Falschgeld erkennen 2016: Mit diesen Tipps klappt's

Selim Baykara

Wie kann man Falschgeld erkennen? 2015 wurden laut Bundeskriminalamt 86.500 Falschgelddelikte gemeldet - ein Anstieg von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ein deutlicher Warnhinweis: Falschgeld ist überall im Umlauf - an der Kasse im Kaufhaus, beim Kiosk oder am Fahrkartenschalter. In diesem Ratgeber zeigen wir euch die besten Tricks, mit denen ihr Falschgeld todsicher erkennen könnt.

Das steckt hinter Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet.

Eine echte Banknote oder doch eher eine Fälschung? Falschgeld - im Volksmund auch als „Blüten“ bezeichnet - ist immer noch ein großes Thema, auch wenn viele Transaktionen inzwischen über das Netz und Dienste wie Amazon, eBay oder PayPal abgewickelt werden. Die neuen Technologien könnten sogar zu dem Anstieg des im Umlauf befindlichen Falschgelds geführt haben,  den Experten seit einigen Jahren beobachten. Über das Darknet können sich Betrüger etwa viel leichter als früher das Material zur Fälschung beschaffen, z.B. Kopiervorlagen oder Anleitungen.

Falschgeld erkennen - so geht’s

Die gemeldeten Blüten werden zwar zumeist von Banken und Unternehmen entdeckt - das lässt darauf schließen, dass Privatleute in vielen Fällen auf die Trickbetrüger hereinfallen. Das muss nicht sein:  Auch Laien können das Falschgeld identifizieren - wenn sie denn nur nur aufmerksam genug hinsehen. Wir zeigen euch einige sichere Tricks, mit denen ihr die Fälschung durchschaut: Mit Stift, dem bloßen Auge oder durch Betasten der fraglichen Banknoten und Münzen.

Welche Banknoten werden gefälscht?

Grundsätzlich sind Euroscheine relativ schwer zu fälschen. In den letzten Jahren beobachten Fachleute dennoch eine Zunahme von gefälschten Banknoten. EU-weit zählen gefälschte 20-Euro-Noten zu den häufigsten  Blüten, die entdeckt werden (69 Prozent). In Deutschland liegt laut Ermittlern der „falsche Fünfziger“ auf Platz Eins (5o Prozent), gefolgt vom Zwanziger mit 37 Prozent. Zu den häufigsten Fälschungen zählen die sogenannten Napoli-Blüten. Diese Banknoten sind nur schwer als Fälschung zu erkennen und stammen aus der Gegend um die süditalienische Stadt Neapel.

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Falschgeld erkennen mit dem Stift

Ein einfache Methode um Banknoten auf ihre Echtheit zu prüfen ist ein sogenannter Geldprüfstift. Diese Stifte gibt es in verschiedenen Modellen, z.B. in elektronischer oder chemischer Ausführung - einfache Geräte sind und bieten eine preiswerte Methode, um einen Geldschein zu checken.

  • Ein elektronischer Geldprüfstift untersucht bestimmte Merkmale, anhand denen man eine echte Banknote identifizieren kann, z.B. die magnetischen und die UV-Eigenschaften sowie die fluoreszierende Farbe.
  • Die Bedienung ist recht einfach: Führt den Geldprüfstift entlang der Seriennummer des Geldscheins entlang - bei einem echten Schein ertönt daraufhin ein Signal.
  • Chemische Geldprüfstifter funktionieren etwas anders: Hier markiert ihr eine Fläche auf dem Geldschein und prüft, wie sich die Banknote verfärbt.
  • Wenn ihr einen gelblichen Farbton seht, handelt es sich vermutlich um eine echte Banknote. Erscheint hingegen eine dunkle Verfärbung,  habt ihr es mit Falschgeld zu tun.

