BlackBerry: Android-Smartphone mit physischer Tastatur in Arbeit [Gerücht]

Kaan Gürayer 3

Verabschiedet sich Blackberry etwa von seinem eigenen OS? Laut Reuters will das strauchelnde Unternehmen im Herbst ein Smartphone auf den Markt bringen, auf dem Android statt BlackBerry 10 laufen soll. Das noch namenlose Gerät soll im Slider-Design daherkommen und eine physische Tastatur besitzen. 

Wie schnell sich die Vorzeichen in der Mobilfunkwelt ändern können, lässt sich exemplarisch an Nokia und BlackBerry ablesen. Beide Unternehmen dominierten einst den Markt, doch ihre veralteten Betriebssysteme – Symbian auf Seiten Nokias und BlackBerry OS bei den Kanadiern – konnten nicht mit den Newcomern von iOS und Android mithalten und verschwanden – mehr oder weniger – in der Bedeutungslosigkeit. Heute ist Nokias Mobilsparte Teil von Microsoft und versucht als Vorzeige-Plattform für Windows Phone wieder Boden gut zu machen. BlackBerry hingegen hat sich seine Eigenständigkeit noch bewahrt und mit dem BlackBerry Z10 im Jahr 2013 das erste Smartphone vorgestellt, das auf BlackBerry OS 10 basiert. Auch das neue OS und die damit eingeführte Kompatibilität zu Android-Apps konnte jedoch nicht die erhoffte Wende bringen: BlackBerrys Marktanteil liegt bei unter einem Prozent und von den ehemals 17.500 Mitarbeitern mussten gut zwei Drittel entlassen werden.

Offenbar sieht man in der Chefetage BlackBerrys nun in Android den Rettungsanker, um aus dem Strudel aus schlechten Verkaufszahlen, Mitarbeiterentlassungen und fallenden Aktienkursen zu entkommen. So berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen, dass BlackBerry an einem Smartphone mit Android arbeite. Das Gerät solle im Herbst auf den Markt kommen und ein Slider-Design samt physischer Tastatur besitzen. Einst war BlackBerry bekannt für seine hervorragenden Keyboards – und da im Android-Kosmos Smartphones mit physischer Tastatur mittlerweile Seltenheitswert besitzen, könnte der Hersteller mit einem entsprechenden Gerät eine komfortable Nische besetzen.

Fork oder Zertifizierung für den Google Play Store

Interessant dürfte zudem die Frage sein, welchen Weg BlackBerry mit seinem ersten Android-Smartphone beschreitet: Wird der Hersteller – ähnlich wie beispielsweise Amazon – Android nehmen und das Open Source-OS forken und von allen Google-Diensten entkernen? Oder setzt BlackBerry auf ein Smartphone, das von Google offiziell zertifiziert ist und damit nicht nur alle Dienste des Suchmaschinenbetreibers wie YouTube, GMail oder Google Now besitzt, sondern auch den Zugang zum Play Store? Für ersteres spricht, dass sich BlackBerry damit seine Freiheit bewahren würde, denn Google schreibt im Mobile Application Distribution Agreement (MADA) sehr genau vor, wie und welche Apps beispielsweise auf dem Homescreen ab Werk zu sehen sein müssen. Außerdem hat BlackBerry bereits Erfahrungen damit sammeln können, den Zugang zu Android-Apps ohne Play Store zu gewährleisten: Da auf BlackBerry 10 grundsätzlich auch Android-Apps laufen, hat das Unternehmen den Amazon App Shop auf seinen Smartphones vorinstalliert. Allerdings bietet dieser nicht die große Auswahl, die der Play Store mit seinen 1,5 Millionen Apps vorweisen kann – zumal im Amazon App Shop oftmals lediglich veraltete Versionen beliebter Anwendungen zu finden sind. Beide Gangarten, Fork und Zertifizierung für den Play Store, hätten also ihre Vor- und Nachteile.

Ein eigenes Android-Smartphone, um BES12 zu bewerben?

Ob der Schwenk in Richtung Android das Ende von BlackBerrys eigenem mobilen Betriebssystem einläutet, muss sich jedoch erst noch zeigen. Laut Reuters könne das neue Android-Smartphone auch lediglich Teil der neuen Strategie des Unternehmens sein, die eigenen Dienste und Services auch auf andere Plattformen zu bringen. Bereits der BlackBerry Messenger, einst Kronjuwel des Herstellers, ist mittlerweile auch für Android und iOS zu haben. Darüber hinaus erlaubt der BlackBerry Enterprise Service 12, kurz BES12, nicht nur die Verwaltung von BlackBerry-Geräten, sondern auch von Android-Smartphones und iPhones. Ein eigenes Android-Smartphone wäre also ideal, um die Vorzüge und Fähigkeiten der neuen Management-Plattform herauszustellen.

Quelle: Reuters, via: reddit

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