Wie gefährlich ist ein Spinnenbiss in Deutschland?

Marco Kratzenberg 1

„Wenn Dich eine Kreuzspinne beißt, wirst Du vergiftet!“ Diese Behauptung hält sich schon seit Generationen. Doch was ist daran? Gibt es in Deutschland gefährliche Spinnen? Was passiert bei einem Spinnenbiss?

Wie gefährlich ist ein Spinnenbiss in Deutschland?

Den Autor dieses Artikels kennen die meisten seit langer Zeit als den Verfasser von computerbezogenen Abhandlungen. Wenigen ist bekannt, dass er früher mal Biologie studiert hat. In dieser Zeit interessierten mich Spinnen immer besonders - und vor allem Giftspinnen. Natürlich wollte ich wissen, welche der vielen Krabbler in unseren Breitengraden einem Menschen durch einen Spinnenbiss gefährlich werden können. Für mich war die Antwort enttäuschend. Für Spinnen-Phobiker bedeutet sie hingegen eine Entwarnung.

Spinnenbisse in Deutschland - Entwarnung

Ja, es gibt in deutschsprachigen Landen giftige Spinnen. Um genau zu sein, arbeiten alle Spinnen mit Gift. Aber mit der Gefährlichkeit ist es nicht weit her. Ja, es gibt auch Spinnen in unseren Landen, deren Gift theoretisch einen Menschen töten könnte… aber…

Bei einem Spinnenbiss muss das Gift erst einmal in den Körper kommen. Dazu muss das Tier also in der Lage sein, die recht dicke menschliche Haut zu durchdringen. Sieht man sich die Größe unserer heimischen Spinnen sowie die Größe ihrer Beißwerkzeuge mal genauer an, dann wird man feststellen, dass das ziemlich unwahrscheinlich ist. Es gibt bei uns allerdings eine Art, der das gelingen kann.

Der Ammen-Dornfinger oder einfach nur Dornfinger, ist eine auch bei uns verbreitete Spinnenart, die besonders durch ihre verhältnismäßig großen Beißwerkzeuge auffällt. Sie ist eine der beiden Arten bei uns, deren Spinnenbiss dem Menschen unter bestimmten Umständen gefährlich werden und die einzige Art, die auch die menschliche Haut durchdringen kann.

Hier aber einige Fakten zur Entwarnung:

Einen Spinnenbiss dieser Art kann man sich eigentlich nur zuziehen, wenn man die Tiere reizt. Sie greifen niemals grundlos an. Alle dokumentierten Fälle passierten beim Mähen hoher Wildwiesen mit der Sense, beim Drauflegen im Schlaf oder wenn jemand absichtlich von Hand ein Brutpaket einer weiblichen Spinne öffnete. Außerdem ist definitiv noch nie jemand an einem Biss dieser Spinne gestorben! Nach etwa 24 Stunden ist das Leiden vorbei und die Symptome klingen ab. Diese können im seltenen Extremfall mit Schüttelfrost, Erbrechen und Kreislaufproblemen einhergehen. In der Regel beschränken sie sich aber eher auf Schmerzen im gebissenen Glied und den Lymphknoten.

Die andere - theoretisch gefährliche - Art ist übrigens die Wasserspinne. Sie lebt unter Wasser, hat nur winzige Beißwerkzeuge und ist sehr, sehr friedlich. Sie macht nicht einmal den Versuch zu beißen, wenn man sie mit der Hand aus dem Wasser holt - ich hab’s mehrfach getan. Aber, und auch das soll nicht unterschlagen werden, ihr Gift könnte Kleinkindern und herzkranken Erwachsenen gefährlich werden. Alle Opfer dieser Gattung berichten von Schmerzen, die in etwa einem Wespenstich vergleichbar sind.

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Warum überträgt ein Spinnenbiss Gift?

Das Gift der Spinnen soll die Opfer töten und gleichzeitig zum Fressen vorbereiten. Häufig ist die Beute von Spinnen genauso groß oder größer als der Jäger. Ein Spinnenbiss muss also schnell dafür sorgen, dass das Opfer nicht zum Angreifer werden kann. Der Tod der Beute ist aber nur der erste Schritt. Denn dann geht’s ans Fressen.

Und das Fressen bedeutet für uns doch immer das Zerlegen der Nahrung in kleinere Teile, die man schlucken kann. Spinnen haben aber keine Zähne. Sie haben auch keine ausgefeilten Kauwerkzeuge, wie etwa Krebse oder Seeigel. Spinnen haben nur ihre Giftklauen. Zwei nebeneinanderliegende Werkzeuge, die man am besten mit Spritzen vergleichen kann. Mit diesen injizieren sie das Gift in den Körper und das besteht eigentlich aus Verdauungssäften.

Nachdem die Beute getötet wurde, beginnt das Gift im Körper seine eigentliche Wirkung. Es zersetzt alle Innereien und macht sie flüssig. Denn nur so kann die Spinne sie zu sich nehmen. Und aus diesem Grund fängt der achtbeinige Jäger nach dem Spinnenbiss auch nicht sofort an zu fressen. Der Verdauungssaft muss erst einmal seine Wirkung entfalten. Nach einiger Zeit saugt die Spinne ihr Opfer dann aus und entsorgt die Überreste anschließend, um die Falle sauber zu halten.

Noch ein kleiner Nachsatz zur Aufklärung und als Party-Thema: Spinnen gehören nicht zu den Insekten. Insekten und Spinnen gehören zu den Arthropoden (Gliederfüßer). Aber Insekten haben immer nur 6 Beine. Spinnen haben 8 Beine.

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