Offensichtlicher Vorteil von Geldprüfstiften: Die Handhabung ist sehr einfach, außerdem kosten die Stifte zum Geldprüfen online meist nicht viel. Zudem können mit einem Stift meist mehrere Währungen geprüft werden Nachteil: Professionelle Fälscher, die etwas von ihrem Handwerk verstehen, können die Materialstruktur der Geldscheine so geschickt nachbauen, dass die Fälschung nicht erkannt wird.

Falschgeld prüfen per Hand oder Auge

  • Wenn gerade kein Stift zur Hand ist (oder ihr der Technik nicht vertraut)  gibt es noch einige weitere Kniffe, mit denen ihr Falschgeld von echtem Geld unterscheiden könnt.
  • Euroscheine bestehen aus Baumwolle und haben daher eine charakteristische Papierqualität an. Wenn euch die Banknote irgendwie anders vorkommt, z.B. leichter oder dünner könnte das ein Indiz für Falschgeld sein. Um das zu fühlen muss man kein Experte sein - Geld haben wir schließlich jeden Tag in der Hand.
  • Prüft bei einem verdächtigen Schein den Schriftzug mit den fünf Abkürzungen für die Europäische Zentralbank.  Die Kürzel BCE ECB EZB EKT EKP auf der oberen Vorderseite des Scheins sind leicht erhöht, da sie von hinten in das Papier gestanzt werden. Auch das Trapez links unter dem Schriftzug ist leicht hervorgehoben - bei Fälschungen fehlen diese Merkmale in vielen Fällen und die Scheine fühlen sich zu glatt an.
  • Haltet die Scheine gegen das Licht. Bei diesem Test scheint das jeweilige Motiv und die Wertzahl als Wasserzeichen im leeren Teil des Scheines durch. In der Mitte des Scheines befindet sich zudem ein Sicherheitsfaden - dort könnt ihr die entsprechende Wertzahl und EURO erkennen.
  • Außerdem findet ihr links oben noch einmal die Wertzahl als Durchsichtsregister - die Zahlen sind im Druck unterbrochen und erscheinen erst vollständig, wenn ihr sie gegen das Licht haltet.
  • Auf der Vorderseite von 5, 10- und 20-Euro-Banknoten befindet sich zudem ein Spezialfolienstreifen: Kippt den Schein leicht zur Seite und ihr seht das Wertzeichen in gespiegelter Form - außerdem verändert das Hologramm des Scheins die Farben.
  • Falsche Geldstücke wie die 5-Euro-Münze sind besonders schwierig zu erkennen. Am besten könnt ihr die Echtheit der Stücke am Rand der Münzen überprüfen. Die Schrift sollte möglichst klar geprägt sein. Außerdem sollte die Riffelung gleichmäßig auftreten.

Video: Deutschlands bester Geldfälscher - Hans Jürgen Kuhl

Falschgeld kaufen im Darknet: Diese Strafen drohen

Dank Darknet und Co. scheint es heute einfacher denn je an Falschgeld zu kommen - am besten noch in der Anonymität des Internets. Besonders gern werden dabei 20- bzw. 50-Scheine gekauft - die Blüten werden häufig aus Italien verschickt, wo sie professionell hergestellt werden. Bezahlt wird das Ganze mit der anonymen Währung Bitcoins.

Wirklich sicher ist das aber längst nicht mehr - Ermittler nehmen den illegalen Handel in den Tiefen des Netzes zunehmend ins Visier. Abgesehen davon ist das Kaufen von Falschgeld natürlich streng verboten. Nach § 147 StGB ist das Inverkehrbringen von Falschgeld eine Straftat und wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit einer hohen Geldstrafe geahndet. Man beachte das Wort Inverkehrbringen: Bereits der Versuch Falschgeld zu erwerben ist strafbar - mit den Blüten muss noch nicht einmal etwas bezahlt worden sein.

Lest bei uns auch, ob es erlaubt ist, den Polizeifunk abzuhören.

Bildquellen: RomanR rkl_foto / Shutterstock.com , igorstevanovic

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