Menschen bewerten mit App: Peeple

Martin Maciej

Im Internet kann man fast alles bewerten, was irgendwie möglich ist. Bei Amazon werden Produkte in Rezensionen auseinandergenommen oder in den Himmel gelobt, bei Steam können Spiele für andere rezensiert werden und auch einzelne Artikel auf Webportalen kann man mit Sternen benoten. Die neue App Peeple geht nun einen neuen Weg und ermöglicht es, Menschen zu bewerten – und dass, ohne dass diese sich dagegen wehren können. Der Shitstorm war vorprogrammiert.

Die Bewertungen über die Personen sollen dabei für anderen online völlig frei einsehbar sein. Vorbild für die App „Peeple“ ist die Plattform „Yelp“, über welche verschiedene Orte, z. B. Restaurants, Hotels etc. bewertet werden können.

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Menschen bewerten mit App: Peeple angekündigt und auseinandergenommen

Über die App können Menschen auf einer Skala von eins bis fünf benotet werden. Dabei können auch Menschen genauer betrachtet werden, die gar nicht bei dem Dienst angemeldet sind. Das Tor zur Verleumdung und übler Nachrede wäre somit weit geöffnet, eine Abwehr gegen schlechte Bewertungen wäre nicht möglich – Cyber-Mobbing in seiner höchsten Ausprägung. Zur Bewertung sollen die Kategorien „Beruf“, „Person“ und „Romantik“ zur Auswahl stehen.

Zum Thema: Zeichen setzen gegen Cybermobbing: #idonthate

Aktuell befindet sich die App noch in der Beta-Phase und steht somit der Öffentlichkeit nicht zum Download bereit. Ein Login soll über Facebook möglich sein, eine Verbindung der Bewertungen zum Profil im sozialen Netzwerk wäre demnach auch durchaus möglich. Für die Bewertung der Personen muss lediglich die Telefonnummer des Gegenübers bekannt sein. Sobald eine Bewertung abgegeben wird, wird man darüber per SMS informiert. Ein eigenes Löschen der Bewertungen und des eigenen Auftritts in Peeple soll nicht möglich sein, negative Bewertungen sollen erst nach einem Jahr wieder gelöscht werden.

Menschen bewerten mit App: Peeple

Wer sich nun die Hände reibt, um seinen ärgsten Feinden eins auszuwischen, sollte gewarnt sein. In Deutschland ist die Anprangerung von Menschen über solche Bewertungsmöglichkeiten laut Rechtsanwalt Karsten Gulden rechtswidrig, schließlich liegt hier eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte vor. Die Entwickler der App sehen sich seit der Ankündigung der App in einem Shitstorm. Dabei behauptet man selbst, eine „positive App“ kreieren zu wollen, z. B. indem man bei der Auswahl eines Babysitters vorab Informationen über die jeweiligen Personen einholt. Nach der lauten Kritik an dem Konzept, Menschen per App zu bewerten, wurden zunächst jegliche offizielle Videos und Online-Accounts zu Peeple wieder offline genommen. Die Personen hinter der App, Julia Cordray und McCulloug haben sich nach dem Shitstorm nicht weiter öffentlich zur App geäußert. Am kommenden Montag, den 12. Oktober soll es allerdings eine ausführliche Vorstellung in einer Talk-Show beim britischen Sender BBC geben.

Bildquelle: Yulia Grigoryeva

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