BlackBerry Venice: Tastaturslider mit Android in neuen Bildern und Videos

Kaan Gürayer

Sie wirken wie ein Relikt aus einer längst vergessenen Mobilfunkwelt: Smartphones mit physischer Tastatur. Dank SwiftKey, Swype und immer ausgefeilteren Wortvorschlägen lässt sich auf modernen Smartphone zwar ebenfalls in Windeseile tippen – eine kleine Nutzergruppe trauert aber noch immer lautstark den Hardwaretastaturen nach. Für sie könnte das BlackBerry Venice die Rettung sein, das mit einer physischen Tastatur, einem gebogenen Display und „echtem“ Android ausgestattet sein soll. Neues Werbematerial erlaubt nun einen detaillierten Einblick in die Funktionen des Geräts – inklusive Zertifizierung für den Play Store und einer Kamera mit optischem Bildstabilisator. 

Seit geraumer Zeit geistert das BlackBerry Venice bereits durch die Gerüchteküche. Anfang Juli veröffentlichte Evan Blass, besser bekannt als @evleaks, ein Renderbild des Slider-Smartphones. Damals war das Gerät aber lediglich im geschlossenen Zustand zu sehen – erstmals wird nun auch die Tastatur in voller Pracht gezeigt. Der Bildschirm des Gerätes scheint gebogen zu sein wie das des Samsung Galaxy S6 edge, obendrein scheint das Gerät trotz der integrierten Tastatur relativ flach zu sein. Darüber hinaus verraten zwei kurze Videos weitere Ausstattungsmerkmale des Sliders.

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Die Tastatur besitzt ein englisches QWERTY-Layout. Sollte das BlackBerry Venice in den deutschsprachigen Sektor kommen, dürfte das Smartphone aber mit einer angepassten QWERTZ-Tastaturbelegung ausgestattet werden. Abgesehen vom Mikrofonsymbol, das die Google-Sprachsuche starten dürfte, sind auf dem Keyboard aber keine Android-spezifischen Tasten auszumachen. Die Navigation durch Googles Mobil-OS erfolgt wohl auch im ausgefahrenen Zustand durch die virtuellen Buttons am Display. Merkwürdig: Die Tastatur auf dem Renderbild unterscheidet sich vom Keyboard im Video. Während bei der erstgenannten die Tasten flach sind, sind sie bei der zweiten spitz zum Nutzer gerichtet, um ein besseres Handling zu ermöglichen. Zudem sind auf der Mikrofontaste drei kleine Punkte untergebracht, die wohl als Menübutton dienen sollen.

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BlackBerry KEY2: Dual-Kamera des Business-Smartphones angetestet

BlackBerry Venice mit Google-Zertifizierung

Viel verrät auch der Blick aufs Display, denn dort sind allerhand Google-Apps zu sehen. Das ist ein Indiz dafür, dass das BlackBerry Venice ein offiziell von Google lizenziertes Android als Betriebssystem verwendet und damit unter anderem Zugriff auf den Play Store gewährt. Auf BB10, BlackBerrys eigenem Betriebssystem, laufen grundsätzlich zwar auch Android-Apps. Doch Zugriff auf den Play Store besitzt BB10 nicht, sondern muss sich die Anwendungen aus dem deutlich kleineren Amazon App Shop herunterladen. Ins Auge stechen auch die prominent platzierten Apps von Bing und Skype, die beide zu Microsoft gehören. Der Softwarekonzern kooperiert seit einiger Zeit mit diversen Smartphone-Herstellern, um die eigenen Apps auch auf Android-Smartphones zu bekommen. Vermutlich haben BlackBerry und Microsoft eine ähnliche Vereinbarung getroffen. Etwas skurril mutet die Tatsache an, das der gesamte gezeigte Homescreen mit Icons belegt ist, zusätzlich aber auch ein App-Drawer-Button existiert. Abgesehen davon wirkt der Homescreen aber so, als ob er im Look von Stock Android belassen wird.

Abseits von der Software verrät eines der Videos auch ein interessantes Detail über die verbaute Kamera des BlackBerry Venice. Diese wird nämlich mit einem optischem Bildstabilisator ausgestattet sein, wie das englische Kürzel „OIS“ neben dem Kameramodul verrät. An Bord ist außerdem ein schneller Autofokus. Die Megapixel-Zahl ist zwar direkt daneben angebracht, leider aber kaum zu erkennen. Ältere Informationen sprachen an dieser Stelle von einer 18 MP-Knipse. Anhand des Icons ist zudem ersichtlich, dass BlackBerry auf die Kamera-App von Google setzt.

Dank einer weiteren Werbegrafik wissen wir, dass das BlackBerry Venice entweder auf Android 5.0 oder Android 5.1 Lollipop laufen wird. Dort wird außerdem die praktische Cast-Funktion, die Mail-App und ein einfacher Content-Transfer zwischen einem alten BlackBerry und dem neuen Venice beworben.

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BlackBerry Venice: Marktstart im November – in den USA

Laut Evan Blass soll das BlackBerry Venice im November bei allen großen amerikanischen Mobilfunkanbietern erhältlich sein. Ob und wann das Slider-Smartphone auch nach Europa kommt, ist derzeit unklar. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden, sobald es zum hiesigen Marktstart Neues zu berichten gibt.

Quelle: @evleaks (1), (2), (3)

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