Enkeltrick 2016: Aktuelle Fälle und so sollten sich Senioren vor dem Betrug schützen

Martin Maciej

Betrüger suchen immer wieder neue Wege, um sich die Taschen vollzustopfen. Dabei wird auch nicht Halt vor schwächeren oder hilflosen Personen in der Gesellschaft gemacht. Eine Masche, die in der Vergangenheit immer häufiger zum Einsatz kam, ist der sogenannte „Enkeltrick“.

Bei dem „Enkeltrick“ gucken sich Betrüger zunächst potentielle Opfer heraus. Hierbei handelt es sich in der Regel um ältere und meist allein lebende Personen.

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Polizei warnt vor Enkeltrick und gibt Hilfestellungen

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Die Opfer werden angerufen, der Betrüger gibt sich dabei als Verwandter, Enkel oder guter Freund am Telefon aus. Wurde das Vertrauen durch die scheinbare Nähe erschlichen, wird angegeben, sich aktuell in einer Notlage zu befinden, etwa einem Unfall. Ähnlich wie bei Spam- und Phishing-Mails wird dabei die Dringlichkeit der Lage in den Vordergrund gestellt. Durch die Vorspiegelung der falschen Tatsache möchten die Betrüger an Geld und andere wertvolle Gegenstände gelangen.


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So kann man einen Enkeltrick erkennen:

  • Die Anrufer rufen ältere bzw. hilflose Personen an, nennen ihren Namen jedoch zu Beginn des Telefonats nicht, sondern leiten das Gespräch mit der Aufforderung ein, zu erraten, wer am Telefon ist.
  • Abhängig von der Antwort geben sich die Betrüger dann als Enkel, Nichte, Kinder oder gute Bekannte aus. In einem Fall, wo Betrüger über 600.000 erbeuten konnten, gab man sich gegenüber einer 82-jährigen etwa als alter Freund aus der Kriegszeit aus. Dieser hat einen vermeintlichen Immobilienkauf vorgeschoben und um eine Leihgabe der hohen Summe gebeten.
  • Es wird eine Notlage präsentiert, etwa ein Unfall, eine akute Rechnung oder die Gelegenheit, vor einem äußerst günstigen Schnäppchen wie dem Auto- oder Immobilienkauf zu stehen.
  • Bei Schockanrufen geben die Betrüger an, ein naher Verwandter sei in einen Unfall verwickelt oder befindet sich wegen eines Strafverfahrens in polizeilichem Gewahrsam, welche nur gegen eine Geldzahlung aufgehoben werden kann.
  • Um die Lage aufzulösen, benötigt der Betrüger Geld. Die angerufene Person soll dabei aushelfen.
  • Sollte nicht genügend Geld vorhanden sein, wird die angerufene Person dazu verleitet, Geld bei der Bank abzuheben oder alternativ mit Wertsachen wie Schmuck auszuhelfen.
  • Hierbei wird emotionaler Druck ausgelöst. Zudem werden Anrufe in kurzen Abständen getätigt, um einerseits die Notlage noch dramatischer darzustellen und andererseits, um der angerufenen Person die Möglichkeit zu nehmen, sich den Anruf in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen bzw. einen eigenen Verwandten heranzuziehen.
  • Lässt sich das Opfer dazu überreden, Geld von der Bank abzuholen bzw. finanziell auszuhelfen, wird von den Betrügern angegeben, einen Boten für die Abholung des Gelds vorbeizuschicken. Muss zunächst Geld von der Bank abgehoben werden, wird nicht selten ein Taxi bestellt.

Die Täter suchen dabei in der Regel gezielt Telefonbücher nach Namen durch, die auf ältere Personen schließen lassen. Zu den Opfern gehören vor allem gutgläubige Senioren sowie vereinsamte, demente und seh- oder höreingeschränkte Menschen.

Enkeltrick 2016: Aktuelle Fälle und Meldungen der Polizei

Natürlich gibt es immer wieder Abwandlungen des Enkeltricks. Auch die Polizei warnt vor der betrügerischen Masche am Telefon. Im Mai 2014 soll der Erfinder des Enkeltricks, Arkadiusz Lakatosz, festgenommen worden sein. Immer wieder gibt es jedoch Trittbrettfahrer, die den Enkeltrick weiter ausarbeiten. Jüngst wurde in Budapest mit Marcin Kolompar ein weiterer Hintermann festgenommen.

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Der „Video- & Image-Film-Experte“ Jonathan Kleinpass hat ein kurzes, knackiges Video produziert, welches zeigt, wie der Enkeltrick funktioniert. Wer über alle aktuellen „Enkeltrick“-Fälle auf dem Laufenden bleiben will, sollte sich den entsprechenden Bereich im Presseportal bookmarken. Hier gibt es fast täglich neue Meldungen über aktuelle Betrugsfälle aus ganz Deutschland. Aufgrund der Fülle an verschiedenen Nachrichten, ist der „Enkeltrick“ ein ernstzunehmendes Problem.

Aktuelle Fälle im Überblick*

Die Polizei gibt Tipps, um sich gegen den Enkeltrick zu schützen:

  • So sollte man sofort skeptisch werden, wenn sich eine Person am Telefon nicht mit dem Namen vorstellt.
  • Spätestens, wenn der Wunsch oder die Forderung nach Geld am Telefon geäußert wird, sollte aufgelegt werden.
  • Um sicherzustellen, ob es sich wirklich um den angegebenen Verwandten oder Freund handelt, sollte dieser unter der bekannten Nummer angerufen werden. Hier sollte man sich absichern, ob der geschilderte Sachverhalt tatsächlich vorliegt.
  • Geld sollte niemals an unbekannte Personen, die als Bote fungieren, weitergegeben werden.
  • Wirkt ein Anruf seltsam oder unglaubwürdig, sollte man nicht zögern, die Polizei anzurufen. In der Regel sind Dienststellen über aktuelle Enkeltricks bestens informiert, so dass man nach der Schilderung eines Falls Ratschläge für das weitere Handeln bekommt.
  • Sollte es bereits zu spät sein und das Geld oder Wertsachen unter dem Vorwand in falsche Hände geraten sein, sollte sofort Anzeige bei der Polizei erstattet werden.

An anderer Stelle erfahrt ihr, was hinter den „Gaunerzinken“ steckt.

Bildquellen: Sergey NivensPiotr MarcinskiJaromir Chalabala

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