Nach Jan Böhmermanns Erdogan-Gedicht stellten sich in Deutschland wieder mal die Fragen „Was ist Satire Was darf Satire und was darf sie nicht?“. Wir versuchen eine Erklärung und Zusammenfassung.

 

Ratgeber

Facts 

Grundsätzlich ist Satire eine humoristische Kunstform, die insbesondere im Zusammenhang mit bekannten Personen, und da gerne auch mit Politikern, verwendet wird. Aber darf Satire alles? Wo hört der Spaß auf und wo beginnt die Beleidigung?

ZDFneo Magazin Royale Trailer.mp4

Was ist Satire und was nicht?

Die Satire begann mit Spottversen und bezog sich schon früher immer auf bekannte Persönlichkeiten. Den meisten von euch dürfte der Hofnarr als ein erster Berufs-Satiriker bekannt sein. Er durfte selbst die Herrscher verspotten – riskierte aber auch immer, einen Kopf kürzer gemacht zu werden. Satire war also nie wirklich vor Strafe sicher und das hat sich nicht geändert.

Bilderstrecke starten(66 Bilder)
65 Genies, die meinen: Wenn’s funktioniert, ist es nicht dumm!
was-ist-Satire
Manchmal hat die Satire es besonders leicht - Aber was ist Satire?

Die Satire selbst wird gern als Kunstform bezeichnet. Vor allem von Jenen, die für sich in Anspruch nehmen wollen, dass die Kunst alles darf. Das Hauptmerkmal der Satire liegt darin, bestimmte Situationen, Ereignisse oder Personen zu kritisieren und dazu die Mittel des Spotts und der Übertreibung zu wählen. Dabei bedienen sich die Satiriker häufig der Überzeichnung von Eigenschaften oder der Nutzung von Klischees.

Satire hat die verschiedensten Formen. Satire findet sich in Gedichten, Theaterstücken oder Filmen, aber auch in Illustrationen oder Collagen. Eine andere Form der Satire sind die Darstellungen auf Karnevalswagen. Hier bekommen meist die politischen Führer ihr Fett weg.

In der Regel hat die Satire zwar unterhaltende Absichten, soll aber auch immer eine Kritik transportieren.

Was darf Satire?

Das oberste deutsche Gericht hat festgelegt, dass die Satire dem Schutz der Meinungsfreiheit unterliegt. Außerdem kommt hier die Kunstfreiheit zum Tagen. Allerdings sind die Personenkreise der Künstler oder Satiriker nirgends rechtsverbindlich festgelegt worden und so darf sich jede natürliche Person Künstler nennen.

Die Narrenfreiheit hat aber auch Grenzen. So wurde Böhmermann wegen der „Beleidigung von Vertretern ausländischer Staaten“ angezeigt und musste sich gleichzeitig einem Zivilverfahren stellen. Letztendlich führte das dazu, dass der umstrittene „Majestätsbeleidigungs-Paragraph“ auf den Prüfstand kam und in naher Zukunft aufgehoben wird. Aber gleichzeitig verfügte das Gericht, dass bestimmte Teile des Gedichts nicht mehr wiederholt werden dürfen, da sie „ehrverletzend“ sind.

Satire darf also keineswegs alles! Wenn sich die betroffene Person wehrt, werden die satirisch gemeinten Äußerungen überprüft, inwiefern sie weniger mit Kunst und mehr mit einer beabsichtigten Beleidigung zu tun haben.

Die Grenze ziehen die Gerichte dort, wo menschliche Schwächen überzeichnet werden, aber keine ernsthafte Herabwürdigung einer Person erfolgt. Das Problem liegt aber darin, dass das für jeden Fall aufs Neue entschieden werden muss. Wo endet die freie Meinungsäußerung, wo die Überzeichnung und wo beginnt die Ehrverletzung?

Umfrage: Refurbished oder Neuware?

Du willst keine News rund um Technik, Games und Popkultur mehr verpassen? Keine aktuellen Tests und Guides? Dann folge uns auf Facebook (GIGA Tech, GIGA Games) oder Twitter (GIGA Tech, GIGA Games).