Beim japanischen Automobilhersteller Mitsubishi scheint sich ein handfester Abgas-Skandal anzubahnen: Das Traditions-Unternehmen hat soeben bekannt gegeben, dass man die Abgastests bei Kleinwagen manipuliert habe. Betroffen sind demnach mindestens 157.000 Mitsubishi-Autos sowie 468.000 Fahrzeuge , die Mitsubishi für den heimischen Konkurrenten Nissan hergestellt hat. Unklar ist derzeit noch, ob die betroffenen Modelle auch außerhalb Japans verkauft wurden- in unserem Ratgeber findet ihr die wichtigsten Informationen.

 
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Mitsubishi-Abgas-Skandal: Neue Betrugsfälle in der Autobranche

Nachdem der VW-Abgas-Skandal letztes Jahr die Automobil-Branche erschütterte, bahnt sich jetzt ein weiterer Skandal um manipulierte Emissionswerte an. Der japanische Automobilhersteller Mitsubishi hat zugegeben, dass man bei offiziellen Abgast-Tests betrogen habe.  Aufgefallen sei der Betrug als der Kooperationspartner Nissan Ungereimtheiten bei Verbrauchswerten entdeckte. Bei den anschließenden Nachprüfungen sei man dann zum Ergebnis gelangt, dass der Spritverbrauch durch unzulässigen Reifendruck geschönt wurde, berichtet Spiegel Online.

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Mitsubishi hat offenbar bei Abgas-Tests manipuliert. Bildquelle: Shutterstock

Mitsubishi-Abgas-Skandal aktuell: Diese Modelle sind betroffen

Mitsubishi-Chef Tesuro Aikawa zufolge wurden die Betrugsfälle umgehend dem japanischen Verkehrsministerium gemeldet. Um die Manipulationen aufzuklären, werde jetzt eine Untersuchungskommission mit unabhängigen externen Experten eingesetzt. Der Verkauf der betroffenen Modelle wurde vorübergehend gestoppt.

  • Nach derzeitigem Stand sind von dem Abgas-Skandal bei Mitsubishi insgesamt 625.000 Kleinwagen betroffen.
  • Davon sind allerdings nur 157.000 Fahrzeuge von Mitsubishi selbst - die restlichen 468.000 Autos baute Mitsubishi für den Konkurrenten Nissan.
  • Bei den manipulierten Fahrzeugen handelt es sich unter anderem um Kleinwagen des Typs Mitsubishi eK Space und Wagon sowie den baugleichen Nissan Dayz Roox.
  • Anders als beim VW-Abgas-Skandal handelt es sich dabei ausschließlich um Benziner und nicht um Dieselfahrzeuge.

Spannend ist natürlich die Frage, ob von dem jüngsten Abgas-Skandal bei Mitsubishi auch Autos betroffen sind, die ins Ausland verkauft wurden. Bislang gibt es dazu noch keine näheren Informationen - unklar ist auch, welche Motive hinter der Manipulation stecken.

So reagiert die Börse auf die Abgas-Manipulation bei Mitsubishi

An der Börse sorgte die Meldung über die Betrugsfälle in jedem Fall für heftige Reaktionen: An der Tokioter Börse sank der Kurs um 15,2 Prozent dramatisch ab -  es handelt sich hierbei um den größten Tagesverlust seit zwölf Jahren. Der Marktwert des japanischen Automobilkonzerns sank damit auf einen Schlag um 1,2 Milliarden US-Dollar - Anleger reagierten panisch auf die Ankündigung einer Pressekonferenz, in der sich der Konzern zu den Manipulationen äußern wollte.

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Mitsubishi hatte in den frühen 2000er Jahren schon einmal mit einem Skandal zu kämpfen gehabt: Damals hatte der Konzern zugegeben, jahrzehntelang Informationen über versteckte Fahrzeugfehler, z.B. defekte Bremsen, verschleiert zu haben. Daraufhin wurden zahlreiche Manager verhaftet - obwohl Mitsubishi anschließend verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrzeugqualität einleitete, hatte das Untermehmen in den folgenden Jahren mit einem starken Vertrauensverlust der Verbraucher zu kämpfen.

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Bildquelle Artikelbild: Mitsubishi