Drohnen und Quadrocopter: Versicherung, Flugerlaubnis, Starterlaubnis, Vorschriften - Das müsst ihr beachten

Johannes Kneussel

Drohnen, Multicopter und Quadrocopter werden in Deutschland immer beliebter. Von vielen werden sie als Spielzeug und Freizeitbeschäftigung genutzt, von anderen professionell. Doch was muss man beachten, wenn man mit einer Drohne in die Luft gehen will?

Drohnen und Quadrocopter: Versicherung, Flugerlaubnis, Starterlaubnis, Vorschriften - Das müsst ihr beachten
Bildquelle: Quadrocopter drone with the camera.

Drohnen und Quadrocopter: Flug- und Starterlaubnis und andere Vorschriften

Der Gesetzgeber spricht bei Drohnen und Multicoptern von unbemannten Luftfahrtsystemen (UAS), wenn diese Geräte mit zu einem gewerblichen Zweck genutzt werden. In diesem Fall treten andere Regeln und Gesetze in Kraft. Möchte man jedoch nur zum Sport und zur Freizeitgestaltung eine Drohne steigen lassen, dann handelt es sich nicht um ein UAS, sondern um ein Flugmodell.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem hobbymäßigen Einsatz von Multicoptern, also Flugmodellen. Mehr zu UAS findet ihr in einem PDF-Dokument des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Auch wenn wir alle Informationen mit Sorgfalt recherchiert haben, können wir keine Gewähr für deren Richtigkeit übernehmen.

Da Quadrocopter als Flugmodelle eingestuft werden, solange man sie nicht gewerblich nutzt, gibt es zum Glück nicht allzu viele Reglementierungen, die ihre Verwendung angeht. Dass man mit ihnen allerdings machen kann, was man möchte, ist selbstverständlich auch ein Ammenmärchen.

Klein, aber fein

Zunächst einmal gilt, dass nur Geräte bis zu 5 kg keine Start- oder Flugerlaubnis voraussetzen. Bei einer professionellen Drohne wird dieser Wert sehr schnell übertroffen, bei kleineren Modellen von Amazon ist dies in der Regel allerdings kein Problem.

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Wo darf ich fliegen?

Die Regelungen, die es hier gibt, ergeben sich meist schon aus dem gesunden Menschenverstand:

  • Fliegen über Menschenmengen, Unfällen und anderen Ereignissen ist natürlich absolut tabu.
  • Auch über Naturschutzgebieten darf man nicht fliegen. Dasselbe gilt natürlich für privaten Wohnraum - absolutes Flugverbot.
  • Der Pilot muss zu jeder Zeit eine direkte Sicht zum Flugmodell haben, mehr als 300 Meter entfernt oder 100 Meter hoch sind hier nicht drin - wobei das natürlich schon eine ganze Menge ist.
  • In der Nähe von Flughäfen ist absolutes Flugverbot (bis Entfernung von 1,5 km). Prinzipiell dürfen die Multicopter nur im unkontrollierten Flugraum unterwegs sein.
  • Auch in der Nähe von Kraftwerken, militärischen Einrichtungen usw. usf. darf nicht geflogen werden. Wen das jetzt überrascht, der sollte aber ohnehin die Finger von Drohnen lassen.
  • Ihr benötigt unbedingt eine Flugmodell-Haftpflichtversicherung. Mehr dazu unten im Artikel.
  • Es gibt Gebiete, wie Berlin oder Hamburg, wo man nicht so einfach mit einer Drohne in die Luft gehen kann, hier benötigt man eventuell auch für den Hobbyflug eine Berechtigung. Im Zweifelsfall sollte man sich immer bei der Stadt informieren (Bezirks- oder Ortsamt) - vor allem, wenn es eine größere Stadt mit dichter Bebauung ist.

Auf Skyfool.de könnt ihr euch nicht offizielle Informationen über Lufträume herunterladen.

Wer darf fliegen?

Hier gibt es keine Einschränkungen, jeder darf ein solches Gerät steuern. Natürlich nur, wenn er nicht betrunken ist.

Was ist mit Photos?

Wenn man sich an die Regeln hält und nur Photos von Orten macht, die man auch so einsehen könnte, ist alles ok. Auch wenn Personen auf ihr Recht am eigenen Bild verzichten, darf man sie natürlich fotografieren, wie sonst auch üblich.

Nicht ok ist aber das Photographieren von Personen, die dies nicht wünschen, oder von Orten (wie Hinterhöfen), die man sonst nicht einsehen könnte. Natürlich darf dieses nur zu privaten Zwecken erfolgen, sonst handelt es sich bei eurem Gerät nicht mehr im ein Flugmodell.

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Versicherung

Ohne Versicherung geht gar nichts. Die normale Haftpflichtversicherung deckt die potentiellen Gefahren des Modellfluges nicht ab. Ihr braucht also eine spezielle Modellflughaftpflichtversicherung. Diese erhaltet ihr beispielsweise bei der Deutschen Modellflug Organisation (DMO).

Die Preise beginnen bei knapp 40 Euro im Jahr und sind fast weltweit gültig. Better safe than sorry! Selbst wenn nichts passiert, kann man belangt werden, da eine Versicherungspflicht besteht.

