Nvidia Tegra K1: Mobilchip mit 192 Shader-Prozessoren vorgestellt, ist Unreal Engine 4-kompatibel [CES 2014]

Frank Ritter 8

Im Rahmen einer Pressekonferenz auf der CES 2014 hat Chiphersteller Nvidia ein Produkt angekündigt, dass einen Quantensprung in Sachen mobiler Grafikleistung darstellen soll: den Tegra K1. Besonderheit ist, dass in die GPU 192 Shader-Prozessoren integriert sind – damit soll der Tegra K1 theoretisch Grafik auf Konsolenniveau liefern.

Trotz immer weiter steigender Taktraten können mobile Chips nach wie vor nicht mit ihren Laptop- und Desktop-Pendants Schritt halten — das liegt insbesondere an den GPUs: Die Grafikprozessoren in dedizierten Grafikkarten, ja selbst integrierten Lösungen in Desktop- und Laptop-CPUs sind den Smartphone- und Tablet-Prozessoren weiterhin deutlich überlegen. Diese Lücke verspricht Nvidia mit dem Tegra K1 nun zu schließen.

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Auf dem DIE sind insgesamt 192 Grafikprozessor-Einheiten vorhanden, der Vorgänger Tegra 4 brachte es „nur“ auf 72. Dabei werden die gleichen Kepler-CUDA-Recheneinheiten verwendet wie in Desktop-Prozessoren. Der Tegra K1 unterstützt so neben dem OpenGL-Standard in Version 4.4 hardwareseitig auch Funktionen wie HDR und Tesselation.

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Geschmackvoll eingerichtet: Der Tegra K1 beherrscht auch HDR-Effekte

„Voraussichtlich“ in der ersten Jahreshälfte will Nvidia den Tegra K1 mit vier Cortex A15-CPU-Kernen und einem Takt bis zu 2,3 GHz auf den Markt bringen, getreu dem von Nvidia seit dem Tegra 3 bevorzugten 4+1-Design ist auch wieder ein „Companion Core“ vorhanden, der weniger rechenintensive Aufgaben übernimmt. In der zweiten Jahreshälfte, ebenfalls „voraussichtlich“, sind dann K1-Dual Core-CPUs zu erwarten. Diese setzen auf ARMs A8-„Denver“-Kerne mit 64 Bit und bis zu 2,5 GHz Takt, einen Companion Core gibt es dann nicht mehr.

Im Rahmen der Pressekonferenz gab Nvidia-CEO Jen-Hsun Huang auch zu Protokoll, dass Epic seine weit verbreitete Unreal Engine 4 auch für Tegra-SoCs optimieren will – wir vermuten in Form eines mobilen Ablegers, so wie es schon bei der Unreal Engine 3 der Fall war. In diesem Promovideo gibt es einige Beispiele zur Grafikqualität zu sehen, die die Kepler-GPUs in der Unreal Engine 4 zu berechnen imstande sind:

Die visuelle Qualität stimmt, die Frameraten scheinen allerdings selbst in den Demos bereits häufig unter 30 FPS zu liegen, und das selbst dann, wenn wenig animierte Objekte zu sehen sind. Als Konsolen- oder gar PC-Qualität würden wir diese Optik entsprechend noch nicht bewerten. Soll heißen: Auch wenn der Tegra K1 mutmaßlich deutlich flotter läuft als die momentan dominierenden Snapdragon 800-Chips, wird dessen Rechenkapazität in Relation zu „größeren“ Systemen weiter durch deren schiere Anzahl beschränkt sein. 192 Kerne mag nach einer großen Menge klingen, doch bereits die Mittelklasse-Desktop-Grafikkarte Nvidia Gefore GTX 660 Ti besitzt mit 1.344 Kernen siebenmal so viele, das High End-Modell 780 Ti mit 2.880 Kernen gar die 15-fache Anzahl.

Man wird abwarten müssen, wie sich der Tegra K1 im Vergleich zu anderen mobilen Plattformen schlägt und insbesondere, wie Qualcomm und Samsung kontern. Das wird man erst einschätzen können, wenn Geräte mit den Chips erscheinen — wir hoffen, dass Nvidia in diesem Bereich schneller liefert als 2013. Seinerzeit wurde der Tegra 4 im Januar auf der CES mit viel Aufwand angekündigt, erste Geräte gab es erst im Spätsommer, und selbst dann (und bis heute) mit kaum nennenswerter Verbreitung.

Nvidia Tegra K1 Prozessor [via PM, Ausdroid]

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