Selfie-Stick Verbot: An diesen Orten sind die Stangen nicht erlaubt

Kristina Kielblock

Selfies sind ein weltweites, kulturelles Phänomen geworden und die Zahl der Selbstportraits steigt weiterhin täglich an, sodass die kleinen Selbstbildnisse inzwischen sogar auf Seiten wie Selfiecity wissenschaftlich ausgewertet werden. Mit dem Selfie-Stick brach eine neue Ära der Selbstdarstellung mit wechselnden Perspektiven an. Doch kaum populär geworden, ist die Benutzung der Alu-Stangen bereits an vielen Orten schon wieder verboten worden.

Der Selfie-Stick war sicher nicht nur für das Time-Magazin eine der 25 besten Erfindungen des Jahres 2014, aber kaum auf dem Markt ist seine Benutzung bereits an vielen Orten stark eingeschränkt bzw. verboten. In einigen Ländern gibt es sogar Geldstrafen, wenn man seine teleskopierbare Stange nicht in der Tasche lässt.

Selfie-Stick Verbot: Hier müsst ihr ohne die Teleskop-Hilfe zurechtkommen

Das ständige Bestupst-werden von Foto-Stöcken in touristischen Ballungszentren kann den Nervfaktor schon enorm in die Höhe treiben, zumal die Menschen ja vor allem auf ihr Selbstportrait und weniger auf ihre Umwelt konzentriert sind. Umso weniger verwundert es, dass auch Museen zunehmend allergisch auf die Verwendung der Selfie-Sticks in der Nähe ihrer Exponate reagieren und die Stange an vielen Orten verboten wird.

  • Wimbledon: Bei vielen kulturellen und sportlichen Großveranstaltungen sind die Selfie-Stangen untersagt, so auch beim Tennis-Turnier in Wimbledon.
  • Fußballstadien: In vielen englischen Stadien wurden die Mitnahme von Selfie-Sticks bereits verboten, weil die Stangen auch als Waffe eingesetzt werden können. Auch in Deutschland wird diese Maßnahme immer weiter um sich greifen, so zum Beispiel untersagt auch der Berliner Verein Hertha BSC Selfie-Sticks im Olympiastadion, da die Handy-Stative als „gefährliche Gegenstände“ eingestuft werden. Bislang ist aber weder in England, noch in Deutschland der Umgang mit der Stangenfotografie einheitlich geregelt.
  • Musik-Festivals: Hier ist die Argumentation ähnlich wie im Bezug auf die Stadien, man befürchtet, dass die Stange als Hilfsmittel in Schlägereien Anwendung findet und will auch die Sichtbehinderung durch einen Stangenwald verhindern. Auf vielen Festivals in Deutschland und weltweit ist dieses Selfie-Stick-Verbot bereits umgesetzt. Wenn ihr wissen wollt, ob ihr eure Stange lieber zuhause lasst, erfahrt ihr das direkt beim Veranstalter.
  • Versailles: Im Schloss des bekannten Sonnenkönigs ist die eitle Selbstfotografie ebenfalls untersagt, auch wenn der Monarch selbst der praktischen Stange womöglich nicht abgeneigt gewesen wäre.
  • Museen: Der Louvre in Paris, das MOMA in den USA und die staatlichen Museen zu Berlin sind nur einige große Namen aus einer Vielzahl von Einrichtungen in den genannten und anderen Ländern, die aus Angst vor Beschädigung ihrer Ausstellungsstücke durch Selfie-Sticks deren Benutzung strikt untersagt haben.
  • Mekka: Hier hat das Verbot religiöse Gründe, da sich die Selfies - ob mit Stick oder ohne - laut einigen Geistlichen nicht mit den Bilder-Regeln des Korans vereinbaren lassen. Bis vor einiger Zeit haben aber sehr viele gläubige Pilger ihre Reiseerinnerung mit dem Handy festgehalten und in sozialen Netzwerken gepostet.
  • Petersplatz / Sixtinische Kapelle: Auch Katholiken haben das Bedürfnis ihre Wallfahrt aus einer schönen Perspektive mithilfe einer Stange aufzunehmen. Hier kann man die Stangen sogar direkt vor Ort erwerben. In den musealen Gebäuden ist hingegen der Alu-Stock auch verboten, damit kein Gegenstand zu Schaden kommt.
  • Pamplona: Das berühmte Stierrennen muss ebenfalls ohne Selfie-Sticks auskommen. Hier hat die Erfahrung gezeigt, dass Selbstaufnahmen mit der Stange bei gleichzeitiger Flucht vor dem Stier häufig zu Verletzungen geführt haben.
  • Garoupe: Der exklusive Strand an der französischen Küste ist Selfie-freie Zone, denn die Gäste sollen sich entspannen und den Moment genießen, statt die Zeit damit zu verbringen, vor Freunden damit anzugeben, wo sie sich gerade befinden. So lautet die offizielle Argumentation, aber womöglich spielt auch eine Rolle, dass an diesem Strand häufig Prominente zu sichten sind. Dennoch steht zu erwarten, dass weitere Küstengebiete der Erde mit diesen Einschränkungen, ihre Strände von Stangen zu befreien suchen werden.
  • Wildtierparks: In vielen Parks mit wilden Tieren wurden bereits die Stangen-Portraits bzw. Selfies generell verboten, weil Menschen sich nachweislich in gefährliche Situationen gebracht haben, um ein schönes Foto von sich mit einem Strauß oder einem Tiger im Hintergrund zu machen. New York ist in dieser Hinsicht der erste Bundesstaat, der ein komplettes Selfie-mit-Wildtieren-Verbot installiert hat und sogar eine Geldstrafe bei Zuwiderhandlung erhebt.

Auch wenn sich relativ klar eine Tendenz zum Selfie-Stick-Verbot abzuzeichnen scheint, gibt es auch noch andere Meinungen und Haltungen zum Bild von der Stange. Die englischen Museen sehen zum großen Teil die Mitnahme von Selfie-Sticks noch nicht als besondere Gefährdung an und auch in Deutschland gibt es laut dem Deutschen Museumsbund noch keine einheitliche Haltung zu dem Phänomen. Noch gibt es also Hoffnung für Fans der Selbstaufnahmen mit dem verlängerten Alu-Arm!

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Falls ihr übrigens mal nicht euch selbst, sondern lieber euer Essen mit dem Smartphone fotografieren wollt, haben wir auch dafür fünf hilfreiche Tipps zusammengestellt.

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