Kontrollierter und unkontrollierter Luftraum am Beispiel Berlin

Vor allem in Ballungsgebieten mit Flughafen sind die Vorschriften für den Modellflug sehr streng. Wir haben bei der Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg nachgefragt, um zu erfahren, ob man in Berlin einen Quadrocopter steigen lassen kann. Folgende Antwort macht klar, wie komplex das Thema ist:

Die von Ihnen angesprochene Frage lässt sich nach derzeit geltender Rechtslage folgendermaßen beantworten:

Die private Nutzung eines Multikopters entspricht in dem von Ihnen angesprochenen Fall „dem Zweck des Sports und der Freizeitgestaltung“. Das bedeutet, es sind grundsätzlich die gesetzlichen Bestimmungen für den Betrieb aller Flugmodelle anzuwenden. Die Rechtsgrundlagen für den Aufstieg eines Flugmodells (ein Luftfahrzeug nach § 1 Abs. 2 Nummer 9 des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG)) finden Sie u.a. in §§ 16 Abs. 1 Nr. 1 und 16a Abs. 1 Nr. 2 der Luftverkehrsordnung (LuftVO). Demnach ist für mit Elektroantrieb ausgestattete Modelle mit weniger als 5 kg maximaler Abflugmasse bei rein privater Verwendung eine Aufstiegserlaubnis meiner Behörde nicht erforderlich.

Für den Betrieb von Modellen im Land Berlin und Teilen des umliegenden Landes Brandenburg ist allerdings unbedingt zu beachten, dass fast das komplette Stadtgebiet zur Abwicklung des Flugbetriebs der Verkehrsflughäfen Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld von kontrolliertem Luftraum (Kontrollzone, Luftraumklasse D) bedeckt ist. Die Kontrollzone reicht an allen Stellen bis zum Boden. Das bedeutet nach § 16a Abs. 1 Nr. 2 der Luftverkehrsordnung (LuftVO), dass vor jedem geplanten Aufstieg eine Flugverkehrskontrollfreigabe von der zuständigen Flugverkehrskontrollstelle einzuholen wäre. Die zuständige Flugverkehrskontrollstelle ist die Deutsche Flugsicherung. Derzeit werden für private Aufstiege aus Sicherheits- und Kapazitätsgründen keine Flugverkehrskontrollfreigaben von der DFS erteilt. Das bedeutet, dass private Aufstiege an keiner Stelle innerhalb der Kontrollzone stattfinden dürfen. Im Ergebnis sind damit private Multikopterflüge auch über dem eigenen Grundstück in nur geringer Höhe unzulässig. Verstöße können nach § 43 Nr. 21 LuftVO mit Bußgeldern bis zu einer Höhe von 50.000 EUR geahndet werden.

In Berlin befinden sich zudem die Flugbeschränkungsgebiete ED-R 4 (Wannsee) und ED-R 146 (Berlin), in denen der Betrieb von Luftfahrzeugen – Flugmodelle bzw. UAS zählen nach § 1 Abs. 2 Nr. 9 LuftVG zu den Luftfahrzeugen – untersagt ist. Das Flugbeschränkungsgebiet ED-R 4 besitzt eine fast zylinderförmige Form mit einer Höhe von 2 000 Fuß (610 m) und einem Radius um das Helmholtz-Zentrum Berlin (Wannsee) für Materialen und Energie (HZB) von zwei nautischen Meilen (ca. 3,7 km), während sich das ED-R 146 in einem Kreis mit einem Radius von 3 nautischen Meilen (ca. 5,556 km) um den Berliner Reichstag erstreckt. Hier ist der Modellflug grundsätzlich nicht zulässig. Ein Verstoß dagegen stellt gemäß § 62 Luftverkehrsgesetz einen Straftatbestand dar.

Weitere Informationen zu den luftverkehrsrechtlichen Bestimmungen, denen alle Modellflieger als Betreiber eines Flugmodells unterliegen, können Sie unter http://www.rc-network.de/magazin/artikel_02/art_02-0001/art_02-0001-00.html nachlesen. Abschließend kann ich Ihnen noch mitteilen, dass gerade wegen der steigenden Nachfrage beim Flugbetrieb mit Multikoptern und den damit zusammenhängenden Sicherheitsproblemen zu Zeit eine Abstimmung zwischen Flugsicherung und Behörden zum weiteren Umgang damit stattfindet.

Die Antwort ist ziemlich ernüchternd: Zwar ist es, wie im Artikel geschrieben, kein Problem, eine Drohne im unkontrollierten Luftraum starten zu lassen. In Berlin ist aber fast die komplette Stadt kontrollierter Luftraum. Das heißt im Endeffekt, dass selbst das Steigenlassen einer Drohne mit nur wenigen Zentimetern Abstand zum Boden und im eigenen  Garten strafbar ist.

Dazu kommen noch die Flugbeschränkungsgebiete, in denen man so oder so nicht fliegen darf, also nicht mal ohne eine Erlaubnis, die es aktuell auch gar nicht gibt.

Positiv ist aber die Entwicklung, dass Flugsicherung und Behörden sich aktuell im Austausch über den weiteren Umgang mit Multikoptern befinden. Mit etwas Glück könnten die Verordnungen also durchaus gelockert werden.

Noch ausführlichere Angaben findet ihr in der Luftverkehrsordnung und dem Luftverkehrsgesetz.

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