NVIDIA Tegra 4: Unsere Benchmark-Ergebnisse vom ASUS Transformer TF701

Amir Tamannai 2

Mit grandioser Verspätung kommt NVIDIAs Tegra 4-Chip nun endlich in ersten, marktreifen Tablets an: Im Rahmen der IFA hat ASUS mit dem TF701 ein weiteres Gerät seiner Transformer-Reihe final präsentiert, das mit dem vermeintlichen schnellen SoC aus Kalifornien befeuert wird. Und auch wenn das neue Transformer-Tablet noch nicht im Handel ist, hatten wir die Möglichkeit, auf einem Vorserien-Gerät diverse Benchmarks laufen zu lassen, um einordnen zu können, wie sich der Tegra 4 — abseits des Einsatzes in NVIDIAs eigener Plattform SHIELD — im Vergleich zum Snapdragon 600 und dem noch schnelleren Snapdragon 800 aus dem Hause Qualcomm schlägt.

Die Geschichte um den NVIDIA Tegra 4 und seine Verfügbarkeit am Markt in finalen Produkten ist eine Geschichte voller Verspätungen: Im Januar dieses Jahres auf der CES 2013 vorgestellt hat es bis zum Herbst desselben Jahres gedauert, bis er endlich tatsächlich in einem Tablet, dass international in den Handel kommt, verbaut wurde. Auf dem Weg dorthin hatten wir auf dem MWC in Barcelona im Frühjahr zum damaligen Zeitpunkt beeindruckende Leistungswerte des SoC bestaunt und jüngst machten Benchmarkergebnisse aus NVIDIAs SHIELD-Konsole die Runde, die ebenfalls ordentliche Performancewelten versprachen.

Allein fehlten bis dato handfeste Zahlen aus einem Tablet, das eben nicht von NVIDIA selbst um den Chipsatz herumgebaut wurde, das nicht aktiv gekühlt wird und das keine Prototyp, sondern eben ein alltagstaugliches Gerät ist. ASUS hat uns nun freundlicherweise ein Vorserienmodell des zuletzt auf der IFA 2013 gezeigten neuen Transformer Pad TF701 zur Verfügung gestellt und wir haben darauf den Geekbench 3, AnTuTu in der Version 4.0, den CF-Bench und den GFXBench 2.7 laufen lassen. Die Ergebnisse haben wir dann mit denen eines HTC One (Test) mit Qualcomms Snapdragon 600 und Sonys Xperia Z Ultra (Test) mit dem Snapdragon 800 verglichen:

ASUS-TF701-Tegra4-AnTu-CF

ASUS-TF701-Tegra4-GFX-Geekb

Benchmark HTC One (Snapdragon 600) Sony Xperia Z Ultra (Snapdragon 800) ASUS Transformer Pad TF701 (Tegra 4)
Antutu 4.0.1 Total 26171 34298 33073
Antutu UX (Mulitask/Dalvik) 5085/2700 6465/3573 7895/2706
Antutu CPU (integer/float) 2590/2957 3116/3395 3972/4591
Antutu RAM (Operation/Speed) 1261/1571 1354/2477 1810/1845
Antutu GPU (2D/3D) 1507/6464 1639/9732 1510/6165
Antutu IO (Storage/Database) 1396/640 1872/675 1918/670
CF-Bench 1.3 Overall 27570 34542 38357
CF-Bench Java 26067 32078 35804
CF-Bench Native 29825 38240 42188
GFXBench 2.7
(2.7 T-Rex HD Offscreen)
844 Frames
15 fps
1285 Frames
23 fps
1065 Frames
19 fps
GFXBench 2.7
(2.5 Egypt HD Offscreen)
4517 Frames
40 fps
6830 Frames
60 fps
5895 Frames
52 fps
Geekbench 3
Single-Core/Multi-Core
645/1934 903/2728 969/2919

Die guten Nachrichten: Tatsächlich ist der Tegra 4 insgesamt mindestens gleichauf mit dem schnellen Qualcomm Snapdragon 800 — den Chipsatz am Android-Markt, den es aktuell zu schlagen gilt. Sowohl im CF-Bench als auch im Geekbench und über weite Teile des AnTuTu ist NVIDIAs SoC dem Qualcomm-Chip gar marginal überlegen.

Was uns aber stark irritiert, ist dass der Tegra 4 dem S800 und seiner Adreno 330-GPU ausgerechnet in den grafikintensiven Messungen — eigentlich sollte die Grafikperformance ja NVIDIAs Paradedisziplin sein — nicht ganz das Wasser reichen kann: Bei den 3D-Werten, die AnTuTu misst, muss er sich sogar knapp dem Snapdragon 600 geschlagen geben, im GFX-Benchmark ordnet er sich ziemlich mittig zwischen den beiden Qualcomm-SoCs ein. Angemerkt werden muss beim AnTuTu allerdings, dass dort die mit 2464 x 1600 Pixeln deutlich höhere Display-Auflösung des Transformer im Vergleich zum HTC One, das nur mit Full HD auflöst, eine gewichtige Rolle spielt. Somit dürften die GFX-Ergebnisse, die Offscreen berechnet werden, die Grafikleistung des Tegra 4 verlässlicher wiedergeben — und die liegt demnach über dem des S600, aber auch unter dem Snapdragon 800.

Insgesamt attestieren diese Werte dem Tegra 4 trotz aller Verspätung dennoch, dass er ein sehr flinker Chipsatz ist, der uns zum Ende des Jahres also noch in zahlreichen, vor allem nicht so wahnsinnig teuren Geräte (HPs beeindruckender 21-Zoller Slate²¹ beispielsweise wird nur 499 Euro kosten und auch das TF701 ohne Dock wird wohl zum gleichen Preis in den Handel kommen) erfreuen wird. Ob er sich in Sachen Wärmeentwicklung und Akkuschonung allerdings auch so vorbildlich wie jüngst der Snapdragon 800 zeigt, werden wir erst in vollständigen Tests der entsprechenden Geräte feststellen können.

Das uns von ASUS zur Verfügung gestellte TF701 — an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an ASUS Deutschland — ist wie eingangs erwähnt ein Vorseriengerät und wird von uns als solches nicht weiter unter die Lupe genommen (wenigstens nicht öffentlich). Wir erwarten dann in Kürze aber auch ein finales Modell für ein ausführliches Review des Tablets und des Tegra 4 mit all seinen Facetten.

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