Uwe Boll. Eigentlich könnte ich den Artikel an dieser Stelle bereits beenden. Scheinbar jeder hat seine ganz eigene Meinung zum deutschen Regisseur, der sein Publikum spaltet wie kaum ein Anderer. Tatsächlich hat er aufgrund seines ganz eigenen Stils mittlerweile eine ordentliche Fan-Gemeinde aufgebaut, die im empörten Geschrei der Kritiker jedoch nur selten zu Wort kommt. Davon hatte Boll irgendwann genug - und verprügelte sie spontan. 

Nein, Boll lauerte ihnen nicht irgendwo in einer dunklen Seitengasse auf, sondern lud sie ganz offiziell  zu einen Boxkampf nach Vancouver ein. Fünf Kritiker  machten den großen Fehler und nahmen die Einladung an, wobei einer der Kämpfe in Spanien stattfand. Eine kurze Zusammenfassung der Kämpfe gab es in der Dokumentation „Heckler“ zu sehen:

Online movie critics get pwned by director in boxing match.
Es sollte sich herausstellen: Das Ganze war nicht nur ein kleiner Scherz von Boll. Stattdessen gab es zahlreiche, absolut ernst gemeinte Schläge in die Fresse. Boll gewann alle fünf Kämpfe ohne Probleme.

Natürlich kommt aber kein Boll-Event ohne kleinen Skandal aus. Insbesondere  Richard „Lowtax“ Kyanka zeigte sich nicht unbedingt begeistert von den Rahmenbedingungen der Kämpfe. In einem Interview, das unmittelbar nach dem Kampf stattfand, fasste er das so zusammen: „Ich hatte bisher keine Meinung bezüglich seiner Filme, nun hasse ich ihn aber als Menschen.“. Laut Kyanka sei ihm vorher ein Box-Training versprochen worden und als daraus nichts wurde, habe Boll ihm versichert, dass er sowieso nicht allzu sehr zuschlagen werde. Somit war er wohl ähnlich überrascht wie wir, als ihm wiederholt eine Faust ins Gesicht geschlagen wurde.

Uwe Boll Kampf Lowtax Interview.
Man kann von Bolls Filmen halten, was man will: Der Mann ist ein PR-Genie und machte mit den Matches ordentlich Werbung für seine 2007 erschienene Komödie „Postal“ die auf ähnlich gemischte Reaktionen traf.