Komaglotzen leicht gemacht: The Slap

Daniel Schmidt

Es ist noch gar nicht so lange her, da ernteten die US-Amerikanischen Fernsehsender hierzulande meist Kopfschütteln für ihre Eigenart, erfolgreiche Formate aus dem Ausland kurzerhand neu zu adaptieren und sich daraus eine eigene Serie zu machen. Inzwischen sieht es jedoch so aus, dass eben diese Remakes aus dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten oft qualitativ hochwertig daherkommen und dem Original durchaus gerecht werden. Ein hervorragendes Beispiel hierfür: „The Slap“.

Schon 2011 stellte man sich in Australien die Frage, was eigentlich passiert, wenn einem Erwachsenen in der Öffentlichkeit die Hand ausrutscht. Während die Antwort darauf sicherlich eindeutig ist, und das erstmal auch nicht nach einer sonderlich spannenden Serie klingt, schafft es „The Slap“, das Thema in einem größeren Rahmen zu beleuchten.

Ihr habt „The Slap“ schon gesehen? Dann bringt doch euer Wochenende mit einer anderen Serie aus unserer Rubrik „Komaglotzen leicht gemacht“ rum:

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Überblick

Hector ist der Sohn griechischer Einwanderer und lebt mit seiner Frau, einer Ärztin, und seinen zwei Kindern in New York. Alles an ihm scheint durchschnittlich, besonders im Kontrast zu seinem wohlhabenden und sehr attraktiven Cousin Harry. Zu seinem vierzigsten Geburtstag veranstaltet die Familie ein Barbecue, zu dem Freunde und Verwandte zusammenkommen. Das Künstler-Ehepaar Rosie und Gary bringen ihren kleinen Sohn Hugo mit, der dank seiner anti-autoritären Erziehung ein wenig über die Stränge schlägt.

 

Als das Kind mit einem Baseball-Schläger um sich haut geschieht das, was das Leben einer ganzen Gruppe von Menschen nachhaltig verändern wird: Cousin Harry verpasst Klein-Hugo eine schallende Ohrfeige. Geburtstagskind Hector bekommt davon zunächst nichts mit, denn er versucht verzweifelt, sich der Anziehungskraft der minderjährigen Babysitterin zu entziehen, die heillos in den Beamten verliebt ist.  Es beginnt ein Kampf um Gerechtigkeit, Bestrafung, Betrug und Enttäuschung, der über Jahre gesponnene Bande der Freundschaft zu zerreißen droht.

Warum es sich lohnt

„The Slap“ ist ein Drama, wie es schon lange keines mehr gegeben hat. Zunächst mal ist die Besetzung eine eklektische Mischung aus bekannten Gesichtern wie Zachary Quinto (Harry), Uma Thurman und Thomas Sadoski (Gary) und vielversprechenden Jungstars. Darüber hinaus ist die Erzählweise, wenn auch nicht komplett innovativ, wunderbar angewandt. Jede einzelne Folge erzählt nämlich einen Teil der Handlung aus der Sicht einer anderen Person, beleuchtet deren Hintergründe und Motivationen und treibt gleichzeitig die Handlung auf spannende Weise voran. So werden scheinbar unwichtige Nebencharaktere dann doch noch zu zentralen Figuren, deren Rolle man zunächst unterschätzt hatte.

Im Vergleich zum australischen Original wirkt das amerikanische Remake sogar um einiges aufgeräumter und gradliniger. Die Seifenopern-Elemente aus Down-Under sind um ein gutes Stück zurückgeschraubt, was den verbleibenden Handlungsbögen eine ganze Menge mehr Platz einräumt. Und das ist auch gut so. „The Slap“ ist vor allem eine wunderschöne Charakterstudie für alle Fans des gepflegten Dramas.

 

Wie? Was? Wo?

Die erste Staffel besteht aus acht Folgen von je einer knappen Stunde Länge. An einem Wochenende ist das also durchaus zu schaffen. Wer schon über einen Netflix Account verfügt, kann sich die komplette Staffel dort ansehen. Aber auch auf iTunes wird man fündig. Auch für Amazon Prime Kunden ist die erste Staffel verfügbar, ebenso wie die DVD zur Serie.

The Slap - Trailer Englisch.

 

 

 

 

 

 

 

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