Kündigung zurückziehen: Geht das? Was sollte man beachten?

Martin Maciej

„Ich kündige!“ Falls euch dieser Satz zu einem hitzigen Zeitpunkt zu schnell von den Lippen oder von den Fingern gerutscht ist, stellt sich die Frage, ob man eine Kündigung zurückziehen kann. Nachfolgend erfahrt ihr in unserem Ratgeber, unter welchen Umständen der Widerruf einer Kündigung möglich ist und was man dabei beachten sollte.

Vorab ist zu sagen, dass eine ausdrücklich formulierte Kündigung nicht ohne weiteres zurückgenommen werden kann. Eine Beendigung eines Vertrags ist immer endgültig und abschließend, eine Rücknahme ist daher gar nicht so einfach, wie man denken könnte.

Kündigung zurückziehen: Was geht, was geht nicht?

Für den erfolgreichen Rückzug einer Kündigung gelten verschiedene Bedingungen:

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  • Es liegen falsche Informationen über den Kündigungsgrund vor. Habt ihr als Vorgesetzter z. B. falsche Informationen über ein angebliches Fehlverhalten eines Arbeitnehmers erhalten und ihm daraufhin gekündigt, kann eine Kündigung revidiert werden, falls sich herausstellt, dass dieses Fehlverhalten überhaupt nicht vorlag.
  • Auch eine vorschnell getätigte Kündigung kann in einigen Fällen durchaus zurückgezogen werden.
  • Ändern sich Begleitumstände einer Kündigung, ist ein Rückzug ebenfalls möglich. Dies ergibt sich z. B., wenn man aufgrund eines Wohnortwechsels aus dem Fitnessstudio austritt, der Umzug dann allerdings doch nicht durchgeführt wird.
  • Generell sollte man sich mit der anderen Vertragspartei zusammensetzen und über die Gründe der Kündigung sowie eventuelle Maßnahmen zur Rücknahme der Kündigung sprechen.
  • Die „Rücknahme der Kündigung“ wäre demnach ein neuer Vertag. Diese muss allerdings von beiden Vertragsparteien akzeptiert werden.

Ein einfaches Zurückziehen ist nicht möglich. Eine erfolgreich ausgesprochene Kündigungserklärung ist genauso gültig, wie ein unterschriebener Vertrag. Die Kündigung muss daher widerrufen werden. Die Rücknahme der Kündigung muss der anderen Partei vorgelegt werden, die wiederum selbst darüber entscheiden kann, ob dieses Angebot angenommen wird. Ein gekündigter Arbeitnehmer kann also durchaus endgültig von sich aus nach einer ausgesprochenen Kündigung „Tschüss“ sagen, auch wenn ihr diesen zurückgewinnen wollt.

Wie eine Kündigung sollte auch der Widerruf der Kündigung per Einschreiben auf schriftlichem Wege eingereicht werden. Zudem sollte man den Widerruf möglichst zeitnah zur Kündigung aussprechen. Eine solche Vereinbarung sollte erwähnen, dass die Kündigung gegenstandlos ist und das Vertragsverhältnis wie gehabt fortgeführt wird. Zusätzlich sollte wie bei allen offiziellen Schreiben ein Ort samt Datum angegeben und das Dokument von beiden Parteien unterschrieben werden.

Kündigung zurückziehen: Vorlage und Muster

Um das lange Kopfzerbrechen zu vermeiden, sollte man sich vor dem Verfassen der Kündigung das Für und Wider überlegen. Welche Vorteile ergeben sich aus der Kündigung, welche Nachteile gibt es im Ergebnis? Wollt ihr ein Abo beenden, habt ihr in der Regel eine mehrwöchige Frist. Vor Ablauf der Frist könnt ihr den jeweiligen Dienst noch einmal auf Herz und Nieren durchtesten und so sicherstellen, ob ihr das Abo tatsächlich noch benötigt. Wollt ihr bei eurem Job kündigen, überlegt euch, was danach kommen mag. Auch, wenn ihr Stress habt und der Chef sich mal wieder unausstehlich gibt, gibt es keine Sicherheit, dass ein danach folgender, neuer Job auch wirklich besser sein wird.

Ein Muster-Schreiben für den Rückzug der Kündigung kann wie folgt aussehen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit ziehe ich meine Kündigung vom xy.xy.2016 zum Vertrag mit der Vertragsnummer 12345 zurück.
Ich ziehe die Kündigung aus folgendem Grund zurück und bitte um eine Aufrechterhaltung des ursprünglich vereinbarten Vertrags:
Grund
Bitte bestätigen Sie mir, dass der Vertrag wie gehabt weiterläuft. Vielen Dank für das Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen,

Herr GIGA

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