Cross-Device-Tracking – was ist das? Wie schützen? Einfach erklärt

Robert Schanze

Cross-Device-Tracking ist eine neue Methode, um Nutzerdaten abzugreifen. Und das am besten unbemerkt, versteht sich. Wir verraten in diesem Ratgeber, was es mit der Tracking-Form auf sich hat, welche Datenschutz-Bedenken es gibt und wie ihr euch dagegen schützen könnt.

Nutzer-Tracking gibt es seit gefühlten Ewigkeiten in Form von zahlreichen Browser-Cookies oder etwa dem Browser-Fingerprint, bei dem der Nutzer anhand der individuellen Einstellungen des Browsers identifiziert wird. Cross-Device-Tracking geht einen Schritt weiter und will in Kombination mit ausgespielter Werbung und Nutzergeräten noch viel mehr über Endverbraucher herausfinden.

Cross-Device-Tracking – was ist das? Wie schützen? Einfach erklärt

Das Ziel des Cross-Device-Tracking ist es, den Nutzer eindeutig zu identifizieren, um Informationen aus Verhaltensweisen zu bekommen und diese in Werbetechniken und Produkt-Marketing einfließen zu lassen.

Laut der Webseite Ars Technica soll folgendes Szenario bereits Realität sein: In TV-Werbung oder in Display-Werbung im Browser werden zusätzlich Ultraschall-Töne abgespielt, die der Nutzer selbst nicht wahrnimmt. Allerdings können Geräte wie PC, Smartphone, Tablet etc. die Töne aufnehmen und durch Browser-Cookies vernetzt werden, wodurch sie sich einem bestimmten Nutzer zuordnen lassen. Dadurch wissen die Tracker unter anderem welche Geräte der Nutzer im Einsatz hat, welche Werbespots er schaut und wie lange. Außerdem wäre es möglich zu erkennen, ob der Nutzer nach dem Spot eine Internetsuche nach dem beworbenen Artikel startet.

Kommen dann noch Informationen zusammen wie IP-Adresse, Daten von Browser-Cookies oder Apps, dann ergibt sich ein umfassendes Nutzerprofil. Solche Daten sind für Werbetreibende und das Marketing natürlich hochinteressant, da sie ein viel realistischeres Bild vom Verhalten des Nutzers bekommen als wenn sie nur die Nutzerdaten aus einem Gerät etwa in Form eines Browser-Fingerprint analysieren würden. Denn heutzutage verwenden viele Nutzer mehrere Geräte: Sie fangen etwa an am PC zu surfen und wechseln später zum Tablet oder Smartphone.

Führende Unternehmen im Cross-Device-Tracking sollen sein:

  • Adobe
  • Drawbridge
  • Flurry
  • SilverPush

Damit Cross-Device-Tracking funktioniert, muss allerdings ein passendes SDK (Software Development Kit) auf den jeweiligen Geräten installiert sein, welches jedoch bereits Teil zahlreicher Apps sein soll. Welche Apps das sind, wollen Unternehmen wie SilverPush allerdings nicht bekannt geben. Das SDK soll bereits in rund 67 Apps integriert sein und auf ca. 18 Millionen Geräten zum Einsatz kommen.

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Cross-Device-Tracking – Wie kann man sich schützen?

Wenn Cross-Device-Tracking mit Ultraschall-Tönen durchgeführt wird, weiß der Nutzer davon nichts, ohne akribisch nachzuforschen. Und selbst dann wird es schwierig. Datenschützer macht das Cross-Device-Tracking daher zu recht hellhörig. Wie man sich vor der Tracking-Technik universell schützen kann, ist nicht bekannt.

Für den Anfang erscheint es logisch, einfach den Ton des Fernsehers stumm zu schalten, wenn Werbung läuft. Falls die Ultraschall-Signale auch in Browsern wie Firefox ausgespielt werden, bleibt die Frage, ob dieser solche wie gewöhnliche Audio-Signale auch anhand eines Lautsprecher-Symbols im Tab anzeigt. Dann könnte man dessen Tabs ebenfalls stumm schalten. Das ist aber zu bezweifeln. Eine andere Sicherheitsmaßnahme könnte sein, auf sämtlichen Geräten nur Kopfhörer zu verwenden. Aber wer will schon dauerhaft zu solchen Maßnahmen greifen, um dem Werbe-Tracking zu entkommen?

In Zukunft wird es daher wohl weiterhin genügend Einsatzgebiete für Adblocker geben.

Was ihr zu Tracking wissen solltet:

Umfrage: Refurbished oder Neuware?

Ist es für euch in Ordnung, wenn das Smartphone-Display ein wenig verkratzt ist oder schon ein paar Gebrauchsspuren auf der Rückseite hat? Oder muss ein Artikel beim Kauf wirklich komplett neu sein?

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