Smartphones, Laptops, Kopfhörer: Alles, was du kaufst, ist in Wahrheit ein Abo

Stefan Bubeck 10

„Teuer“ ist ein dehnbarer Begriff: Ob AirPods 2 für 229 Euro oder das Huawei P30 Pro für 999 Euro – unter Berücksichtigung der Nutzungsdauer lassen sich alle Hardware-Anschaffungen auf einen monatlichen Betrag herunterbrechen, der durchaus mit einem Netflix-Abo vergleichbar ist. Wir haben das mal für ein paar Fälle durchgerechnet.

Die beiden Tech-Giganten Apple und Huawei haben in den vergangenen Tagen eine Menge neuer Gadgets vorgestellt: Smartphones, Kopfhörer, Tablets, Wearables. Wie jedes Mal bei solchen Großereignissen brechen dann in der GIGA-Redaktion rege Diskussionen über die Preise aus. „Apple treibt es mal wieder auf die Spitze!“ „Nee, das ist doch im Vergleich zur Konkurrenz das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.“ – Ihr wisst sicherlich aus dem Freunden- und Bekanntenkreis, wie solche Debatten verlaufen. Eine (kluge) Betrachtungsweise, die dabei gelegentlich in den Ring geworfen wird, ist die der Nutzungsdauer. Denn ohne diesen Faktor ergeben Streitereien über die Preisgestaltungen der Hersteller nur halb so viel Sinn.

Was kostet ein Samsung Galaxy S10 im Monat?

So geht die Rechnung: Man nehme den Anschaffungspreis eines Produkts und teile ihn durch die voraussichtliche Nutzungsdauer in Monaten. Sagen wir, du holst dir das Samsung Galaxy S10 jetzt . Wenn du es dann drei Jahre benutzt, bevor du es in Rente schickst, dann wären das:

Samsung Galaxy S10 für 770 Euro
÷ 36 Monate
= 21,33 Euro pro Monat

Natürlich besitzt das Smartphone dann noch einen Wiederverkaufswert (z.B. bei eBay Kleinanzeigen) – aber bis du es verkaufst, stehen erstmal diese monatlichen Kosten im Raum. Wenn du ein Gadget nach der Nutzung entsorgst, dann ist die ermittelte „Abo-Gebühr“ endgültig.

Mal angenommen, du hältst eisern durch und nutzt das Galaxy S10 sechs Jahre lang (also bis zum April 2025):

Samsung Galaxy S10 für 770 Euro
÷ 72 Monate
= 10,70 Euro pro Monat

Etwas mehr als 10 Euro im Monat – im Prinzip so teuer wie ein Netflix- oder Spotify-Abo. Oder nochmal anders ausgedrückt: Wer sich einmal im Monat einen Cocktail für 11 Euro gönnt, gibt dafür über sechs Jahre hinweg betrachtet ungefähr so viel Geld aus, wie für das Handy, das auf dem Tresen liegt.

Logisch: Je länger die Nutzung, desto besser das Preis-Leistungsverhältnis

Wer mag, kann das auch in Frühstückshaferflocken oder Tankfüllungen fürs Moped umrechnen – die Idee dahinter bleibt immer die gleiche. Der Preis eines Gadgets kann unter Berücksichtigung der Lebensdauer („product lifetime“) deutlich besser bewertet werden. Auf Reddit gibt’s passend dazu sogar ein eigenes Subreddit namens „r/BuyItForLife“, wo Nutzer aus aller Welt Fotos von Produkten posten, deren Nutzungsdauer außerordentlich hoch ist. Würde man dann die beschriebene Rechnung anstellen, kommen entsprechend niedrige Werte für die monatlichen Kosten heraus.

Electronic device here: Logitech G5 gaming mouse. Still works in 2019. Never had issues or repairs since 2006. from r/BuyItForLife

Mal angenommen, die hier gezeigte Gaming-Maus hat einmal 55 Euro gekostet. Bei 13 Jahren Nutzung (156 Monate) wären das 35 Cent pro Monat für so ein wichtiges Gadget – da kann man von einer guten Anschaffung sprechen, oder?

Eine Kostentabelle mit Beispielen aus der TECH-Welt findest du auf der folgenden Seite …

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