nicht vergleichbar mit dem damaligen Kampf zwischen Apple und Microsoft. Apple ging es nie darum, von etwas das Meiste, sondern immer nur das Beste zu machen.
  • Apple TV: Im aktuellen TV-Markt sieht Cook viel Verbesserungspotenzial und interessante Möglichkeiten für Apple.
  • App Store: Derzeit finden sich im App Store über 1,3 Millionen unterschiedliche Applikationen.
  • Geld: Apple geht es wirtschaftlich sehr gut. Deshalb gibt Apple seinen Investoren auch etwas zurück. Im letzten Quartal wurden eigene Aktien im Wert von 17 Milliarden US-Dollar zurückgekauft. Ein weiteres Programm im Umfang von 180 Milliarden US-Dollar läuft an und umfasst Dividendenausschüttungen und weitere Aktienrückkäufe.
    • Das Erste, was Apple mit seinem verdienten Geld macht, ist es zu reinvestieren, beispielsweise in Forschung und Entwicklung. Des Weiteren werden damit Unternehmen übernommen, Maschinen, Werkzeuge und Fertigungsanlagen gekauft.
  • Datenschutz: Cook stellt nochmals klar, dass Apple keine Interesse am Sammeln von Kundendaten hat, im Gegensatz zu so manchem Konkurrenten. Apple interessiert nicht, wer wann wo war, was wer wann wo gekauft hat, auf welche Temperatur der Nutzer sein Thermostat eingestellt hat (Seitenhieb auf Googles Nest, Anm.) oder nach was der Nutzer online sucht.
    • Apple liest und speichert keine E-Mails, keine iMessages, keine Facetime- und andere Verbindungsdaten. Diese Dienste wurden explizit so entwickelt, dass das nicht möglich ist, so Cook. Das bedeutet auch, so Cook, dass Apple diese Daten nicht bereitstellen kann, egal ob an einen Bösewicht oder eine Regierung anklopft. Transparenz gegenüber dem Nutzer ist für Apple sehr wichtig.
    • In iOS 8 wurde diese Sicherheitsmechanismen weiter ausgebaut, Stichwort Verschlüsselung. Sie geben dem Nutzer die Wahl und die Möglichkeit, Daten zu schützen und wahlweise auch mit ausgewählten Diensten zu teilen. Es liegt in der Verantwortung des Nutzers.
  • iPod Classic: Der ikonische iPod Classic wurde eingestellt, weil essentielle Komponenten (die 1.8-Zoll-Festplatten, Anm.), die darin verbaut wurden, nicht mehr hergestellt werden. Man stand also vor der Entscheidung, ein komplett neues iPod-Classic-Projekt zu starten oder den iPod Classic zu Grabe zu tragen. Mit den bestehenden Alternativen im Angebot (iPod touch), erschien ein komplett neuer iPod Classic nicht wirklich notwendig. Der iPod touch kann den iPod Classic zwar noch nicht komplett ersetzen, so Cook, aber das werde sich ändern.

Quiz: Was weißt du über Apple?

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