Den Personalausweis zu kopieren wird immer wieder verlangt, z.B. vom Arbeitgeber, Handyanbieter oder der Bank. Dabei kommt immer wieder die Frage auf: Darf man den Personalausweis überhaupt kopieren? Und was muss man dabei beachten? Alle wichtigen Informationen findet ihr in unserem Ratgeber.

 

Ratgeber

Facts 

Video: Die coolsten kostenlosen Apps für dein Smartphone

Die coolsten kostenlosen Apps für dein Smartphone

Der Personalausweis ist das wichtigste Mittel zur persönlichen Identifizierung, die Verwendung ist dementsprechend auch gesetzlich geregelt. Im Personalausweisgesetz (PAuswG) von 2010 finden sich alle Bestimmungen rund um das wichtige Schriftstück. Leider ist dieses Gesetz vielen Leuten nicht oder nicht gut bekannt, obwohl z.B. häufig der Personalausweis kopiert, eingescannt oder als Pfand eingesetzt werden soll. Ein häufiger Fall ist z.B., dass der Handyanbieter oder die Bank eine Kopie des Ausweises verlangt. Viele Leute sind sich in diesem Fall unsicher und fragen sich: Darf man den Personalausweis einfach kopieren?

Bilderstrecke starten(66 Bilder)
65 Genies, die meinen: Wenn’s funktioniert, ist es nicht dumm!

Personalausweis kopieren: Ist das erlaubt?

Ein generelles Kopierverbot besteht derzeit nicht. Vor einigen Jahren wurde noch die Meinung vertreten, dass das Kopieren von öffentlichen Dokumenten eigentlich nur in Ausnahmefällen zulässig sei, dies hat sich zwischenzeitlich geändert. Eine Kopie des Personalausweises ist generell erlaubt, allerdings müssen datenschutzrechtliche Aspekte streng beachtet werden. Im Personalausweisgesetz finden sich die Regelungen, die das Kopieren des Ausweises betreffen. So heißt es dort unter anderem, dass

„Die Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten aus oder mithilfe des Ausweises künftig nur über die dafür vorgesehenen Wege erfolgen darf.“

Damit sollen andere Verfahren zur Prüfung des Ausweises, z.B. die optoelektronische Erfassung (Scannen) oder der maschinenlesbare Bereich ausdrücklich ausgeschlossen werden.  Weiter ausgeführt wird diese Regelung in Paragraf 20. Dort heißt es: „Außer zum elektronischen Identitätsnachweis darf der Ausweis durch öffentliche und nichtöffentliche Stellen weder zum automatisierten Abruf personenbezogener Daten noch zur automatisierten Speicherung personenbezogener Daten verwendet werden.“

Paragraf Artikelbild

Ob diese Regelung ein generelles Kopierverbot beinhaltet, war lange Zeit fraglich. Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover (Aktenzeichen 10 A 5342/11) handelt es sich dabei nur um ein Verbot des Einscannens. Das Gericht ließ allerdings offen, ob das auch ein generelles Kopierverbot beinhalte. Immerhin gibt es aber einige Verordnungen, die einem helfen, diese Frage zu beantworten:

  • Laut § 8 Abs. 1 Satz 3 des Geldwäschegesetzes dürfen Banken den Personalausweis kopieren.
  • Telekommunikationsanbieter (z.B. beim Handyvertrag) dürfen nach § 95 Abs. 4 Satz 2 des Telekommunikationsgesetzes eine Kopie des Ausweises verlangen.
  • Außerdem sind viele Behörden (z.B. Fahrerlaubnisbehörden) dazu ermächtigt, eine Kopie des Personalausweises anzufertigen.

Zusammenfassend kann man die Frage: Darf man den Personalausweis beantworten, also vielleicht am besten mit einem „Ja, aber...“ beantworten. In dem Fall, dass eine Kopie zulässig ist, gibt es nämlich einige Einschränkungen. Welche das genau sind, lest ihr im folgenden Absatz.

Zum Thema:

Kopie des Personalausweises für Handyanbieter, Bank und Co.: Das müsst ihr beachten

Falls ihr dazu aufgefordert werdet, den Personalausweis zu kopieren, solltet ihr die folgenden Regeln beachten, die in jedem Fall gelten:

  • Die Kopie darf man nur zum Zweck des Identitätsnachweises anfertigen (§ 20 Abs. 1 PAuswG).
  • Kopiert ihr den „Perso“ für den Handyanbieter muss eine Ermächtigung zum Kopieren vorliegen.
  • Die Kopie des Personalausweises muss im Rahmen des Datenschutzes auch erforderlich sein.
  •  Zur sogenannten „Identifizierung unter Anwesenden“ ist eine Ausweis-Kopie in der Regel nicht erforderlich, da man hier einfach das Original vorzeigen kann.
  •  Für die „Identifizierung unter Abwesenden“ (z. B. beim Vertragsschluss über das Internet) ist die Kopie zulässig, allerdings darf sie nicht länger als erforderlich aufbewahrt werden.
Personalausweis kopieren Artikelbild
Eine Kopie des Personalausweises ist generell erlaubt, allerdings müsst ihr einige Regeln dabei beachten.

Personalausweis kopieren: Was darf man schwärzen?

Da es bei der Kopie des Personalausweises allein darum geht, eure Identität nachzuweisen, dürfen sensible und nicht benötigte Informationen geschwärzt werden. Dazu zählt beispielsweise die Ausweisnummer. Dazu zählen etwa die Ausweisnummer aber auch Geburtsort und -Datum, sofern diese nicht ausdrücklich zur Identifizierung benötigt werden (z.B. um eine Verwechslung auszuschließen).

Bei uns findet ihr viele weitere nützliche Tipps für den Alltag:

Bildquelle: Bet_Noire, Billion Photos

Umfrage: Refurbished oder Neuware?

Du willst keine News rund um Technik, Games und Popkultur mehr verpassen? Keine aktuellen Tests und Guides? Dann folge uns auf Facebook (GIGA Tech, GIGA Games) oder Twitter (GIGA Tech, GIGA Games).