Netflix in 4K kommt für Windows 10 – aber wahrscheinlich nicht auf deinen Rechner

Frank Ritter

4K-Fernseher sind ein aktueller Technik-Trend und hochauflösende Computer-Monitore sind keine Seltenheit mehr. Und auch hochauflösendes Material ist im Kommen: Netflix ist einer der Pioniere des Streamings von Videoinhalten in 4K. Auf Streaming-Boxen und Smart-TVs sind 4K-Inhalte von Netflix schon verfügbar, PC-Nutzer mussten bisher mit Full-HD-Inhalten vorlieb nehmen. Für das kommende 4K-Streaming unter Windows 10 benötigt man laut Microsoft jedoch sehr spezielle Soft- und Hardware.

Netflix in 4K kommt für Windows 10 – aber wahrscheinlich nicht auf deinen Rechner

Netflix in 4K unter Windows 10

Ab dem morgigen 25. November sollen Netflix-Nutzer auf Windows-10-Rechnern in den Genuss der vollen 4K-Auflösung im Browser-Stream kommen. Laut Microsoft wird das 4K-Streaming aber an bestimmte Faktoren gekoppelt sein. Insbesondere Unterstützung von Microsofts DRM-System „PlayReady 3“ ist dafür Voraussetzung, die mit dem Anniversary-Update von Windows 10 ausgeliefert wird. Ein Digital-Rights-Management-System wie „PlayReady 3“ schützt die Inhalte vor unerlaubter Vervielfältigung.

Pferdefuß: „PlayReady 3“ wird nur auf Microsofts hauseigenem Edge-Browser unterstützt, für Netflix in 4K muss man also zwangsläufig auf diesen Browser umsteigen. Wir vermuten, dass zumindest mittelfristig die Windows-App von Netflix ebenfalls entsprechend ausgerüstet wird. Aktuell ist das Anschauen von Netflix in Full HD unter Windows sogar nur in der Windows-App und im Edge-Browser möglich – in anderen Browsern streamt Netflix nur in HD beziehungsweise 720p.

Nur mit bestimmten Prozessoren nutzbar

Netflix auf dem Bett

Des Weiteren nutzt Netflix den auch als HEVC bekannten H.265-Codec, bei diversen neueren Produktionen sogar mit 10 Bit pro Farbkanal, was einem HDR-10-Bild entspricht. Für dessen Darstellung wird natürlich auch ein HDR-fähiger Fernseher oder Monitor benötigt. Laut Microsoft soll nur die Grafikeinheit von Intels neuen Kaby-Lake-Prozessoren diesen Codec in Kombination mit dem PlayReady-DRM per Hardware decodieren können, was einen der neuen Intel-Prozessoren zwingend erforderlich macht.

Pferdefuß: Zum aktuellen Zeitpunkt sind Prozessoren der Kaby-Lake-Baureihe nur in Dual-Core-Chips und außerdem nur in Laptops verfügbar; mit mehr Kernen und als Desktop-Version wird Intels siebte Generation der Core-i-Serie erst Anfang 2017 auf den Markt kommen – und wird sich dort mutmaßlich auch nur langsam verbreiten. Sowohl Microsoft als auch Netflix kommunizieren Kaby Lake als Voraussetzung für 4K unter Windows 10.

Rein technisch bieten theoretisch jedoch auch andere Grafikeinheiten genug Rechenkraft, um Codec und DRM zu verarbeiten. Insbesondere Nvidia mit der neuesten Grafikkartengeneration Pascal und AMDs Polaris-Plattform sind bei High-End-Modellen wie der Nvidia Geforce GTX 1080 und der AMD Radeon RX 480 laut Datenblatt durchaus in der Lage, entsprechend DRM-geschützten Content in Hardware zu decodieren – sofern ein Display mit dem Kopierschutzsystem HDCP in Version 2.2 angeschlossen ist. Die Informationen sind also widersprüchlich, eventuell billigen Microsoft und Netflix Intel eine zeitlich begrenzte Exklusivität für das 4K-Feature unter Windows 10 zu. Was nun stimmt und wie die exakten Voraussetzungen für Netflix in 4K und mit HDR-Support aussehen, werden wir morgen erfahren.

Quellen: Windows Blog, Golem.de Bild: netflix.com

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