Anruf aus Burundi (Vorwahl 257): Vorsicht vor Abzocke am Telefon!

Selim Baykara

Derzeit sorgen Anrufe aus Burundi und anderen afrikanischen Ländern dafür, dass viele Verbraucher besorgt auf ihr Telefondisplay schauen. Meist wird der Betroffene dabei nur einmal kurz angeklingelt. Wir erklären, was dahinter steckt und warum ihr auf keinen Fall zurückrufen dürft.

Im Video zeigen wir, wie Betrug im Internet funktioniert: 

Das steckt hinter Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet.

Eigentlich praktisch, dass man auf seinem Handy sofort die Nummer des Anrufers sieht und direkt zurückrufen kann. Genau das machen sich seit einiger Zeit aber auch Betrüger zunutze, die es gezielt darauf anlegen, dass man den unbekannten Anrufer zurückruft. Die Polizei und Verbraucherschützer warnen daher vemehrt vor diesen Ping-Anrufen.

Anrufe aus Burundi: Vorsicht vor Ping-Anrufen

Wenn ihr derzeit Anrufe aus Burundi (Vorwahl 257) oder anderen exotischen Ländern, beispielsweise Guinea oder Tunesien erhaltet, (und nicht zufällig dort Bekannte oder Verwandte habt) solltet ihr gut aufpassen und auf keinen Fall zurückrufen. Es handelt sich dabei um eine ausgeklügelte Betrugsmasche.

So funktioniert die Abzocke:

  • Die Anrufer  klingeln einmal kurz durch und legen dann direkt auf. Da der Anruf meist automatisiert von einem Computer aus erfolgt, habt ihr in der Regel keine Zeit dranzugehen.
  • Ihr seht die Nummer, seid neugierig und ruft daraufhin zurück.
  • Jetzt werdet ihr mit einer teuren Sonderrufnummer verbunden und in eine Warteschleife geschickt.
  • Dort berechnet man euch extrem hohe Kosten für jede Minute, die ihr in der Leitung seid.

Natürlich werdet ihr niemals jemanden erreichen. Sinn des Ganzen ist nur, dass ihr in der Warteschleife hängt. Wenn ihr irgendwann genervt auflegt, seid ihr eine Menge Geld los.

Hier seht ihr, mit welchen Tricks die Betrüger arbeiten: 

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Phishing: Die fiesesten Tricks der Betrüger

Wie teuer sind solche Ping-Anrufe?

Wie teuer so ein Betrugsversuch für euch ist, kann man nicht genau sagen, da es teilweise auch von der jeweiligen Sondernummer abhängt. Üblich sind aber Minutenpreise von mehreren Euro. Wenn ihr also 3 Minuten in der Warteschleife hängt, kann euch das schon mal 10 Euro kosten. Für die Betrüger lohnt sich das, weil sie tausende von Nummern anrufen.

Hier könnt ihr Ping-Anrufe aus Burundi und Co. melden

Wenn ihr bei einem solchen Ping-Anruf zurückruft oder schon in der Leitung hängt, solltet ihr so schnell wie möglich auflegen. Damit haltet ihr die Kosten niedrig, auch wenn ihr vielleicht schon einige Euros los seid. Für die Zukunft solltet ihr euch an die Bundesnetzagentur wenden. Dort schildert ihr euren Fall und legt eine förmliche Beschwerde ein. Dass ihr das Geld für den Anruf zurückbekommt ist leider nicht sehr wahrscheinlich. Mit moderner Technik ist es heute sehr leicht, den Herkunftsort eines Anrufs zu verschleiern.

Allerdings wird die Nummer möglicherweise gesperrt, damit wenigsten andere Nutzer in Zukunft geschützt werden. Um eine schnelle und umfassende Bearbeitung zu gewährleisten, solltet ihr den Fall so gründlich wie möglich dokumentieren:

  • Schreibt euch den Zeitpunkt des Anrufs auf und dokumentiert den genauen Gesprächsverlauf.
  • Gebt außerdem die Rufnummer an und macht wenn möglich einen Screenshot vom Display des Telefons.
  • Auf der eigens eingerichteten Seite der Bundesnetzagentur werden bereits gemeldete Nummern notiert. Damit könnt ihr checken, ob ein Betrugsversuch dahintersteckt

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