„Das ist nicht koscher“, hören wir manchmal, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Aber was ist koscher? Woher kommt der Begriff und was bedeutet er? Wir erklären es euch hier.

 

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Es gibt Begriffe in unserer täglichen Sprache, von denen wir zu wissen glauben, was sie bedeuten, aber sie eigentlich völlig sinnentstellt benutzen. Da ist etwas „nicht koscher“ und etwas anderes ist „getürkt“. Fragt man nach, kommen die seltsamsten Erklärungen dabei heraus. Hier wollen wir einmal erklären, was koscher wirklich ist und wieso der Begriff in der Umgangssprache genutzt wird.

Was ist koscher wirklich?

Koscher ist in der jiddischen Sprache die Bezeichnung für Speisen, die gemäß der jüdischen Speisegesetze zulässig sind. Das erstreckt sich einerseits auf die Art der Zubereitung bzw. Lagerung, andererseits auf die Speisen, die überhaupt erlaubt sind.

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Speisen sind also koscher, wenn sie den Speisegesetzen entsprechen. Sie sind „in Ordnung“, sind erlaubt. Daher kommt also die Verwendung des Begriffs koscher in der Umgangssprache. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass etwas völlig korrekt ist – oder eben auch nicht. Dann ist es „nicht koscher“.

 

Brot-koscher
Koscheres Brot

Damit etwas in der jüdischen Küche als koscher gilt, müssen sehr strenge Regeln berücksichtigt werden. Das fängt etwa mit der Art der Tiere an, die überhaupt verzehrt werden dürfen. Säugetiere müssen sowohl Paarhufer als auch Wiederkäuer sein. Trifft nur eins von beiden zu, sind sie nicht koscher und damit verboten. Erlaubt sind zum Beispiel Rinder und Schafe, verboten sind Schweine. Die sind zwar Paarhufer, aber nicht Wiederkäuer.

Weiter geht's mit der Art der Schlachtung. Beim sogenannten Schächten wird mit einem speziellen Messer in einem Schnitt die gesamte Kehle durchtrennt. Dadurch soll unter anderem bewirkt werden, dass alles Blut den Körper verlässt, denn dieses ist ebenfalls verboten.

Der Begriff koscher bezieht sich aber auch auf die Art und Lagerung der Lebensmittel. Es wird unterschieden zwischen „fleischigen“ und „milchigen“ Lebensmitteln. Also zwischen Fleisch und Lebensmitteln die Milch enthalten. Außerdem gibt es noch die „neutralen“ Lebensmittel (parve). Sie enthalten keine Milch und kein Fleisch.

In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass fleischige und milchige Lebensmittel getrennt voneinander aufbewahrt werden. Fleisch und beispielsweise Sahne dürfen also nicht im selben Kühlschrank liegen. Außerdem dürfen sie nicht in Speisen gemischt werden. Also keine Fleischgerichte mit Sahnesauce!

Zurückgeführt wird diese Regel auf das 2. Buch Mose, in dem es heißt „Du sollst ein Zicklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen“. Daraus wird ein generelles Verbot der Verbindung von Fleisch und Milchprodukten abgeleitet.

Wie wichtig ist die Eigenschaft koscher?

Wie immer, wenn es um Religion geht, gibt es endlose Abstufungen. Es gibt natürlich, insbesondere in Israel und New York, jüdische Gemeinden, in denen die Befolgung der jüdischen Speisegesetze absolut streng eingehalten wird. Auf der anderen Seite gibt es die Angehörigen des jüdischen Glaubens, die sich gerne mal einen leckeren Schinken aufs Brot legen und Currywurst essen.

In Deutschland achten Juden wie auch Moslems in der Regel schon darauf, kein Schweinefleisch zu essen. Aber sie verlangen nicht, dass ihre Lebensmittel allesamt mit dem Unbedenklichkeitssiegel eines Rabbiners versehen sind. Und kaufen durchaus im normalen Supermarkt.

Historisch gesehen sind die Speisegesetze und koschere Lebensmittel für die jüdischen Gemeinden identitätsstiftend gewesen. Als eigentliche Ursache nennen einige Historiker gesundheitliche und hygienische Gründe für die Einordnung als koscher oder nicht koscher. So sollen früher in der Region des heutigen Israel über lange Zeit immer wieder Schweinekrankheiten aufgetreten sein, die auch für den Menschen schädlich waren. Aus diesem Grund sind Schweine angeblich nicht koscher. Das Gegenteil von koscher heißt übrigens treife.

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